Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Bodenbeläge im Check

Parkett, Laminat, Linoleum – was ist der Unterschied?

Was ist der Unterschied zwischen Parkett, Laminat und Linoleum?
Parkett, Laminat und Linoleum gehören zu den beliebtesten BodenbelägenFoto: Getty Images

In der Regel schweben wir nicht übers Parkett – wir laufen. Und fühlen so im wahrsten Sinne des Wortes jeden Tag den Boden unter den Füßen. Wer sich für einen neuen Bodenbelag entscheidet, sollte deswegen neben dem Aussehen der Oberfläche auch auf die Haptik achten. myHOMEBOOK stellt drei beliebte Bodenbeläge vor.

Linoleum, Laminat und Parkett sind drei beliebte Bodenbeläge, die sich in einigen Eigenschaften aber stark unterscheiden. Linoleum gehört zu den weichsten und preisgünstigsten Bodenbelägen. Die Ökobilanz fällt besonders gut aus, denn die Bestandteile sind überwiegend nachwachsend. Laminat ist beliebt, denn es ist preisgünstig, einfach zu verlegen und in vielen verschiedenen Ausführungen zu haben. Parkett stammt aus echtem Holz, wirkt warm und edel, ist allerdings auch kostenintensiv und bedarf ausreichender Pflege.

Welcome back, Linoleum!

Heutzutage gibt es den Bodenbelag in vielen stylischen Mustern und Farben zu kaufen. Da er pflegeleicht ist, muss auch nicht mehr gebohnert werden. Im Gegensatz zu PVC-Belägen ist Linoleum umweltschonend und nachhaltig, denn der Bodenbelag ist ein echtes Naturmaterial. Wie bitte? Ja, richtig gelesen: Linoleum besteht aus Holzmehl, Naturharzen, Kalkstein, Pigmenten, Jute und Leinöl. In der Regel sind diese Inhaltsstoffe biologisch abbaubar. Kein Wunder, dass das gute alte Linoleum seit einiger Zeit ein Comeback feiert.

Wie man Linoleum verlegt

Für große Räume bietet sich Linoleum von der Rolle an. Das Verlegen ist allerdings nicht ganz leicht, denn der Belag muss verklebt und die Fugen zwischen den einzelnen Bahnen verschweißt werden. Das überlassen viele dann doch lieber einem Profi. Darin besteht übrigens auch der größte Unterschied zu Parkett und Laminat.

Eine einfachere Lösung zum Selbstverlegen bietet das sogenannte Klick-Linoleum. Die einzelnen Fliesen werden einfach ineinander „geklickt“. Verkleben brauchen Sie den Belag nicht, ein klarer Vorteil bei Mietwohnungen. Anders als Linoleum von der Rolle ist Klick-Linoleum jedoch härter und braucht daher eine Trittschalldämmung.

Auch interessant: Mit diesem Hausmittel reinigen Sie Ihren Holzboden ohne Chemie

Individuelle Bodengestaltung

Mit Klick-Linoleum können Sie bei der Bodengestaltung Ihrer Kreativität freien Lauf lassen, indem Sie verschiedenfarbige Linoleum-Fliesen beim Auslegen miteinander kombinieren, Muster erzeugen oder einzelne Raumabschnitte neu akzentuieren.

Linoleum ist unverwüstlich

Der Belag hält außerdem einiges aus. Neben der Strapazierfähigkeit ist er zudem pflegeleicht und antistatisch. War Linoleum früher hart, ist es heute eher weich, gelenkschonend und schmeichelt den Füßen. Und bohnern muss man dank einer Schutzschicht auf dem Belag in der Regel auch nicht mehr. Reinigen lässt sich der Boden problemlos mit einem feuchten Lappen und speziellem Linoleum-Reiniger.

Was kostet Linoleum?

Wie es so ist mit Bio: Linoleum ist etwas teurer als ein herkömmlicher PVC-Boden. Der Preis für einen Quadratmeter Rollware liegt zwischen ca. 19 und 50 Euro. Als Fliesen kann Linoleum auch mehr als 50 Euro pro Quadratmeter kosten.

Aber der Vorteil liegt auf der Hand bzw. unter den Füßen: Das Material ist umweltschonend, wärme- und schalldämmend und außerdem widerstandsfähig.

Laminat – besonders beliebter Bodenbelag

Billiger als echtes Parkett: Laminat
Laminat sieht aus wie hochpreisiges Parkett, ist aber viel günstigerFoto: Getty Images

Ein Unterschied zwischen Linoleum und Laminat: Letzteres ist härter. Ähnlich wie Klick-Linoleum wird auch Laminat in Platten zum ineinander Klicken verkauft. Das Trägermaterial besteht aus einer Pressspan-Platte und einer Dekorschicht aus bedrucktem Papier. Abschließend wird eine Schutzschicht aus Melanin-Harz aufgetragen.

Früher wurde Laminat in der Regel in einer schlichten Holz-Optik verlegt, was meist etwas künstlich wirkte. Um die natürliche Struktur und Maserung von Holz nachzubilden, haben aufwendiger gestaltete Modelle heutzutage Rillen oder Einsprengsel in der Oberfläche eingearbeitet. Edler Effekt: Der Laminat-Boden ähnelt einem teureren Parkett.

Zudem gibt es mittlerweile eine große Auswahl in allen erdenklichen Farben und Mustern im Handel zu kaufen. Da der Look durch eine Papierschicht entsteht, kann theoretisch alles, was gedruckt werden kann, als Vorlage dienen. Ein individuelles Design hat allerdings auch seinen Preis.

Preis richtet sich nach Stärkegrad

Der Preis pro Quadratmeter richtet sich nach der Stärke des Laminat-Materials. Dünne Paneele (ab sechs Millimeter) gibt es schon vergleichsweise günstig im Handel zu kaufen. Sie haben in der Regel eine schlichte Optik und sind nicht so robust. Mit zunehmendem Stärkegrad des Materials (bis zu zwölf Millimeter) steigt auch die Widerstandskraft – und dementsprechend der Preis. 

Beliebter und pflegeleichter Bodenbelag

Laminat ist stabil, strapazierfähig und Abrieb-resistent, Stuhlrollen beispielsweise machen dem Belag nichts aus.

Wie reinigt man Laminat?

Der Belag ist zwar pflegeleicht und robust, jedoch auch empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, denn die Trägerschicht besteht aus gepresstem Holz wie zum Beispiel MDF (mitteldichte Holzfaserplatte) oder HDF (hochdichte Faserplatte). Um ein Aufweichen der Platten zu vermeiden, sollten Sie den Boden nicht zu nass wischen und stehendes Wasser verhindern.

Kann Laminat im Bad verlegt werden?

Bedingt. Bei feuchten Räumen wie zum Beispiel dem Badezimmer sollten Sie nur einen speziellen Laminat-Boden verlegen. Bei diesem Feuchtraum-Laminat sind Trägermaterial und Versiegelungsschicht imprägniert und somit nicht so anfällig für Feuchtigkeit. Allerdings müssen Sie auch hier Wasserpfützen vermeiden.

Im Handel sind zudem Laminat-Böden mit Kunststoff als Trägermaterial erhältlich, der sogenannte „Aqua Floor“. Da dieses Material durch Feuchtigkeit nicht aufweicht, ist es am besten fürs Bad geeignet.

Was bedeuten die unterschiedlichen Nutzungsklassen?

Die Versiegelung des Laminats bestimmt die Abriebfestigkeit. Da mit einer aufwendigeren Versiegelung auch die Kosten steigen, sollten Sie bereits beim Planen darauf achten, wie weit der Raum beansprucht wird.

Orientieren können Sie sich an den drei Nutzungsklassen für den Wohnbereich:

  • NK21: mäßige Beanspruchung (zum Beispiel Schlaf- oder Gästezimmer)
  • NK22: normale Beanspruchung (zum Beispiel Wohnzimmer)
  • NK 23: starke Beanspruchung (zum Beispiel Küche oder Flur)
Schallschutz durch Trittschalldämmung
Zu laute Schritte nerven Nachbarn: Mit einer Trittschalldämmung unter dem Laminat bewahren Sie den HausfriedenFoto: Getty Images

Die Laminat-Platten lassen sich leicht auf fast jedem Untergrund verlegen, werden dabei ineinandergesteckt. Achtung:

Parkett – edel und teuer

Parkett lässt sich mehrfach mehrfach schleifen und versiegeln
Langlebiges Material: Parkett kann mehrfach geschliffen und versiegelt werdenFoto: Getty Images

Der gravierendste Unterschied zwischen Linoleum, Laminat und Parkett: Parkett besteht aus Echt-Holz und ist somit hochwertiger – und damit auch teurer.

Drei-Schicht-Aufbau

Handelsübliches Fertigparkett besteht generell aus drei Schichten:

1. Nutzschicht

Die Nutzschicht besteht aus der ausgewählten Holzart, die versiegelt wird. Achtung: Hier wird bei der Dicke der Schicht gerne gespart! Ist die Schicht beispielsweise nur zwei Millimeter dünn, können Sie diese nur einmal abschleifen. Bei fünf Millimetern und mehr ist dreimaliges Abschleifen in der Regel kein Problem.

2. Mittellage

Die Mittellage dient der Belastbarkeit und beugt außerdem dem Schwundverhalten des Parketts vor. Bei günstigem Parkett besteht die Mittellage aus HDF, das sind verdichtete Hochfaserplatten, deren Lösungsmittel ausdünsten können. Bei einer höheren Qualität besteht die Mittellage aus Vollholz.

3. Gegenzug

Die untere Lage wird auch Gegenzug genannt. Sie stabilisiert das Parkett. Hier wird oft preisgünstiges, weiches Fichtenholz verwendet. 

Auch interessant: In 6 Schritten Schäden im Parkettboden selbst ausbessern

Spezielle Schutzschicht von Parkett

Holz ist ein empfindliches Material, nimmt schnell Schmutz auf und mag keine Feuchtigkeit. Eine Parkett-Oberfläche muss daher ausreichend geschützt werden. Je nach Geschmack können Sie diese mit Öl, Wachs oder Lack beschichten.

Vorteil bei Öl und Wachs

Öl und Wachs verschließt die Holzporen nicht, das Holz bleibt daher atmungsaktiv und der Boden wirkt natürlicher. Wegen der offenen Poren muss der Boden jedoch auch öfter gepflegt werden. Kleinere Kratzer und Beschädigungen lassen sich leicht reparieren, daher ist das Imprägnieren mit Öl und Wachs gut für stark beanspruchte Räume geeignet.

Vorteil bei Lack

Lack versiegelt das Parkett-Holz vollständig und schützt es so vor Schmutz und Feuchtigkeit. Zu viel Wasser mag Parkett allerdings nicht, dann drohen Wasserränder oder Stockflecken. Zwar ist der lackierte Boden strapazierfähig, Kratzer oder Löcher im Lack können jedoch nicht ohne Weiteres ausgebessert werden. Der Belag muss dann unter Umständen abgeschliffen und neu lackiert werden.

Parkett schleifen ist nur was für ganz Starke
Das ist was für die ganz Starken: Parkett schleifen ist laut, staubig, mühevollFoto: Picture Aliance

Achtung: Wenn Sie Ihren Parkettboden einmal mit Öl oder Wachs imprägniert haben, können Sie ihn nicht mehr lackieren.

Je härter, desto widerstandsfähiger

Kein Unterschied, sondern eine Gemeinsamkeit von Laminat, Linoleum und Parkett: Auch für Letzteres gibt es eine große Palette an Holzarten, aus denen man wählen kann. Neben der Optik und der Feuchtigkeitsaufnahme zählt auch die Härte der Holzart als Qualitätsmerkmal. Sie wird durch den Brinell-Wert angegeben. Je härter das Holz, desto mehr hält es aus.

Laubhölzer sind prinzipiell härter als Nadelhölzer. So hat Fichte gemessen in Faserrichtung einen Brinell-Wert von 32, Kiefer 40 und Eiche 66. Für oft genutzte Räume bietet sich ein widerstandsfähiger Parkettboden aus Buche oder Eiche an, im Schlafzimmer oder weniger frequentierten Räumen eignen sich hingegen Kiefer, Fichte oder Kirschbaum.

Themen