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Stilvergleich

Der Unterschied zwischen Art Nouveau und Art Déco

Heute erlebt Art Déco ein starkes Comeback. Viele Möbelhersteller verwenden typische Elemente und integrieren sie in moderne Designs.
Heute erlebt Art Déco ein starkes Comeback. Viele Möbelhersteller verwenden typische Elemente und integrieren sie in moderne Designs. Foto: Getty Images
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18. Januar 2026, 6:13 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Art Déco und Art Nouveau gehören zu den bekanntesten Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts. Obwohl man sie oft in einen Topf schüttet, unterscheiden sie sich deutlich voneinander. Das zeigt sich nicht nur in der Architektur, sondern auch in Möbeln, Farben und Materialien.

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Art Nouveau

Art Nouveau, im Deutschen auch als Jugendstil bezeichnet, setzt auf geschwungene Linien und organische Formen. Der Stil orientiert sich stark an der Natur. Pflanzenmotive, florale Muster und fließende Übergänge sind typisch. Möbel wirken selten streng oder kantig. Stattdessen sind sie weich geformt und oft handwerklich beeinflusst.

Art Nouveau im Interior

Wenn man im Art-Nouveau-Stil seine Wohnung oder sein Haus einrichten möchte, sollte man gezielt Gegenstände aussuchen. Eine komplette Umsetzung ist nicht nötig und wäre auch zu viel des Guten. Oft reicht es, wenn man ein einzelnes Möbelstück verwendet, um dem Raum eine neue Wirkung geben zu können. Gut geeignet sind Sessel mit runden Lehnen, kleine Beistelltische mit geschwungenen Beinen oder Kommoden mit sanften Linien. Auch Leuchten aus Glas oder mit floraler Dekoration passen gut.

Bei den Materialien sind Holz, Glas und Stoffe wichtig. Alles sollte natürlich wirken. Hochglanz oder sehr moderne Oberflächen passen weniger gut. Die Farben sind eher zurückhaltend. Beige, Creme, warme Brauntöne oder gedeckte Grüntöne sind typisch. Starke Kontraste sollte man hingegen vermeiden.

Art Nouveau eignet sich besonders für Menschen, die es ruhig mögen und Wert auf eine wohnliche Atmosphäre legen. Der Stil wirkt warm und einladend, ohne aufdringlich zu sein.

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Art Déco im Interior

Art Déco steht für Klarheit, Struktur und Eleganz. Im Gegensatz zum Art-Nouveau-Stil sind die Formen deutlich geometrischer. Linien sind gerade oder bewusst gestuft. Alles wirkt geordneter und mehr durchdacht.

Heute erlebt Art Déco ein starkes Comeback, Art Nouveau hingegen ist mehr eine Liebhaberei. Viele Möbelhersteller verwenden typische Elemente und integrieren sie in moderne Designs. Besonders beliebt sind Samtsofas, Sessel mit klarer Form, Couchtische mit Metallgestell oder Sideboards mit gerippten Fronten. Auch Spiegel und Leuchten im Art-Déco-Stil sind weitverbreitet.

Bei den Materialien verwendet man Samt, Leder, Metall und Marmor. Messing, Gold oder Chrom hingegen werden oft als Akzente genommen. Die Farben sind oft kräftiger als beim Art Nouveau. Dunkles Blau, Grün, Grau oder Schwarz sind typisch. Auch bei diesem Stil ist es wichtig, dass man nicht übertreibt.

Art Déco wirkt am besten, wenn man ihn abgestimmt einsetzt. Ein oder zwei markante Möbelstücke reichen meist aus. Der restliche Raum sollte eher schlicht gehalten werden, damit die Elemente wirken können. Dieser Stil passt gut zu modernen Wohnungen und klaren Grundrissen, kann jedoch auch in Altbauten gut zur Geltung kommen.

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Art Nouveau und Art Déco in der Architektur

Ursprünglich wurde Art Déco im Zuge der internationalen Ausstellung für moderne und dekorative Kunst in Paris 1925 geboren. Dort wurden neue Wege ausprobiert, französische, dekorative Kunst international zu expandieren. Der Stil entstand in einer Zeit, in der Fortschritt, Technik und Urbanität eine große Rolle spielten. In der Architektur hat man wie in der Einrichtung darauf geachtet, Klarheit, Struktur und Eleganz in den Vordergrund zu stellen.

Im Gegensatz zu Art Nouveau sind die Formen deutlich geometrischer. Linien sind gerade oder bewusst gestuft. Alles wirkt geordnet und durchdacht. Fassaden sind symmetrisch aufgebaut und oft vertikal betont. Stufenformen, geometrische Muster und klare Linien bestimmen das Bild. Die Gebäude wirken monumental, aber kontrolliert. Die bekanntesten Bauwerke sind das Chrysler Building in New York oder auch das Empire State Building.

Beim Art-Nouveau-Stil hingegen sind Fassaden oft reich verziert. Geschwungene Balkone, florale Ornamente und verspielte Details prägen das Erscheinungsbild. Paris ist voll mit verzierten Art-Nouveau-Gebäuden. Es gibt dort etliche Jugendstilfassaden, die sehr dekorativ und floral bis in kleinste Details ausgeschmückt sind. Das Lavirotte-Gebäude in Paris oder der legendäre Eingang zur Metro, von Hector Guimard beispielsweise sind Wahrzeichen in Paris.

Berühmte Gebäude außerhalb Frankreichs sind Gaudís Casa Batlló in Barcelona, Victor Hortas Hôtel Tassel in Brüssel, aber auch in Deutschland findet man Gebäude im Jugendstil wie die Hackeschen Höfe in Berlin und das Müllersche Volksbad.

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Wie man beide Stile kombinert

Art Nouveau und Art Déco lassen sich heute gut kombinieren, wenn man sie bewusst platziert. Wichtig ist, dass man sich nicht zu viel auf einmal vornimmt. Beide Stile funktionieren am besten, wenn man sie als Akzent einsetzt.

Ein modernes Sofa kann man zum Beispiel gut mit einem runden Beistelltisch im Art-Nouveau-Stil kombinieren. Oder man wählt eine schlichte Einrichtung und ergänzt sie mit einer Art-Déco-Leuchte oder einem auffälligen Spiegel. Auch Teppiche mit geometrischem Muster können einen Raum aufwerten, ohne ihn zu sehr zu dominieren.

Bei der Farbwahl sollte man ruhig bleiben. Neutrale Wandfarben bilden eine gute Basis. Darauf lassen sich einzelne Möbel oder Deko-Elemente gut aufbauen. Zu viele kräftige Farben oder Materialien wirken schnell unruhig.

Wenn man sich unsicher ist, beginnt man am besten mit kleinen Elementen. Leuchten, Spiegel oder Beistelltische eignen sich besonders gut. Sie lassen sich leicht austauschen und verändern den Raum trotzdem spürbar.






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