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Nachhaltig Bauen

6 ökologische Dämmstoffe im Vergleich

Person, die Dämmwolle aus Hanffasern zuschneidet
Moderne ökologische Dämmstoffe haben nicht nur eine deutlich bessere Ökobilanz als herkömmliche Dämmmaterialien, sie wirken sich außerdem auch positiv auf die Gesundheit ausFoto: iStock/OlgaIonina

Wer heutzutage ein Haus bauen, modernisieren oder sanieren möchte, ist immer häufiger an nachhaltigen Baustoffen interessiert. Insbesondere bei Dämmungen wurde lange Zeit mit eher bedenklichen Materialien gearbeitet. Mittlerweile weiß man es besser und will das künftige Zuhause auf natürliche Weise isolieren. Wie wäre es mit einem dieser ökologischen Dämmstoffe?

Seitdem das Thema Nachhaltigkeit in aller Munde ist, ist die Nachfrage nach natürlichen Alternativprodukten auf sämtlichen Ebenen groß. Auch beim Thema Bauen, insbesondere im Bereich der Dämmungen sind bei angehenden Hausbesitzern ökologische Dämmstoffe mittlerweile hoch im Kurs. Welche es gibt und was diese leisten, lesen Sie hier.

Warum ökologische Dämmstoffe?

In den vergangenen Jahrzehnten wurde beim Hausbau vollkommen selbstverständlich auf – aus heutiger Sicht – äußerst bedenkliche Dämmmaterialien zurückgegriffen. Statt dem erdölbasierten Polystyrol in Form von Styropor-Platten oder auch Mineralwolle sind es heute immer öfter ökologische Dämmstoffe, die eine echte Alternative darstellen.

Kork, Zellulose und Co. können nicht nur eine deutlich bessere Ökobilanz vorweisen, sie sind auch für die eigene Gesundheit weniger bedenklich. Oftmals fallen ihre Herstellungsprozesse energiearm, ihre Transportwege kurz und ihre CO2-Emissionen entsprechend gering aus. Einzig der Preis der ökologischen Dämmstoffe ist häufig noch ein Problem. Doch auch hier ist bereits ein Wandel eingeleitet. Weil die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten immer mehr steigt, Alternativprodukte aus Naturmaterialien fortlaufend weiterentwickelt und logistische Prozesse verbessert werden, wird sich das künftig auch auf die Preise ökologischer Dämmstoffe auswirken. Schon jetzt bietet der Markt verschiedene Materialien von günstig über mittel- bis hochpreisig an.

1. Zellulose

Ein gängiges Material unter den ökologischen Dämmstoffen ist Zellulose. Meist wird diese Art der Dämmung aus Altpapier gewonnen und zu Matten verarbeitet. Für verbesserte Brandschutzwerte ist die Hinzugabe von Borsalz notwendig. Alternativ lässt sich eine Zellulose-Dämmung auch aus dem schnell nachwachsenden Wiesengras gewinnen und wird dann mittels spezieller Geräte in die vorgesehenen Hohlräume eingeblasen.

In der Regel kommt die Dämmung mit Zellulose bei Dächern, Wänden sowie Böden zum Einsatz. Dadurch ergeben sich verbesserte Werte bezüglich der Wärmeisolierung, Akustik, Feuchtigkeitsregulierung und dem Raumklima. Dennoch darf Zellulose keinesfalls nass werden und auch Druck hält diese Dämmung nur bedingt stand. Dafür ist der ökologische Dämmstoff günstig im Preis, ausgesprochen flexibel und energiearm in der Herstellung.

2. Kork

Kork stammt aus der geschroteten Rinde der Korkeiche und zwar überwiegend aus den Wäldern Portugals. Entsprechend sind die Transportwege nicht unbedingt die Kürzesten. Dennoch gilt dieser Dämmstoff als ausgesprochen ökologisch, da es in der Verarbeitung keinerlei weitere Zusätze braucht.

Korkrolle
Zwar liegt Kork höher im Preis, ist dafür wiederum vielseitiger einsetzbar als die meisten anderen ökologischen DämmstoffeFoto: iStock/andreygonchar

Zerkleinert zu Granulat kommt die Naturfaser anschließend als Schüttgut oder als Dämmplatte zum Einsatz. Entsprechend lassen sich sowohl Hohlräume als auch Decken, Außenwände und sogar Böden isolieren. Denn als Dämmstoff ist diese Faser äußerst druckbeständig und lässt sich so auch problemlos unter Estrich verlegen.

Außerdem erreicht das Material die Baustoffklasse B1 oder auch B2 und gilt damit als schwer oder normal entflammbar. Mit Kork als Dämmung wird für eine optimale Wärmedämmung, eine gute Feuchtigkeitsregulierung sowie für einen hervorragenden Schallschutz gesorgt. Lediglich im Preis kann Kork nicht mit anderen ökologischen Dämmstoffen mithalten, denn diese Art der Dämmung gilt als vergleichsweise teuer.

3. Hanf

Hanf ist in den letzten Jahren als Baustoff immer populärer geworden. Zur Nutzung als Dämmmaterial braucht es die Stängel der Pflanze, aus denen wiederum Matten, Platten oder Rollware entstehen. Zusätzlich gibt es den Dämmstoff auch als loses Material, auch bekannt als Stopfhanf, zum Abdichten von Hohlräumen.

Hanffasern
Hanffasern sind ausgesprochen robust gegenüber äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, Schädlingen und auch SchimmelFoto: iStock/OlgaIonina

Häufig wird das ökologische Dämmmaterial als Auffach-, Innen- oder Zwischensparrendämmung genutzt. Damit bei der Verwendung von Hanffasern als Dämmung auch der Brandschutz gewährleistet ist, bedarf es jedoch einiger Zusätze. Dafür eignet sich das Material gut in Sachen Wärmedämmung und Schallschutz. Auch Feuchtigkeit und Fäulnis können dem Dämmstoff so schnell nichts anhaben, was auf den Kieselsäuregehalt innerhalb der Pflanzenfaser zurückzuführen ist. Überhaupt gilt Hanf als äußerst robust, weshalb die Pflanze keinerlei Schutz vor Schädlingen benötigt. Noch dazu gilt Hanf als schnell nachwachsend, energiearm in der Herstellung und ist in der mittleren Preiskategorie einzuordnen.

4. Stroh

Bei Stroh heißt es immer häufiger „Baustoff statt Ballen“, denn die getrockneten Getreidehalme eignen sich ideal als ökologischer Dämmstoff. Meist kommt das Naturmaterial in Form von Platten oder als Einblasdämmung bei Dächern, Außenwänden und Böden zum Einsatz. Mithilfe einer Holzkonstruktion lassen sich sogar ganze Häuser aus Stroh bauen.

Das einfache, aber nicht minder besondere Material zeichnet sich primär dank seiner guten Wärme- sowie Schallschutzwerte aus. Auch sorgt Stroh für ein angenehmes Raumklima und kann Feuchtigkeit zwar regulieren, ist aber vor zu viel Nässe nicht resistent. Als landwirtschaftliches Abfallprodukt ist Stroh optimal verfügbar, energiearm in der Herstellung und ausgesprochen günstig im Preis.

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5. Holzfaser

Die Vielseitigkeit von Holz kommt einmal mehr als ökologischer Dämmstoff zum Vorschein. Denn auch die Fasern des Rohstoffs, die aus den Abfällen von Sägewerken bestehen, lassen sich weiterverarbeiten. Der Herstellungsprozess ist vergleichsweise hoch im Energieverbrauch, da die Fasern zunächst erhitzt und dann zu Platten oder Matten gepresst werden.

Block aus Holzfasern
Holz ist als Baustoff unglaublich vielseitig einsetzbar. Auch die feinen Fasern des beliebten Rohstoffs können als Dämmung verwendet werden.Foto: iStock/rdonar

Holzfaserplatten kommen häufig als Außendämmung bei Dächern und Fassaden sowie im Innenraum bei Decken und Wänden zum Einsatz. Neben ihrer feuchtigkeitsregulierenden Wirkung und der Begünstigung des Raumklimas trägt eine Dämmung aus Holzfasern außerdem auch effektiv zu verbesserten Wärme- und Schallschutzwerten im Raum bei. Der beliebte Rohstoff fällt unter die Baustoffklasse B2 und gilt damit als normal entflammbar. Eine Dämmung mit Holzfasern liegt etwa im mittleren bis höheren Preisniveau, muss allerdings wegen seiner guten regionalen Verfügbarkeit oft nur kurze Transportwege zurücklegen.

6. Seegras

Seit Jahren schon ist Seegras ein beliebtes Naturmaterial bei der Innenraumgestaltung, und zwar in Form von Deko-Körben. Mittlerweile macht es sich auch immer mehr einen Namen als ökologischer Dämmstoff. Sobald Seegras vom Meer ans Land gespült wurde, wird es anschließend eingesammelt und dann getrocknet. Unbehandelt kann es direkt zerfasert und in einem energiearmen Herstellungsprozess zu Dämmmaterial verarbeitet werden.

Seegras am Strand
Sobald Seegras vom Meer ans Land gespült wurde, kann es eingesammelt, getrocknet und zu Dämmmaterial verarbeitet werdenFoto: iStock/Andyworks

Als Stopfwolle, Schüttung oder lose Dämmung eignet es sich für den Innen- wie auch den Außenbereich. Häufig kommt Seegras aufgrund seiner guten Wärme- und Schallschutzwirkung beim Dämmen von Dächern, Geschossdecken und Fassaden zum Einsatz. Jedoch ist das Naturmaterial nicht sonderlich resistent gegenüber starker Belastung, dafür aber gegenüber Schimmel und anderen Schädlingen. Frei von jeglichen Zusätzen fällt Seegras unter die Baustoffklasse B2 und ist damit als normal entflammbar klassifiziert. Außerdem kann es Feuchtigkeit gut regulieren, wodurch ein angenehmes Raumklima möglich ist. Seegras als ökologischer Dämmstoff ist durchaus erschwinglich im Preis.

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