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Beruhigende Motive

Wie Fototapeten Räume in Sehnsuchtsorte verwandeln

Fototapete
Fototapeten erleben ein Comeback (Symbolbild) Foto: Getty Images
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Carolin Chytrek
Carolin Chytrek Freie Autorin

21. Februar 2026, 5:47 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Nachdem sich viele Wohntrends in den vergangenen Jahren eher ruhig und minimalistisch zeigten, darf es jetzt endlich lauter zugehen. Menschen sehnen sich nach Atmosphäre in den eigenen vier Wänden, 2026 geht dieser Wunsch in Erfüllung. Fototapeten liegen wieder total im Trend – weil sie Szenerien erschaffen und uns an ferne Orte katapultieren.

Die Ruhe eines grünen Nadelwaldes, das bunte Treiben einer Großstadt oder die Freiheit der blauen Ozeane – ganz egal, in welche Welt man sich gerne träumt, um zu entspannen: Fototapeten können Sehnsuchtsbilder greifbar machen. Doch nicht jeder Raum verträgt ein solch kraftvolles Gestaltungselement und auch die Montage will richtig geplant sein.

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Warum Fototapeten gerade wieder so gefragt sind

Wer in den 1970er Jahren jemand sein wollte, tapezierte die Wände seiner Wohnung mit übergroßen Fotomotiven. Aus dem Kinderzimmer wurde im Nu ein Fußballstadion, im Wohnzimmer prangerte ein Palmenmeer hinter der Couch. Je realistischer, desto besser. Dann verschwand der Trend plötzlich.

Jetzt finden Fototapeten langsam ihren Weg zurück ins Interior-Design. Vielleicht, weil sie ein Ausdruck individueller Wohnästhetik sind? Große Motive erfordern Mut und setzen Statements – in den vergangenen Jahren wäre das zu viel des Guten gewesen. Im Jahr 2026 dürfen schlichte, sterile und unpersönliche Einrichtungen weichen, dafür geht es wieder mehr in Richtung Expressionismus. Fototapeten schaffen Tiefe und erzählen Geschichten. Darüber hinaus können sie Räume visuell vergrößern. Sie wirken als großes Ganzes, anders als einzelne Bilder oder Galeriewände. Dadurch werden sie zu Hauptakteuren, aber vollkommen unkompliziert und einfach.

Worauf man achten muss

Weil Fototapeten der Hingucker schlechthin sind und Räume im Handumdrehen komplett verändern können, gibt es ein paar wichtige Regeln zu beachten. Wie immer gilt: Damit kleine Räume optisch größer wirken und nicht völlig erdrücken, sollten helle Farben und unaufgeregte Motive gewählt werden. Eine nordische Düne oder ein helles Wolkenmuster beispielsweise kann beruhigen und den Raum öffnen. Wer experimentieren möchte, sollte dafür eher große Wände wählen. Dunklere oder ausdrucksstarke Bilder können hier wahre Wunder wirken und für die Extraportion Gemütlichkeit sorgen. Wer Motive mit Tiefe oder weit entferntem Horizont wählt, kann den Raum optisch weiten.

Bevor man einfach nach Lust und Laune zuschlägt, bedarf es einer Raumanalyse. Folgende Fragen darf man sich stellen: Wie groß ist er, welche Grundfarben existieren hier, soll die Tapete eher weiten oder wärmen, eher beruhigen oder aktivieren?

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Wie bringt man Fototapeten richtig an?

Wenn etwas fehleranfällig ist, dann sind es Fototapeten. Weil sich das Motiv zumeist über mehrere Bahnen zieht, bedarf es hier exakter Millimeterarbeit. Nur mit hoher Konzentration und Genauigkeit kann verhindert werden, dass ein Versatz das gesamte Bild ruiniert. Deshalb gilt: Niemals von Rand zu Rand arbeiten, sondern immer mit dem wichtigsten Motiv- oder Mittelteil starten, damit der Rest daran ausgerichtet werden kann. Wände sind nie perfekt gerade und Fehler können sich ansonsten durch das gesamte Motiv ziehen. Startet man hingegen mittig, verteilen sich kleine Ungenauigkeiten nach links und rechts.

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Motiv trocken auslegen

Am einfachsten ist es, wenn man alle Bahnen der Fototapete in der korrekten Reihenfolge auf dem Fußboden auslegt. So kann das Motiv überprüft werden, bevor es fest an der Wand angebracht wird. In den meisten Fällen sind die Bahnen nummeriert, was hilfreich ist. Sind die Bahnen länger als die Wandhöhe, sollte der Blickfang (also etwa der Horizont oder ein Gesicht) etwa auf Augenhöhe geplant werden.

Vorbereitung und Anbringung

Wurde das Motiv korrekt auf dem Fußboden ausgelegt, kann es an die Wandpräparation gehen. Dafür wird mit Bleistift eine vertikale Linie von der Decke bis zum Fußboden gezogen, vorgegeben durch ein Lot oder eine Wasserwaage. An dieser Linie wird später die zentrale Motivbahn ausgerichtet.

Sitzt die erste Bahn, können links und rechts die restlichen Bahnen stoß an Stoß ergänzt werden. Dafür werden sie je nach Material mit Kleister eingestrichen oder trocken und sanft auf die bereits vorgekleisterte Wand angedrückt. Die genauen Schritte gibt der Hersteller vor. Bei jeder Art von Tapete gilt: Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Motivübergang, der genau passen sollte. Deshalb sollte die Tapete erst fest angedrückt werden, wenn alle Übergänge haargenau stimmen.

Perfektionierung

Erst wenn das gesamte Motiv an der Wand hängt und alle Übergänge perfekt sind, kann überschüssiges Material der Bahnen gekürzt werden. Überstände werden mit einem Cuttermesser und einem Lineal abgeschnitten.

Welche Motive liegen im Trend?

Natur

Bei Stress sowie an traurigen oder antriebslosen Tagen empfehlen Mediziner seit jeher den Gang in die Natur. Der sanfte Geruch von Moos und die besondere Ruhe in Wäldern lösen Spannungen gekonnt auf und erden. Auch im Interior-Design sorgen Naturmotive für Tiefenentspannung. Die Auswahl reicht von vernebelten Berglandschaften und Tannenwäldern bis zu tropischen Motiven. Die sanften Grau-, Blau- und Grüntöne wirken beruhigend auf den Geist und setzen nicht allzu starke Farbakzente. Deshalb wirken sie unaufgeregt und lassen sich ideal mit hellen und natürlichen Einrichtungen ergänzen. Weil diese Art von Fototapete sehr natürlich wirkt, können sie mit etwas Mut sogar mit Möbelstücken in Signalfarben kombiniert werden – für den besonderen Hingucker.

Floral

Eine Blumenwiese hat einen ganz eigenen Charme: Die bunten Farben, die sanft in der Sonne glitzern, lösen Freude und Lebendigkeit aus – ein Hauch Wärme als Kontrast zu oft tristen Wohngegenden. Es ist kein Wunder, dass florale Muster bei Fototapeten ganz oben auf der Trendskala liegen. Als Farbklecks in eher dezenten und minimalistischen Räumen holen sie Frühlingsgefühle in die eigenen vier Wände. Ganz egal, ob realistisch, abstrakt oder als Aquarellmotiv – Blumenwiesen lassen Räume weich und einladend wirken. Außerdem brechen die organischen Formen der Blüten die Geradlinigkeit von Einrichtungsgegenständen gekonnt auf.

Abstrakt

Räume, die Persönlichkeit ausstrahlen und künstlerisch wirken, sind wieder total modern. Deshalb schaffen es auch abstrakte Fototapeten immer häufiger in den Handel. Die Motive reichen von Wischtechniken mit bunten Farben über Retro-Muster bis hin zu künstlerischen Farbklecksen. Alles, was gefällt, ist erlaubt und kann einem Raum Charakter verleihen. Wichtig ist: Einrichtung und Dekoration sollten eher schlicht gehalten werden, damit sie neben der wilden Tapete nicht zu überladen wirken.

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