27. Januar 2026, 12:56 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Winter frieren nicht nur Pfützen und Wasserleitungen ein – auch der Müll kann bei Minusgraden zum Problem werden. Wenn Bio- oder Restmüll in der Tonne festfriert, bleibt der Inhalt beim Ausleeren häufig stecken. Doch mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich das verhindern.
Warum gefrorener Müll ein Problem ist
Wenn der Müll in der Tonne friert, ist das dem Verbraucher oftmals egal, allerdings stellt es die Entsorger vor große Herausforderungen, erklärt der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) myHOMEBOOK: „Wenn der Inhalt an den Tonnenwänden festfriert, kann die Schüttung der Sammelfahrzeuge die Behälter nicht vollständig entleeren. Das führt zu Verzögerungen im Tourenablauf und erhöht den Arbeitsaufwand deutlich. Da die kommunale Abfallwirtschaft täglich große Mengen Abfall zuverlässig einsammeln und entsorgen muss, wirken sich solche Störungen unmittelbar auf die gesamte Logistik aus.“
Das ist aber noch nicht alles: „Hinzu kommt, dass Mitarbeitende aus Sicherheitsgründen keine festgefrorenen Tonnen manuell lösen dürfen. In der Folge müssen Behälter häufig erst bei Tauwetter erneut bereitgestellt werden – ein zusätzlicher Aufwand, der im Winterbetrieb leider immer noch regelmäßig auftritt.“
Darum frieren Abfälle bei Frost in der Tonne fest
Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, wird es auch für die Müllabfuhr kompliziert – vor allem, wenn organische oder feuchte Abfälle in der Tonne festgefroren sind. Besonders betroffen sind laut VKU organische Abfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz oder Speisereste. Diese brächten viel Wasser mit.
Aber es liegt nicht nur am Inhalt der Tonnen, erklärt der VKU: „Gelangt zusätzlich Regen oder Schnee in die Tonne oder bildet sich Kondenswasser, steigt die Feuchtigkeit weiter an. Bei Frost friert diese Nässe an den Innenwänden fest und verbindet sich mit dem Abfall.“
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So beugen Sie eingefrorenem Müll vor
Wer verhindern will, dass der Inhalt an der Tonnenwand festklebt, sollte laut des VKU einige „einfache, aber wirkungsvolle“ Tipps beachten:
- Feuchte Abfälle sollte man gut abtropfen lassen und in Zeitungspapier wickeln, damit überschüssige Feuchtigkeit gebunden wird.
- Mit einer Lage aus Zeitungspapier, Karton oder Eierkartons am Boden der Biotonne kann man verhindern, dass der Inhalt direkt anfriert.
- Die Tonne sollte geschützt aufgestellt werden. Etwa an einer Hauswand, unter einem Vordach oder in einer Garage.
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Nicht nur Müll – auch Deckel können festfrieren
Loser Abfall nützt nichts, wenn sich der Deckel der Tonne nicht mehr öffnen lässt. Im Winter bei Schnee, Eis und Kälte keine Seltenheit, doch das muss nicht sein. „Damit der Deckel beweglich bleibt, sollte vor allem verhindert werden, dass Feuchtigkeit zwischen Deckel und Rand gelangt. Eine einfache Möglichkeit ist, die Kontaktflächen trocken zu halten oder ein Stück Karton beziehungsweise Zeitung dazwischenzulegen. Auch eine dünne Schicht Sand oder Speiseöl auf der Deckelkante kann das Anfrieren verhindern“, erklärt der VKU.
Zusätzlich empfehlen die Experten, die Tonne wettergeschützt zu platzieren. Dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Regen oder Schnee auf die Deckelflächen gelangt.
Wenn der Müll doch einmal festgefroren ist
Lässt sich das Festfrieren nicht vermeiden, gibt es zwei einfache Maßnahmen:
- Wer die Möglichkeit hat, sollte die Tonne vor der Leerung für kurze Zeit an einen wärmeren Ort stellen, damit der Inhalt antaut.
- Alternativ kann man mit einem Spaten vorsichtig an den Innenwänden entlangfahren, um den Müll zu lösen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Bei Minusgraden kann der Kunststoff spröde sein und leicht beschädigt werden.
Mit diesen Tipps bleibt die Tonne auch im tiefsten Winter einsatzbereit – und der Müll kann wie gewohnt entsorgt werden.
Wenn mein Deckel zugefroren ist …
„Um ein Zufrieren des Deckels zu verhindern, lege ich immer einen Ast zwischen Deckel und Tonne. Somit ist auch bei niedrigen Temperaturen gewährleistet, dass ich den Deckel noch ohne großen Kraftaufwand öffnen kann.“
Mit Material der dpa