23. Dezember 2025, 17:22 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Schon ein einziges Gestaltungselement kann die Wirkung eines Raumes deutlich verändern. Harmoniert etwa die Wandfarbe nicht mit dem Material der Möbel, kann selbst ein schön eingerichtetes Wohnzimmer schnell billig wirken. myHOMEBOOK-Autorin und Interieur-Designerin Odett Schumann verrät, worauf es beim Einrichten des Wohnzimmers wirklich ankommt und wie ein stilvoller und hochwertiger Eindruck entsteht.
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1. Falsche Farbwahl
Die richtige Farbwahl macht beim Einrichten viel aus. Damit der Look des Wohnzimmers nicht billig wirkt, sollten einige Farben und Farbkombinationen besser vermieden werden. So erhalten etwa grelle Farben wie Pink oder Cyanblau, eine Mischung aus Blau und Grün, in Verbindung mit Gegenständen aus Kunststoff schnell einen minderwertigen Charakter. Auch das Duo aus Rot und Gelb erscheint – gemäß den Preisschildern im Discounter – bei übermäßiger Präsenz im Wohnzimmer schnell billig.
Tipp: Bei Unsicherheit besser zu Naturtönen greifen
Ratsam sind vor allem Naturtöne wie Anthrazit, Oliv oder auch Sandfarben. Ihr warmstichiger Farbton und ihre leicht natürliche Note lassen eine Einrichtung wesentlich hochwertiger und gemütlicher wirken.
2. Überfluss und Unordnung
Ob im Supermarkt oder zuhause, ein gewisser Überfluss an Dingen suggeriert meist einen gewissen Mangel an Qualität. Daher gilt beim Einrichten: Klasse statt Masse. Horten Sie nicht zu viele Gegenstände, die dann notgedrungen in sämtliche Sideboards, Regale und Schränke gestopft werden und mit der Zeit unschön herausquellen. Das sorgt nicht nur für viel Unordnung, sondern primär auch für ein Wohnzimmer, das in seinem Anblick billig wirkt.
Tipp: Im minimalistischen Zuhause können Lieblingsteile mehr glänzen
Bevor einzelne Möbel unter der Last des eigenen Hausstands zusammenbrechen, sollte besser Mut zum Aussortieren bewiesen werden. Ein minimalistisches Zuhause wirkt im Vergleich wesentlich gemütlicher. Lieblingsgegenstände haben hier auch die Chance, gezielt hervorgehoben und wahrgenommen zu werden.
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3. Möbelserien vermeiden
Vor allem in den 1990er-Jahren galt es als schick, jeden Raum mit ganzen Möbelserien auszustatten. Im Wohnzimmer war dies die übermächtige Schrankwand, die neben jeder Menge Schubladen, Türen und offenen Fächern meist auch über eine integrierte Mini-Bar sowie einen großen Ausschnitt für den Fernseher verfügte. Dazu noch die passende Kommode und ein Couchtisch – fertig war der Look! Auch heute noch gibt es solche Serien aus Side-, Lowboard und Regalwand. Schön ist dies allerdings noch immer nicht, vielmehr wirkt ein solches Ensemble unkreativ und standardisiert wie aus dem Katalog. Der Mangel an Individualität lässt eine solche Einrichtung im Wohnzimmer schnell billig wirken.
Tipp: Individualität vor Standardware
Schöner ist es, mit einzelnen Lieblingsstücken und unterschiedlichen Stilen zu spielen. Und die trotz aller Verschiedenheit optisch miteinander harmonieren. Ein günstiges Sofa von einem Kleinanzeigenportal, dazu eine alte Vitrine vom Flohmarkt sowie der Nierentisch von Omas Dachboden – und schon ist ein Look mit Charakter entstanden!
4. Unruhige Wandkunst
Auch falsch gehängte Kunst an der Wand kann dazu führen, dass das Wohnzimmer nicht nur unruhig, sondern vor allem auch billig wirkt. Häufig dient beim Einrichten vor allem die Petersburger Hängung als Vorbild, allerdings sollte diese richtig umgesetzt werden. Zwar mag es so aussehen, dass alle Bilder wahllos und willkürlich an der Wand hängen, doch tatsächlich orientiert sich auch die Petersburger Hängung an einigen Vorgaben. Wer diese jedoch missachtet, bei dem wird sich der Raum schnell chaotisch und ungemütlich anfühlen.
Tipp: Bilder nach Vorgaben an der Wand aufhängen
Ganz klar befolgt auch die Petersburger Hängung so ihre Ordnung. So gilt es beim Hängen, immer wieder unterschiedliche Linien aufzugreifen, um so Ruhe ins scheinbare Chaos zu bekommen. Ob wenige oder viele Bilder an der Wand: Es empfiehlt sich, beim Hängen immer auf die verschiedenen Achsen, die sich durch die Vertikal- und Horizontallinien der einzelnen Rahmen ergeben, zu achten. Am einfachsten ist immer noch die parallele Ausrichtung.
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5. Ungemütliches Licht
Das richtige Licht trägt viel zu einem gemütlichen Ambiente bei. Wählt man allerdings die falsche Beleuchtung, schmeichelt dies keinem Raum. Besonders Licht, das viel zu grell und kaltstichig ist, lässt ein Wohnzimmer schnell steril, aber vor allem billig erscheinen. Und auch der umgekehrte Fall, wenn die Beleuchtung deutlich zu dunkel ausfällt, wirkt unvorteilhaft und sorgt nicht unbedingt für mehr Wohlgefühl im Raum.
Tipp: Nicht der Wert, sondern die Anordnung verschiedener Leuchten zählt
Es braucht keinesfalls nur hochwertige Beleuchtung, damit das Wohnzimmer nicht billig erscheint. Entscheidend ist nicht der Wert sämtlicher Leuchten, sondern deren Anordnung im Raum. Daher sollten sich diese auf mehreren Ebenen im Wohnzimmer befinden: Deckenleuchte, Wand- oder Stehleuchte, Tisch- oder eben Bodenleuchte. So ergibt sich eine angenehme Lichtwelle. Nur auf einer Ebene mit Licht zu arbeiten, ist dagegen keine Lösung: viel zu monoton. Gemütlich ist hauptsächlich warmweißes Licht von etwa 3000 Kelvin. Lässt sich ein Modell zudem noch dimmen – perfekt!
6. Teppich schlecht platziert
Ein Teppich am Boden gilt gewissermaßen als verbindendes Element im Raum, immerhin ist er in der Lage, alle sich auf ihm befindlichen Möbel optisch zusammenzuhalten. Dabei müssen Sofa, Sessel und Couchtisch nicht zwingend komplett auf dem Textil stehen. Es reichen auch zwei von vier Beinen, allerdings nur, wenn der Teppich etwa flach gewebt ist, andernfalls kommt es schnell zum Kippeln des Möbels. Stehen die allermeisten Möbelstücke nicht auf dem Teppich oder aber befinden sich im großen Abstand zu ihm, wirkt das gesamte Ensemble im Raum „schwimmend“ und unruhig, was das Wohnzimmer schließlich billig wirken lässt.
Tipp: Teppich und Möbel miteinander verbinden
Besser ist es, einen großen Teppich zu kaufen, auf dem alle Möbelstücke ihren Platz finden. Schlussendlich lässt das auch den Raum größer erscheinen. Insgesamt wirkt das gesamte Arrangement so deutlich harmonischer, da es miteinander verbunden ist. Von daher sollte der Teppich im Wohnzimmer mindestens breiter als die längste Seite der Couch sein.