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Ein Test

Helfen Marienkäferlarven gegen Blattläuse?

Marienkäfer frisst Blattläuse
Marienkäfer sollen nicht nur Glück bringen, sie sind auch der natürliche Feind von BlattläusenFoto: Getty Images

Wer einen Garten oder Pflanzen auf dem Balkon hat, bekommt manchmal unliebsame Gäste: Blattläuse. Eine chemische Bekämpfung sollte tabu sein, doch ist mit Marienkäferlarven eine natürliche Blattlausbekämpfung möglich? Was ein Test auf dem Balkon gezeigt hat.

Marienkäfer und deren Larven fressen Blattläuse in rauen Mengen bzw.: saugen sie aus. Doch nur wenige wissen, dass man sich die Marienkäferlarven kaufen kann. Diese sogenannten Nützlinge findet man im Baumarkt oder Internet. Nach der Online-Bestellung dauerte es nur wenige Tage, bis die Larven da waren.

In dem sicher verpackten Paket war alles drin: Anleitung, Papiertütchen zum Aussetzen der Larven, Tipps und Hinweise sowie selbstverständlich die klitzekleinen Larven mit eigenem Reiseproviant (Blattlaus to go). Für unseren Test-Balkon hatten wir Larven des Siebenpunkt-Marienkäfers bestellt. Die Ausbringung an Ort und Stelle verlief problemlos. Wir haben uns dazu entschieden, die Larven direkt in ihren Papierstreifen in die Pflanzen zu setzen.

Worauf man beim Aussetzen der Marienkäferlarven achten muss

Wichtig ist, dass man die Larven bei Temperaturen zwischen idealerweise 18 und 25 Grad Celsius aussetzt. Es sollte in jedem Fall nicht kälter als 14 und keinesfalls heißer als 30 Grad sein. Das heißt, solange sich die Temperaturen in diesem Bereich aufhalten, können die Larven zum Einsatz kommen. Der ideale Zeitpunkt zum Aussetzen ist Mai/Juni. Aber je nach Temperatur ist das auch im Hoch- oder Spätsommer möglich. Wird es kälter, verkriechen sich die Marienkäferlarven, fressen nicht und verfallen in eine Starre.

Nach einigen Tagen fanden wir vereinzelt Larven, die schon ein gutes Stück gewachsen waren. Für uns war nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund der vielen ausgesaugten und vertrockneten Blattläuse klar: Es hat funktioniert, und die Marienkäferlarven verrichten ihre Arbeit!

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Marienkäferlarve
So sieht eine Marienkäferlarve aus. Auch sie frisst Blattläuse.Foto: Getty Images

Einmal Marienkäferlarven und für immer Ruhe?

Leider nein. Zumindest nicht immer. Es kann daran liegen, dass die Larven von einem Balkon schneller wegkrabbeln können. In einem größeren Garten verteilen sie sich vermutlich besser auf die anderen eigenen Pflanzen und nicht auf die umliegenden Balkone.

Es kann jedoch auch sein, dass die kleinen Leichtgewichte durch den starken Wind weggeweht wurden. Fest steht jedenfalls, dass sie einen Großteil der Blattläuse an Blaubeere, Erdbeeren und Tomaten vernichtet haben und wir zumindest fünf große Larven wiedergefunden habe. Nach einem knappen Monat tauchten vereinzelt Marienkäfer auf, die tatsächlich sieben Punkte hatten.

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Fazit

Marienkäferlarven als Schädlingsbekämpfung zu nutzen, ist durchaus effektiv und vor allem nachhaltig, auch wenn in unserem Test an den Pflanzen noch immer einige Blattläuse waren.

Sorgen vor einer Marienkäfer-Überbevölkerung auf dem Balkon oder im Garten muss man sich nicht mchen, da sich Nützlinge und Schädlinge in einem geregelten Gleichgewicht einpendeln. Weniger Blattläuse bedeutet weniger Marienkäfer, mehr Läuse regen die Käfer wiederum zum Vermehren an.

Kostengünstig ist diese Art der Blattlausbekämpfung allerdings nicht: Mit etwa 30 Euro sind sie etwa dreimal so teuer wie eine Flasche eines biologischen Pestizids.

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