27. Februar 2026, 6:19 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer keinen Wäschetrockner besitzt oder der Umwelt zuliebe auf ein solches Gerät verzichtet, hat im Winter nur eingeschränkte Möglichkeiten, seine Wäsche trocken zu bekommen. Wenn die Wäsche auch nicht regelmäßig im Garten oder auf dem Balkon aufgehängt werden kann und kein separater Trockenraum vorhanden ist, bleibt nur noch ein Zimmer in der eigenen Wohnung. Warum das nicht Bad oder Küche sein sollten, erklärt myHOMEBOOK in diesem Artikel.
Feuchtigkeit und erhöhtes Schimmelrisiko
Jede Waschmaschinenladung gibt bis zu fünf Liter Wasser an die Luft ab. In ohnehin feuchten Räumen wie Bad oder Küche steigt die relative Luftfeuchtigkeit rasch auf über 70 Prozent an. Das fühlt sich beim Atmen an wie in einer Waschküche und belastet auf Dauer die Atmung. Der Körper reagiert mit gereizten Schleimhäuten oder leichten Kopfschmerzen.
Das Schlafzimmer eignet sich ebenfalls nicht zum Wäschetrocknen, weil sich auch hier über Nacht durch Schwitzen eine Menge Feuchtigkeit ansammelt. Gerade im Winter lagert sich die feuchte Luft dann als Kondenswasser an kühleren Flächen wie Außenwänden, Fenstern oder Fugen ab.
Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von dauerhaft über 60 Prozent entsteht ein idealer Nährboden für Schimmelpilze. Oft bildet sich Schimmel an unsichtbaren Stellen, beispielsweise hinter Schränken oder in Silikonfugen. Gerade in Mietwohnungen ist der Ärger mit dem Vermieter vorprogrammiert.
Belastung für Atemwege und muffiger Geruch
Schimmelsporen oder dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit reizen besonders sensible Nasen und Bronchien. Dauerhaft führt eine solche Situation zu allergischen Reaktionen bis hin zu Asthma. Hohe Luftfeuchtigkeit geht mit schlechterem Schlaf einher, gerade in Haushalten mit kleinen Kindern oder älteren Personen ist sie auf Dauer problematisch.
In Bad oder Küche, wo die Luftfeuchtigkeit ohnehin schon höher ist, braucht eine Wäscheladung eine längere Zeit, um zu trocknen. Die klammen Wäschefasern dienen dann als Brutstätte für Bakterien. Diese verströmen einen muffigen Geruch, der sich anschließend durch die gesamte Wohnung zieht. In der Küche verbinden sich zudem noch Fett- oder Gewürzdünste mit den Textilien. Eventuell ist es dann notwendig, die Wäsche noch einmal in die Maschine zu stecken.
Darauf sollte man achten, wenn man Wäsche in der Wohnung trocknet
5 Fehler, die man bei Wäschetrocknern vermeiden sollte
Höhere Energiekosten
Gegen die Feuchtigkeit hilft zwar eine höhere Heiztemperatur. Doch dadurch erhöhen sich auch die Heizkosten um bis zu 20 Prozent. Durch den Anstieg der Luftfeuchtigkeit ist ein häufigeres Lüften notwendig, wodurch die Heizwärme ungenutzt entweicht. Auf lange Sicht greift eine erhöhte Luftfeuchtigkeit in Bad oder Küche die gesamte Bausubstanz an.
Und ganz pragmatisch: Gerade in kleinen Bädern oder Küchen blockieren Wäscheständer den Durchgang, Stürze können die Folge sein.
Nur in Ausnahmefällen Wäsche in der Wohnung trocknen
Zugegeben: Ein Trockenraum oder eine Wäscheleine auf Balkon oder Garten ist in der Regel immer irgendwo vorhanden. Wäsche draußen aufzuhängen, ist oft auch im Winter eine Möglichkeit. Tagsüber sollte es draußen nur nicht zu feucht sein. An einem eisigen Sonnentag wird die Wäsche dennoch trocken. Der Prozess dauert nur länger. Im Zweifel ist das allerdings immer die bessere Alternative als Bad oder Küche.
Wenn es ausnahmsweise keine Alternative zu den eigenen vier Wänden gibt, dann besser einen gut beheizten Raum wie das Wohnzimmer wählen. Die Wäsche sollte vorher gut durchgeschleudert sein, damit möglichst wenig Restfeuchtigkeit in den Textilien verbleibt. Ganz wichtig: Häufiger Stoßlüften. Dadurch verbessert sich das Raumklima und die Wäsche trocknet schneller.
Hilfreich ist auch der Kauf eines Hygrometers, um die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Ein Wert für die Luftfeuchtigkeit in den Zimmern zwischen 40 und 60 Prozent gilt als normal. Auch wer keine Wäsche in der Wohnung trocknet, hat somit einen Richtwert, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Dennoch sollte das Trocknen in den eigenen vier Wänden die Ausnahme sein. Wer nämlich die höheren Heizkosten sowie die langfristigen Folgen für die Gesundheit und Bausubstanz berücksichtigt, sollte lieber über die Anschaffung eines Wäschetrockners nachdenken.
Warum ich meine Wäsche selbst im Winter draußen trockne
„Eine Situation, in der mir nur die Wohnung als Trockenraum blieb, hatte ich glücklicherweise nie. Ganz selten hänge ich im Winter einzelne Kleidungsstücke zum Trocknen in der Wohnung auf. An wärmeren Tagen habe ich glücklicherweise die Möglichkeit, meine Wäsche draußen auf einer Wäscheleine zu trocknen. Das funktioniert auch an trockenen Wintertagen, dauert dann nur ein wenig länger.“