28. November 2025, 6:10 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer in einem Altbau oder in einem stark gedämmten Neubau wohnt, kennt es vielleicht: Vor allem morgens hat sich über Nacht Kondenswasser am Fenster gebildet. Im Internet findet man einige Tricks, die angeblich genau das verhindern sollen. myHOMEBOOK hat einen davon getestet – mit überraschendem Ergebnis.
Kondenswasser am Fenster ist nicht nur lästig, sondern kann im schlimmsten Fall auch zu Schimmel in der Wohnung führen. Es entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen warmen Innenräumen und der kalten Außenluft. Doch was hilft dagegen? Ein einfacher Trick mit einem Hausmittel, das garantiert jeder zu Hause hat, soll helfen.
Übersicht
So entsteht Kondenswasser am Fenster
Dass Kondenswasser an den Fenstern entsteht, kann verschiedene Ursachen haben: Schwitzen und Atmen in der Nacht, Kochen oder die Nutzung von Wasch- und Spülmaschine. Die Oberflächen der Fenster beschlagen dann, wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und warme und kalte Luft aufeinandertreffen. Läuft zusätzlich noch die Heizung, während es draußen eisig ist, ist der Temperaturunterschied gleich noch größer.
Kondenswasser kann übrigens sowohl bei sehr dicht isolierten als auch bei schlecht isolierten Fenstern auftreten. Bei moderneren Modellen staut sich die feuchte Raumluft, während bei alten Fenstern die Scheiben so stark auskühlen, dass sich die Feuchtigkeit dort ebenfalls sammelt.
Dieser Trick soll helfen
Um Kondenswasser am Fenster zu verhindern, soll ein altbewährtes Hausmittel bereits reichen: herkömmliches Spülmittel. Dafür werden wenige Tropfen auf ein trockenes Mikrofasertuch gegeben und über die Scheibe gewischt. Die im Spülmittel enthaltenen Tenside verringern die Oberflächenspannung des Wassers. Reibt man die Scheibe damit ein, soll sich die Feuchtigkeit angeblich gleichmäßiger verteilen, anstatt sich in einzelnen Tröpfchen abzusetzen. Soweit, so gut – doch funktioniert der Trick wirklich?
Um herauszufinden, wie gut der Spülmittel-Trick wirklich ist, wurde er unter ganz normalen Wohnbedingungen ausprobiert. Gerade zu Beginn der Wintermonate neigen viele Fenster dazu, zu beschlagen. Für einen realistischen Vergleich wurde der Trick über Nacht sowohl am Küchen- als auch am Schlafzimmerfenster getestet. Das Spülmittel ließ sich überraschend gleichmäßig verteilen und nach kurzem Polieren waren kaum noch Streifen zu sehen. Wichtig ist nur, das Spülmittel sparsam zu dosieren und nicht mehr als ein bis zwei Tropfen zu verwenden. Spülmittel mit Balsam oder Pflegestoffen können zwar grundsätzlich auch genutzt werden, sie neigen aber eher dazu, Schlieren zu bilden.
Kondenswasser am Fenster? Das sollten Sie tun
Kondenswasser zwischen den Fensterscheiben? Das sollte man jetzt tun
Das Ergebnis
Da die Fenster am Morgen erfahrungsgemäß am stärksten beschlagen, wurde das Spülmittel bereits am Vorabend aufgetragen. Am nächsten Tag zeigte sich tatsächlich ein Unterschied: Der sonst im unteren Bereich feuchte Fensterrahmen war kaum beschlagen. Der Spülmittel-Trick scheint also wirklich zu funktionieren.
Um den Test noch etwas zu verschärfen und die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, wurde zusätzlich gewaschen und gekocht. Im Laufe des Tages bildete sich an den Fensterrändern zwar etwas Feuchtigkeit, insgesamt jedoch deutlich weniger als sonst. Sie verteilte sich gleichmäßiger auf der Scheibe, sodass das Fenster eher wirkte, als hätte man kurz dagegengehaucht. Nach einer kurzen Stoßlüftung war aber alles wieder abgetrocknet.
Rasierschaum als Alternative
Wer kein Spülmittel zu Hause hat, soll alternativ auch Rasierschaum zur Vorbeugung von Kondenswasser an den Fenstern verwenden können. Der Trick wurde unter den gleichen Bedingungen getestet – und auch hier blieb die Scheibe nahezu frei von Feuchtigkeit. Ein kleiner Nachteil: Der dickflüssige Rasierschaum hält sich deutlich hartnäckiger auf der Scheibe und muss gründlich nachpoliert werden, damit keine Streifen zurückbleiben.
Einfacher Trick – solide Wirkung
„Auch wenn ich anfangs etwas Bedenken um die Sauberkeit der Fenster hatte, bin ich doch positiv von dem Spülmittel-Trick überrascht. Zwar ist die Feuchtigkeit logischerweise nicht im Nirgendwo verschwunden und bildet sich trotzdem im Raum, setzt sich durch den dünnen Film aber erst später am Fenster ab und zeigt sich eher als feiner Film. Trotzdem sollte der Trick nicht die klassischen Empfehlungen zum Lüften und Heizen im Winter ersetzen.“