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Nach der Becken-Verwirrung

Das sagt ein Innenarchitekt zu Kanye Wests und Kim Kardashians irrem Waschbecken

Kim Kardashian in ihrem Bad
Hier posiert Kim neben ihrem einmaligen WaschbeckenFoto: Screenshot Instagram @kimkardashian

Waschbecken oder nicht, das war hier die Frage. Während das halbe Netz über Kim Kardashians Marmor-Waschbecken gespottet hatte, fragte myHOMEBOOK bei einem Experten nach. Funktioniert dieses Waschbecken überhaupt?

Wenn Influencerin Kim Kardashian und ihr Ehemann, Rapper Kanye West, die heiligen Pforten zu ihrem Millionen-Anwesen in L.A. öffnen, dann ist das schon etwas Besonderes. Aufregung vorprogrammiert. Tatsächlich hat es diesmal vor allem ein Detail der Netzgemeinde angetan: das Badezimmer des Ehepaares. Genauer gesagt das Waschbecken.

Es ist ein exquisiter Waschtisch aus Marmor, auf den ersten Blick vollkommen eben und minimalistisch bis zum Gehtnichtmehr. So minimalistisch, dass sich manch einer fragte: Ist das nur Dekoration, oder erfüllt das Waschbecken tatsächlich seinen Zweck? myHOMEBOOK wollte es genauer wissen und haben deswegen bei einem Experten nachgefragt.

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Stephan Fiebig arbeitet als Architekt mit im Team des Berliner Interior-Büros CARLO der Innenarchitektin Charlotte Wiessner.

Erfüllt das Waschbecken wirklich seinen Zweck?

Ja, sehr wahrscheinlich. „Der Waschtisch wird sicher funktionieren, wenn auch nur bedingt", so Fiebig. Die Becken seien sehr zart in einer konvexen Kurve zum Ablaufschlitz hin gebogen. Das Einrichtungsteam von Kim Kardashian hat sich hier wohl eines Tricks bedient.

Unter der oberen, dekorativen, wasserführenden Oberfläche, an der der Wasserhahn direkt angebracht ist, wird sich wahrscheinlich noch ein weiteres Becken befinden. Unter diesem befindet sich die eigentliche Ablauf-Überlauf-Garnitur mit Siphon – also ein normales Waschbecken unter einer Abdeckung.

Das bringt aber Probleme mit sich, wie der Experte weiter erklärt:

„Der Waschtisch lässt allerdings nicht zu, den Ablauf zu verschließen und Wasser einzulassen – besonders viel würde ohnehin nicht hineinpassen. Sollte einmal der obere Ablaufschlitz verstopft sein – durch ein Handtuch, was mit kleinen Kindern nicht allzu unwahrscheinlich ist – wird es mit ziemlicher Sicherheit eine kleine Katastrophe geben."

Stephan Fiebig, Innenarchitekt

Ist also nicht wirklich praktisch. Zum Zähneputzen und Gesichtwaschen wird der Waschtisch allerdings sicher seine Aufgabe erfüllen, betont Fiebig.

„Dekorativ ist er allemal!“

Der Waschtisch, genauso wie der Rest des Badezimmers, passe natürlich gut in das Interior-Design-Konzept der prominenten Familie. Fiebig geht sogar so weit, dass die Gesamtwirkung etwas Galeriehaftes hat: „Große, zurückhaltend gestaltete Räume, viel Luft für die Objekte und Möbel, die darin stehen und wie Ausstellungsstücke wirken.“ Kim selbst beschreibt den Stil ihres Anwesens als „Minimal Monastery“, also zu Deutsch ein minimalistisches Kloster. Hierfür hat der Experte eine eigene Interpretation:

„Der Begriff spielt, denke ich, auf die sakrale Wirkung an, die durch die Größe, die Farbigkeit und Materialität entsteht. Auch der Gewölbegang in der Villa lässt solche Assoziationen zu. Insgesamt ist der sinnliche Eindruck der Architektur an sich ein karger, fast schon asketischer und passt so zum klösterlichen Leben: Wand, Decken und Bodenflächen sind hell gehalten – aber nicht weiß – und wirken so wie durch eine weiße Lasurschicht vereinheitlicht, ohne dabei leblos zu wirken.“

Stephan Fiebig, Innenarchitekt

Zudem seien Wohntextilien sparsam eingesetzt. Wenn sich so etwas wie Vorhänge oder Kissen finden lassen, dann ganz klassisch, fast schon symbolhaft. Laut Fiebig betonen die beiden damit die Klosteratmosphäre: „Dies wird kontrastiert durch die teils markanten Einrichtungsgegenstände, die die Klosteratmosphäre eben in etwas Galeriehaftes umdeuten."

Wer steckt dahinter?

Laut Fiebig ist das sicherlich vor dem Hintergrund des Schaffens von Axel Vervoordt zu betrachten, der neben dem Interior-Design für die Kardashian-Wests auch eine Galerie und einen Vintage-Möbel-Showroom betreibt. „Nicht zuletzt die Bewohner selbst wirken darin wie Ausstellungsgegenstände und stehen durch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit und ihren Lebensstil im krassen Kontrast zu der Klosteridee", findet der Experte. So bildet das Luxusanwesen der Familie einen Gegenpol zum glamourösen Lebensstil von Kim und Kanye. „Ein Refugium, einen Ort der Ruhe", wie Fiebig es ausdrückt.