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Was ist der Unterschied zwischen Frottee und Frottier?

Frottée und Frottier
Bei dem Stoff von Handtüchern denkt man häufig an das Gewebe „Frottee", obwohl es häufig eigentlich ein „Frottierhandtuch" ist Foto: Getty Images

21. Oktober 2026, 12:21 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Bei den Geweben Frottee und Frottier denken viele an das Gleiche. Das, was wir im Alltag meist „Frotteehandtuch“ nennen, ist textilfachlich in der Regel jedoch das Frottier. Der entscheidende Unterschied liegt in ihrer Herstellung und macht sich unter anderem bei Struktur, Volumen und Saugfähigkeit bemerkbar.

Der wesentliche Unterschied zwischen Frottee und Frottier

Der wichtigste Unterschied steckt in der Herstellung. Frottee ist ein Flachgewebe, dessen charakteristische Struktur durch ein spezielles Effektgarn entsteht. Frottier besitzt dagegen ein zusätzliches Fadensystem, mit dessen Hilfe beim Weben gewisse Schlingen gebildet werden.

Frottier besteht aus drei Fadensystemen:

  • einer straff gespannten Grundkette,
  • einer lockeren Schlingen- beziehungsweise Polkette und
  • dem Schuss.

Die Schlingen ragen aus dem Grundgewebe heraus und können sich auf einer oder beiden Seiten befinden. Bei Frottee entsteht die Oberflächenstruktur dagegen durch ein Effektgarn. Das Gewebe bleibt dadurch vergleichsweise flacher und weniger voluminös.

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Sind Handtücher nun aus Frottee oder Frottier?

Im Alltag heißt es fast immer „Frotteehandtuch“. Bei den klassischen flauschigen Handtüchern sollte man jedoch von Frottierhandtüchern sprechen. Der Grund dafür sind die vielen kleinen Schlingen, die man beim genauen Blick auf ein Handtuch erkennen kann. Sie vergrößern die Oberfläche des Gewebes und ermöglichen dadurch eine gute Feuchtigkeitsaufnahme. Die dichte Schlingenstruktur sorgt außerdem dafür, dass Frottier voluminös und, je nach Ausführung, weich oder griffig ausfallen kann.

Darum kann Frottier besonders gut Wasser aufnehmen

Bei der Wasseraufnahme spielt die Struktur eine wichtige Rolle. Die zahlreichen Schlingen vergrößern die textile Oberfläche, wodurch Frottier viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Gleichzeitig sorgt die Schlingenstruktur für das typische Volumen eines Handtuchs.

Wie sich ein Frottierstoff anfühlt, hängt unter anderem von seiner Verarbeitung ab. Beispielsweise kann ein kurzer, dichter Flor eher einen Massageeffekt erzeugen, während ein längerer Flor besonders weich wirkt. Damit ist dicker allerdings nicht automatisch gleich besser. Auch das verwendete Garn und die Verarbeitung beeinflussen die Qualität.

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Welche Arten von Frottier es gibt

Auch Frottier ist nicht gleich Frottier. Abhängig von Garn und Herstellungsverfahren entstehen Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften.

  • Walk-Frottier: Walk-Frottier besitzt einen weichen und fülligen Griff. Für die Florkette werden einfädige Garne eingesetzt, wodurch das Material Feuchtigkeit besonders gut aufnehmen kann.
  • Zwirn-Frottier: Bei Zwirn-Frottier werden Zwirne verwendet. Seine aufrecht stehenden Schlingen verleihen dem Material einen kräftigeren beziehungsweise kernigeren Griff.
  • Velours-Frottier: Hier werden die Schlingen aufgeschnitten beziehungsweise abgeschoren. Dadurch entsteht eine besonders glatte und samtig-weiche Oberfläche. Allerdings nimmt Velours-Frottier die Feuchtigkeit nicht ganz so gut auf wie andere Frottierarten.
  • Wirk-Frottier: Eine Besonderheit bildet Wirk-Frottier. Im Gegensatz zu klassischem Frottier wird es nicht gewebt, sondern auf einer Wirkmaschine hergestellt.

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Ist Frottee oder Frottier vorteilhafter?

Für ein klassisches Handtuch hat Frottier klare praktische Vorteile. Das Material ist aufgrund seiner Schlingenstruktur voluminös und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Frottier ist meist strapazierfähiger als Frottee, was aber nicht auf einen schlechteren Stoff hindeutet. Vielmehr handelt es sich um eine andere Konstruktion, die sich für andere Zwecke eignen kann. Beispielsweise wird Frottee auch bei Bekleidung eingesetzt.

Wer also ein saugfähiges, flauschiges Handtuch fürs Badezimmer sucht, sollte sich nicht von der umgangssprachlichen Bezeichnung irritieren lassen. Das klassische „Frotteehandtuch“ ist fachlich meist eben einfach ein Frottierhandtuch.

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