8. September 2025, 5:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Bei roten Tomaten ist es leicht. Ihre Farbe zeigt unmissverständlich, wann sie reif sind. Bei grünen Sorten ist die Sache etwas kniffliger: Sie bleiben grün, auch wenn sie ihre volle Reife erreicht haben. Wie erkennt man, ob grüne Tomaten reif sind?
Nicht jede Tomate errötet, wenn sie reif wird. Einige Sorten behalten ihr Grün bei und sind damit eine Besonderheit unter den Tomaten. Rote und gelbe Sorten bauen bei der Reife ihr Chlorophyll ab und lagern Carotinoide wie das rote Lycopin ein. Grün abreifende Sorten dagegen behalten ihren grünen Pflanzenfarbstoff.
Woran erkennt man, dass grüne Tomaten reif sind?
Die Reifeanzeichen sind subtiler als bei roten Sorten. Viele grüne Tomaten zeigen bei voller Reife einen goldgelben Schimmer oder feine Streifen, manche auch rötliche Muster. Ein weiteres verlässliches Zeichen ist die Konsistenz: Gibt die Frucht bei sanftem Druck leicht nach, ist sie pflückbereit. Auf diese Weise lässt sich auch bei Sorten, die durchgehend grün bleiben, die optimale Erntezeit bestimmen.
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Pflanzung und Pflege
In der Kultur unterscheiden sich grünreifende Tomaten nicht von roten oder gelben Sorten. Sie lieben einen sonnigen, warmen und geschützten Standort und gedeihen auf lockeren, humus- und nährstoffreichen Böden am besten. Als Starkzehrer brauchen sie zudem eine regelmäßige Düngung, um reichlich Früchte zu entwickeln.
Fünf grüne Tomaten im Kurzporträt
Grünreifende Tomaten sind nicht nur optisch spannend, sondern überraschen auch mit ganz unterschiedlichen Aromen – von süß bis würzig-fruchtig. Hier fünf Sorten, die besonders empfehlenswert sind:
1. Salattomate ‚Green Zebra‘
Die wohl bekannteste grüne Tomate ist die Stabtomate ‚Green Zebra‘. Sie lässt sich gut zweitriebig ziehen und gedeiht sowohl im Gewächshaus als auch im überdachten Freiland. Ihren Namen verdankt sie ihrem markanten Streifenmuster. Die mittelgroßen, runden Früchte wiegen etwa 120 g, haben ein hellgrünes, saftiges Fruchtfleisch und schmecken fruchtig-aromatisch. Reife Früchte sind grün mit goldgelben Streifen.
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2. Salattomate ‚Kalypso‘
Die Stabtomate ‚Kalypso‘ eignet sich für den Anbau im Gewächshaus ebenso wie für das geschützte Freiland. Ihre flachrunden Früchte wiegen rund 100 g, sind saftig, säurearm und aromatisch-frisch. Die relativ platzfeste Schale ist im unreifen Zustand grün geflammt, bei Reife grün-rötlich marmoriert. Das Fruchtfleisch zeigt sich hellgrün bis rötlich durchzogen.
3. Fleischtomate ‚Charlie Green‘
Die Stabtomate ‚Charlie Green‘ lässt sich im Gewächshaus wie auch im überdachten Freiland kultivieren. Ihre großen, leicht gerippten Früchte erreichen 150 bis 250 g Gewicht. Sie sind breitrund, saftig und frisch-fruchtig im Geschmack. Reif präsentieren sie eine gelblich-grüne Schale und ein helles Fruchtfleisch.
4. Cherrytomate ‚Dwarf Grinch Cherry‘
Die Stabtomate ‚Dwarf Grinch Cherry‘ eignet sich für den Anbau im Gewächshaus, im überdachten Freiland und sogar für den Kübel. Sie bildet zahlreiche kleine, runde Früchte von 20 bis 40 g, die sehr süß schmecken. Reif sind sie, wenn die hellgrünen Früchte einen gelben Schleier zeigen.
5. Cherrytomate ‚Green Grape‘
Die Stabtomate ‘Green Grape’ gedeiht im Gewächshaus, im geschützten Freiland und ebenso gut im Kübel. Sie wächst auch mehrtriebig gut und trägt ihre 20 bis 30 g schweren Früchte an langen Rispen. Die Ernte zieht sich oft bis zum ersten Frost hin. ‚Green Grape‘ gilt als eine der süßesten grünen Tomaten und ist reif, wenn die Früchte ockergelb-grün gefärbt sind.
Tomatin statt Solanin – und trotzdem gesund
„Häufig ist die Rede davon, dass unreife Tomaten Solanin enthalten. Streng genommen ist das nicht ganz richtig, denn der Stoff heißt eigentlich Tomatin. Beide stammen aus derselben Stofffamilie und wirken ähnlich. Solanin steckt vor allem in Kartoffeln, Tomatin dagegen in Tomaten. Weil die Wirkungen vergleichbar sind, wird im Alltag oft ungenau von Solanin gesprochen. Mit zunehmender Reife verschwindet das Tomatin, sodass die Früchte bedenkenlos gegessen werden können.
Und was die Gesundheit betrifft: Zwar fehlt grünen Tomaten das Lycopin, das in roten Sorten so reichlich vorkommt, doch dafür punkten sie mit anderen pflanzlichen Schutzstoffen wie Chlorophyll und Flavonoiden, die ebenfalls antioxidativ wirken und als gesundheitsfördernd gelten.“

