5. November 2025, 11:43 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Obwohl es unzählige Reinigungsmittel mit Versprechen wie „biologisch abbaubar“ oder „frei von Mikroplastik“ gibt, haben sie eines gemeinsam: ihre antibakterielle Wirkung. Interessanterweise soll auch Zimt diese Eigenschaft besitzen und dabei nicht nur für Sauberkeit, sondern auch für einen warmen, angenehmen Duft in der Wohnung sorgen. Die Vorstellung, Zimt ins Wischwasser zu geben, klingt allerdings eher nach Weihnachtsbäckerei als nach Hausputz. Dennoch gilt der Gewürzklassiker als Geheimtipp. Grund genug für myHOMEBOOK, bei einem Haushaltspflege-Experten nachzufragen, ob an diesem kuriosen Reinigungstrick wirklich etwas dran ist.
Warum sollte man Zimt ins Wischwasser geben?
Im Internet kursiert ein Putztrend, der zunächst etwas ungewöhnlich erscheint. Dabei soll man Zimt ins Wischwasser geben und damit den Fußboden reinigen. Alternativ könne man auch Zimtöl verwenden. Diese Vorteile werden Zimt beim Putzen zugeschrieben:
- Ein Vorteil ist, dass Zimt einen besonders starken Geruch hat – vorausgesetzt, man mag den Duft von Zimt. Wenn man etwas von dem Gewürz ins Wischwasser gibt, verteilt man den Geruch durch das Wischen in der ganzen Wohnung. Gerade in der Weihnachtszeit kann das durchaus ein Anreiz für den einen oder anderen sein.
- Zimt soll zudem antibakteriell wirken und somit perfekt als natürliches Putzmittel funktionieren.
Das sagt der Experte zu Zimt im Wischwasser
Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. erklärt auf Nachfrage von myHOMEBOOK: „Zimt steht als möglicher antibakterieller Zusatz beim Hausputz derzeit hoch im Kurs.“ Allerdings bräuchte man für eine antibakterielle Wirkung so viel Zimtpulver im Wischwasser, dass eine Reinigung mit dieser bräunlichen Mischung nicht mehr möglich wäre.
„Inhaltsstoffe von Zimtrinde beziehungsweise des daraus gewonnenen Zimtöls wirken zwar antibakteriell“, erläutert der Experte. Allerdings gibt es einige wichtige Punkte, die Beachtung finden sollten. „Für eine solche antibakterielle Wirkung ist eine Mindestmenge an Wirkstoff notwendig. Es genügt nicht, ‚eine Prise‘ Zimtpulver oder einen Tropfen Zimtöl in einen mit fünf Litern Wasser gefüllten Eimer zu geben“, erklärt Glassl.
Ein weiterer Punkt ist, dass die Inhaltsstoffe von Zimtöl laut dem Experten im Chemikalienrecht als gefährlich eingestuft seien. Das pure Öl solle von Kindern ferngehalten werden und nicht in Kontakt mit der Haut kommen.
Ein ganz anderes Bild stellt sich allerdings in der Lebensmittelindustrie dar. „Wenn das Zimtöl als Lebensmittel, zum Beispiel zum Aromatisieren von Speisen, vermarktet wird, dann ist es allerdings von den Kennzeichnungsbestimmungen des Chemikalienrechts ausgenommen“, heißt es weiter.
Auch wenn Zimt durch seinen angenehmen Duft und seine potenziell antibakterielle Wirkung verlockend klingt, eignet er sich in der Praxis nicht als wirksames oder unbedenkliches Reinigungsmittel – der aromatische Gewürzklassiker bleibt also besser in der Küche als im Wischeimer aufgehoben.