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Kein Scherz!

Werkzeughersteller plant speziellen Duft für seine Geräte

Werkzeuge und Gartengeräte mit Duft: Mit einem Akku-Bohrer werden Dielen festgebohrt
Duftet die Akku-Bohrmaschine bald angenehm und versüßt so die Arbeit?Foto: dpa picture alliance

Duften Gartengeräte und Werkzeuge für Heimwerker bald angenehm? Das plant zumindest ein deutscher Hersteller. In anderen Bereichen ist der Einsatz von Wohlgerüchen schon üblich.

Der bei Hobbygärtnern und Heimwerkern beliebte Hersteller für Werkzeuge „Einhell“ plant, zukünftig seine Werkzeuge und Gartengeräte mit einem unverkennbaren Duft auszustatten. Was auf den ersten Blick wie ein Witz anmutet, ist womöglich eine geschickte Marketing-Strategie. Denn das Unternehmen aus Landau an der Isar (Bayern) wäre damit in seiner Branche ganz an der Spitze, wenn es auf Olfaktorik und sensorisches Marketing setzt. Bei dieser Verkaufsstrategie verbindet man die Produkte mit Sinneseindrücken wie zum Beispiel Geräuschen, das Gefühl der Oberflächenbeschaffenheit oder auch ein spezieller Geruch. Nehmen die Kunden den Neuduft an, steigert das mitunter schnell den Umsatz.

Wann die Werkzeuge und Gartengeräte mit Duft auf den Markt kommen – unklar

Noch scheinen die Pläne in der Luft zu liegen. Im neuen Geschäftsbericht umschreibt Andreas Krois zumindest das Ziel, wohin die Reise gehen soll. Der Einhell-Chef: „Zudem investieren wir in das sogenannte sensorische Marketing, das alle Sinne der Endverbraucher berücksichtigt. Bereits im laufenden Geschäftsjahr 2021 wollen wir unsere Power X-Change Produkte mit einem eigens entwickelten Einhell Duft bereichern und somit die Unverwechselbarkeit unserer Produkte weiter betonen.“

Auch Monika Aigner konnte auf Nachfrage von myHOMEBOOK kaum konkreter werden. „Es handelt sich hierbei um einen neuen Ansatz, der jedoch erst noch ausgearbeitet werden muss. Genauere Angaben zum Duft oder ab wann dies im Handel umgesetzt wird, liegen leider noch nicht vor“, so die Marketingmanagerin von Einhell.

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Wo Geruch schon länger verkaufsfördernd eingesetzt wird

Werben mit Düften – so ganz neu ist der Trend nicht mehr. Schon seit einigen Jahren verpasst Apple seinen MacBook Pros einen speziellen Geruch, den jeder Apple-Jünger kennt. Beim Auspacken eines neuen Gerätes verströmt dieses einen Hauch von Druckertinte, Plastik und Papier. Klingt erstmal merkwürdig, aber anscheinend entsteht bei vielen so der Eindruck von „Neu“ in der Nase. Diesen speziellen Apple-Smell kreierten übrigens drei Künstler aus Melbourne (Australien).

Auch in der Textil- und Lederwarenindustrie verwendet man gezielt Gerüche. So soll der Geruch nach Kunstleder bei vielen Verbrauchern positiv wahrgenommen werden. Den echten Geruch nach Leder empfinden viele hingegen als unnatürlich. Und auch viele Autohersteller designen für ihre Neuwagen einen unverwechselbaren Geruch. Der übertönt dann praktischerweise auch womöglich unangenehme Gerüche nach Klebstoff. Denn die meisten Autoteile werden im Auto mittlerweile verklebt und nicht mehr anderweitig befestigt.

Wenn Düfte für das Marketing nach hinten losgehen

In der Regel kommt die Werbung mit Düften gut an – wenn sie denn subtil eingesetzt wird. Bei zu viel des Guten wird vielen Verbrauchern jedoch schnell blümerant. Schlimmstenfalls lehnen sie das Produkt dann ab. So erging es auch einem US-Modelabel. „Abercrombie & Fitch“ warb vor einigen Jahren geradezu penetrant mit einem süßlichen, synthetischen Geruch. Der trug den Namen „Fierce“ und waberte als Raumduft durch sämtliche Filialen, legte sich auf Haar und Kleidung der Kunden und bahnte sich seinen Weg bis auf die Straße hinaus.

Was viele jedoch schnell nervte. Denn gefühlt in jeder deutschen Fußgängerzone, in der das Label vertreten war, zog einem schon von Weitem der berüchtigte Geruch in die Nase. Nach einigen Jahren und vermutlich einer Menge Beschwerden stellte das Unternehmen die Duftpuster wieder ab. Die Filialen der Modefirma sind hierzulande mittlerweile weitgehend aus dem Stadtbild verschwunden.

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