6. März 2026, 17:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, schieben Krokusse ihre zarten Blüten ans Licht und bringen Farbe in noch wintermüde Gärten. Die kleinen Frühblüher gelten als sichere Frühlingsboten – doch ganz unbedenklich sind sie nicht. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, wie giftig Krokusse wirklich sind und für wen sie zur Gefahr werden können.
Sind Krokusse überhaupt giftig?
Die Antwort ist: Jein. Es kommt auf die Sorte an und auf das Lebewesen, das mit dem Krokus in Kontakt kommt. Die typischen Frühjahrs-Krokusse (Crocus albiflorus), die jetzt in Beeten und auf Rasenflächen blühen, gelten laut der Giftzentrale Bonn nur als „gering giftig“.
Das bedeutet aber nicht, dass eine Vergiftung ausgeschlossen ist. Relevant wird sie, wenn Pflanzenteile tatsächlich gegessen werden – bloßes Anfassen ist unproblematisch.
Die potenziell reizenden Inhaltsstoffe, unter anderem Saponine oder auch Picrocrocin, befinden sich in verschiedenen Konzentrationen in der gesamten Pflanze, besonders jedoch in der Knolle, also dem unterirdischen Speicherorgan. Auch Blätter und Blüten gelten als leicht giftig, werden aber meist nur dann relevant, wenn sie in größeren Mengen verzehrt werden.
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Vorsicht vor diesem Krokus
Der im Herbst blühende Safran-Krokus gilt hingegen als giftig. Allerdings wächst er weniger im heimischen Garten als vielmehr in kultivierten Anbaugebieten. Dieser Krokus kommt bei der Safrangewinnung zum Einsatz.
Der Safran-Krokus enthält laut Giftzentrale Bonn ätherische Öle und den Bitterstoff Picrocrocin. In geringen Mengen als Gewürz- oder Färbemittel gilt er jedoch als harmlos. Werden hingegen größere Mengen eingenommen, kann es zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen. Die Giftzentrale Bonn nennt folgende Symptome: „Vergiftungen mit Brechdurchfall, Koliken, Haut- und Schleimhautblutungen, Schwindel, Delirien, Krampfanfälle und Kollaps.“
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Auf Kinder und Haustiere achten
Vor allem für Kleinkinder, wenn sie aus Neugier Blüten oder Knollen in den Mund nehmen, sowie für Haustiere können Krokusse zur Gefahr werden. Hunde graben mitunter die Knollen aus, Katzen knabbern gelegentlich an Blättern. Auch Nager können betroffen sein, wenn sie größere Mengen aufnehmen. Bei gesunden Erwachsenen kommt es praktisch nur nach dem Verzehr größerer Mengen zu Beschwerden. Der bittere Geschmack der Knollen macht es aber so gut wie unmöglich, größere Mengen zu essen.
Sollte es doch zu einem Verzehr kommen, rät die Giftzentrale Bonn bei einem Frühjahrs-Krokus, viel Wasser zu trinken. Beim Konsum des Safran-Krokus wird geraten, eine Klinik aufzusuchen.
Bei Verdacht auf eine Vergiftung bitte schnell handeln
Sollte sich der Verdacht einer Vergiftung auftun, rät die Giftzentrale: „Nach Einnahme von Frühjahrs-Krokus keine Therapie erforderlich, gegebenenfalls reichlich Flüssigkeitszufuhr (Wasser). Bei der sehr seltenen Intoxikation durch den Safran-Krokus Aufsuchen einer Klinik zur Giftentfernung, Kohlegabe und symptomatischen Behandlung.“
Auch wenn Vergiftungen als unwahrscheinlich gelten, sollte man jedoch gerade bei Kindern oder Haustieren wachsam sein und ein Auge auf sie haben, wenn im Garten Krokusse wachsen.