4. Dezember 2025, 16:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
2025 stand im Zeichen von warmen Brauntönen, ganz vorne mit dabei „Mocha Mousse“. Doch 2026 hat das Farbinstitut Pantone „Cloud Dancer“ – ein sanftes Off-White – zur Farbe des Jahres gekürt.
Jedes Jahr wird die Wahl zur Farbe des Jahres vom Pantone-Institut von Design-Fans voller Spannung erwartet. Endlich war es soweit und der eingerichtete Countdown hat heruntergezählt. Nachdem die Website sich kurz noch einmal erholen und neu laden musste, steht der Gewinner fest. Es ist die Farbe „Cloud Dancer“.
„Cloud Dancer“ ist Farbe des Jahres 2026
Mit der Wahl von Cloud Dancer (Pantone 11-4201) sendet Pantone ein klares Signal: 2026 steht nicht unter dem Motto von Knallfarben oder dramatischen Statements, sondern unter dem Zeichen von Ruhe, Klarheit und bewusster Zurückhaltung. Cloud Dancer ist ein sanftes, natürliches Off-White. Weder steril-kalt noch cremig-warm, sondern ein sorgfältig austarierter Ton mit ausgewogener Balance zwischen warmen und kühlen Untertönen.
Der Farbton markiert den ersten Weißton, den Pantone jemals zur „Color of the Year“ gekürt hat, und damit eine echte Abkehr von kräftigen, ausdrucksstarken Farben vergangener Jahre.
Der große Vorteil von „Cloud Dancer“ liegt in seiner Vielseitigkeit. Als neutrale, milde Basis lässt er sich mit nahezu allen Farbpaletten kombinieren und kann je nach Kombination doch die Atmosphäre eines Raumes grundlegend verändern.
Warum gerade jetzt „Cloud Dancer“?
Wir leben in einer Zeit der Reizüberflutung – digital, medial, global. Laut dem Pantone Color Institute suchen viele Menschen deshalb nach einem Reset: weniger Lärm, weniger Ablenkung und dafür mehr Klarheit. Cloud Dancer verkörpert diese Sehnsucht. Leatrice Eiseman, Pantone-Geschäftsführerin, erklärt auf der Website, dass Cloud Dancer unsere Konzentration von den Ablenkungen durch äußere Einflüsse befreit.
Die Farbe kann also als eine Art visuelles Äquivalent zu einem leeren Blatt Papier gesehen werden: offen, inspirierend und mit Raum für Neues. Vize-Präsidentin Laurie Pressman führt weiter aus, dass die Farbe eine Umgebung bietet, in der kreative Prozesse angeregt werden und die Vorstellungskraft wachsen kann.
Ein ungewohnter, aber spannender Schritt
„Im ersten Moment war ich überrascht. In den vergangenen Jahren dominierten deutlich farbenfrohere, ausdrucksstarke Töne – Nuancen, die Optimismus, Energie und vielleicht auch etwas Aufbruchstimmung transportiert haben. Ein beinahe neutrales Off-White wirkt dagegen auf den ersten Blick ungewöhnlich zurückhaltend.
Doch je mehr ich mich mit der Begründung auseinandersetze, desto nachvollziehbarer erscheint mir die Entscheidung. Ich bin auf jeden Fall gespannt, welchen Einfluss der Ton auf die Interior-Welt haben wird, und hoffe, dass es nicht zu sehr zurück zu einer sterilen Einrichtung geht, sondern sich damit auseinandergesetzt wird, wie vielfältig man den Ton kombinieren kann.“