11. September 2025, 4:13 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Bei jedem Kauf einer neuen Pflanze macht das Herz einen kleinen Sprung. Wieder hat man sich selbst etwas Gutes getan. Selbstverständlich möchte man auch lange etwas davon haben. Die richtige Erde und der passende Topf sind dabei essenziell, aber nicht immer beim Kauf direkt vorhanden. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, ob man Pflanzen nach dem Kauf direkt umtopfen sollte.
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Manchmal, aber nicht immer sollte man neue Pflanzen umtopfen
Wenn man sich neue Pflanzen gekauft hat, stellt man sich die Frage, ob man sie erst einmal umtopfen sollte. Die Antwort auf die Frage lautet: jain. Es kommt auf verschiedene Faktoren an.
Die Herkunft ist richtungsweisend
Ob eine Pflanze nach dem Kauf sofort umgetopft werden sollte, hängt stark davon ab, in welchem Zustand der Topf und das Substrat sind. Viele Pflanzen aus Bau- oder Supermärkten befinden sich in sehr kleinen Plastiktöpfen mit einfacher, torfhaltiger Erde, die vor allem für den Transport gedacht ist und kaum Nährstoffe bietet. Hier ist ein Umtopfen in hochwertiges Substrat sinnvoll, damit die Pflanze gesund weiterwachsen kann.
Pflanzen aus Fachgärtnereien sitzen dagegen meist bereits in einem stabileren Topf mit besserer Erde, sodass ein sofortiges Umtopfen nicht unbedingt nötig ist. Wer unsicher ist, sollte einen Blick auf die Wurzeln werfen: Wachsen sie unten aus dem Topf heraus oder füllen den Topf schon stark aus, ist es höchste Zeit für ein neues Gefäß. Andernfalls darf die Pflanze sich erst am neuen Standort eingewöhnen, bevor man sie in frische Erde setzt.
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Zeitpunkt sollte berücksichtigt werden
Für die Praxis ist es sinnvoll, neue Zimmerpflanzen zunächst ein bis zwei Wochen am endgültigen Standort einzugewöhnen und erst danach – falls erforderlich – umzutopfen. Ausnahmen bilden stark durchwurzelte Ballen oder minderwertiges Transportsubstrat, hier sollte man sofort handeln. Verwendet werden sollte ein Topf mit Abzugsloch, der im Durchmesser zwei bis vier Zentimeter größer ist als der bisherige, ergänzt durch eine Drainageschicht aus grobem Material.
Der Wurzelballen wird vorsichtig gelockert, verfilzte oder faulige Wurzeln werden entfernt und die Pflanze auf gleicher Tiefe in geeignetes Substrat gesetzt. Nach dem Auffüllen muss man gründlich gießen und in den ersten zwei Wochen gleichmäßig, aber zurückhaltend wässern. Direkte Mittagssonne und Zugluft sind zu vermeiden, auf Dünger sollte zunächst verzichtet werden, da frische Erde ausreichend Nährstoffe enthält. Dieses Vorgehen reduziert Stress und unterstützt ein gesundes, stabiles Wachstum.
Anzeichen, dass man die Pflanze nach dem Kauf umtopfen sollte
- Wurzeln, die unten aus dem Topf herauswachsen oder die Erde nach oben drücken, zeigen Platzmangel an.
- Ein zu kleiner Topf im Verhältnis zur Pflanze oder mangelnde Standfestigkeit sind weitere Signale.
- Substrat, das sehr schnell austrocknet, dauerhaft nass bleibt oder stark zersetzt wirkt, deutet auf die Notwendigkeit hin, frische Erde zu verwenden.
Tipp: Der optimale Zeitpunkt liegt im Frühling oder Frühsommer, wenn die Pflanzen aktiv wachsen und neue Wurzeln bilden. Blühpflanzen sollte man erst nach der Blüte frische Erde geben, um zusätzliche Belastung zu vermeiden.

