Immer wieder hört man von Baumpflanzaktionen. Damit wird unter anderem das Ziel verfolgt, das Klima zu verbessern. Das hört sich in der Theorie vielleicht gut an, in der Praxis wachsen Bäume jedoch sehr langsam. Erst ausgewachsene Bäume sind in der Lage, große Mengen CO2 zu binden. Eine Ausnahme ist der Paulownia-Baum, auch Kiribaum genannt. Er wächst besonders schnell und wird deswegen als Klimabaum gefeiert. Gleichzeitig weisen Naturschützer darauf hin, dass es sich um einen Neophyten handelt. In der Schweiz ist der Chinesische Blauglockenbaum deswegen bereits verboten.
Kleiner Beitrag zum Klimschutz: Paulownia-Baum wächst so schnell wie kein anderer Baum in Europa
Der landwirtschaftliche Betrieb von Stefan Bonsels in Nordrhein-Westfalen setzt bereits auf den schnell wachsenden Baum. Das Land und die NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen unterstützen den Gedanken der Plantage. Das Ziel sei „eine neue Einkommensquelle zu erschließen und gleichzeitig zum Klimaschutz beizutragen“, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Plantagen versprechen eine besonders ertragreiche Holzproduktion Foto: Getty Images / Zummolo
Paulownia, auch Kiri- oder Blauglockenbaum genannt, ist für sein schnelles Wachstum bekannt. „Unsere Bäume haben einen Zuwachs von einem Meter pro Woche erzielt – man kann ihnen wortwörtlich beim Wachsen zusehen“, so Hanna Bonsels, die Projektleiterin der Plantage. Mit dieser Rekordgeschwindigkeit kann kein anderer Baum in Europa mithalten. Durch das schnelle Wachstum bindet der Blauglockenbaum vergleichsweise viel Kohlendioxid im Jahr.
Neben den Vorteilen für das Klima birgt der Kiribaum auch einen wirtschaftlichen Vorteil. Das hochwertige Holz des Baums ist leicht, robust und leicht zu verarbeiten. Es eignet sich damit zum Bau von Möbeln, Türen und Fenstern sowie als Dämmmaterial. Durch die vielseitige Nutzung erkennt die Ministerin einen hohen Wirtschaftswert in dem Paulownia-Holz.
So seien Paulownia-Plantagen eine Form innovativer Landwirtschaft. Dabei lobte Gorißen den Landwirt und beschreibt ihn als „ein gutes Beispiel“ für Engagement und Ideenreichtum. Bonsels pflanzte die rund 4000 Bäume bereits vor zwei Jahren. Doch noch immer habe der Anbau der Kiribäume Pioniercharakter.
Ganz unproblematisch ist der Anbau des schnell wachsenden Baums jedoch nicht. Der Kiribaum bedarf viel Pflege und entsprechendes Wissen. Hinzu kommt, dass Paulownia ursprünglich aus Asien stammt. Es handelt sich somit nicht um eine heimische Baumart, sondern um einen Neophyten.
Neben dem schnellen Wachstum ist der Blauglockenbaum für private Gärten insbesondere wegen der Blüten attraktiv Foto: Getty Images / Elisabeth Schittenhelm
Deswegen ist er auch auf der Grauen Liste des Bundesamts für Naturschutz zu finden. Auf dieser werden invasive Arten vermerkt, die potenziell eine Bedrohung für das hiesige Ökosystem darstellen könnten. Solange diese nicht belegt ist, stehen Tiere und Pflanzen sozusagen unter Beobachtung. In anderen Ländern wie der Schweiz ist der Baum bereits verboten.
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