14. Oktober 2026, 16:27 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Manche Pflanzen reagieren empfindlich auf kalkhaltiges Gießwasser, andere stören sich nicht daran. Welche Pflanzen man lieber mit Regenwasser gießen sollte, wann Leitungswasser unproblematisch ist und was enthärtetes Wasser bringt, erklärt myHOMEBOOK.
Der Gießkanne ist es egal, ob sie mit Regenwasser, normalem Leitungswasser oder mit enthärtetem Wasser befüllt wird. Pflanzen sind beim Gießwasser wählerischer, für sie sind es drei unterschiedliche Getränke. Wer Pflanzen mit Regenwasser gießt, macht bei den meisten Arten wenig falsch.
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Warum sich Regenwasser als Gießwasser so gut eignet
Regenwasser ist weich und enthält nur wenige gelöste Mineralstoffe. Für die meisten Pflanzen ist es deshalb die verträglichste Wahl. Am stärksten profitieren Pflanzen, die empfindlich auf Kalk reagieren, etwa Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren und Kamelien. Auch viele Zimmerpflanzen, zum Beispiel Orchideen und Farne, bevorzugen Regenwasser.
Leitungswasser dagegen kann hart sein. Es enthält nämlich je nach Region unterschiedlich viel Calcium und Magnesium. Und diese Mineralstoffe bestimmen die Wasserhärte.
Härtegrad des Wassers kurz erklärt: Die Härte wird in Grad deutscher Härte (°dH) angegeben. Wasser mit weniger als 8,4 °dH gilt als weich, zwischen 8,4 und 14 °dH als mittel und darüber als hart.
Für kalkempfindliche Pflanzen kann hartes Gießwasser auf Dauer zum Problem werden: Kalk reichert sich im Boden an und erhöht den pH-Wert. Dadurch können die Pflanzen manche Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen. Bei Heidelbeeren betrifft das beispielsweise das Eisen. Fehlt es, bilden die Sträucher weniger Blattgrün: Die jungen Blätter werden gelblich, während die Blattadern zunächst grün bleiben. Die Photosynthese leidet, und im schlimmsten Fall gehen die Pflanzen ein. Bei blauen Hortensien zeigt sich ein steigender pH-Wert an der Blütenfarbe: Sie können dann kein Aluminium mehr aufnehmen, und die Blüten färben sich rosa.
Hinzu kommt der ökologische Aspekt. Wer Regen als Gießwasser nutzt, schont die Grundwasserreserven und spart Energie für die aufwendige Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser.
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Pflanzen, die kein Leitungswasser vertragen
Ist destilliertes Wasser eine Alternative zum Pflanzengießen?
Wann Leitungswasser reicht
Wenn wochenlang kein nennenswerter Regen fällt, wird das Wasser aus der Regentonne irgendwann knapp. Dann ist Leitungswasser eine gute Option, denn eine durstige Pflanze hat von perfektem Regenwasser wenig, wenn sie vergeblich darauf wartet.
Viele Gartenpflanzen vertragen Leitungswasser ohnehin problemlos. Es kommt vor allem darauf an, wie hart das Wasser vor Ort ist und ob die jeweilige Pflanze empfindlich auf Kalk reagiert. Aber selbst kalkempfindliche Pflanzen nehmen eine einzelne Kanne Leitungswasser nicht übel, zum Problem wird erst der regelmäßige Gebrauch. Der Oleander mag Kalk sogar und sollte deshalb am besten mit kalkhaltigem Leitungswasser gegossen werden.
Warum enthärtetes Wasser problematisch ist
Eine Enthärtungsanlage klingt zunächst nach der perfekten Lösung für hartes Wasser. Der Kalk verschwindet schließlich. Für Pflanzen kann enthärtetes Wasser trotzdem ungünstig sein.
Bei klassischen Enthärtungsanlagen werden Calcium und Magnesium gegen Natrium ausgetauscht. Das Wasser ist danach zwar kalkarm, enthält aber mehr Natrium. Damit können Pflanzen deutlich weniger anfangen als mit etwas Calcium: Natrium braucht keine Pflanze, und in höheren Mengen kann es empfindlichen Pflanzen die Wasseraufnahme erschweren. Enthärtetes Wasser ist deshalb kein Ersatz für Regenwasser.
Wer eine solche Anlage besitzt, sollte prüfen, ob auch der Außenwasserhahn daran angeschlossen ist, denn dann gießt man womöglich ungewollt mit enthärtetem Wasser.
So finden Sie heraus, wie hart Ihr Leitungswasser ist
„Den Härtegrad Ihres Leitungswassers nennt Ihr Wasserversorger auf seiner Website, häufig steht er auch auf der Jahresabrechnung. Er wird in °dH angegeben.“