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Für Kamin und Ofen

Darf man Brennholz im Wald sammeln?

Holz sammeln: Eine Frau und ein Mädchen sammeln Holz im Wald
Kleine Mengen an Holz können in staatlichen Forsten meist vom Waldboden gesammelt werdenFoto: Getty Images

Brennholz für ein gemütliches Lagerfeuer oder für den Kamin selbst im Wald sammeln? Das geht – unter bestimmten Voraussetzungen. Kennt man diese nicht, kann man sich leicht strafbar machen.

Über Jahrhunderte hinweg durften arme Menschen mit Erlaubnis der Obrigkeit Äste, Holz und Zweige vom Boden aufsammeln. Dieses meist dürre oder angefaulte Holz, das von allein zu Boden gefallen ist, nennt man „Klau-, Raff- oder Leseholz“. Auch heute noch kann man in Wäldern, die im staatlichen Besitz stehen, solches Holz in kleinen Mengen und zum Eigengebrauch vom Boden sammeln. Das Holz darf nur eine bestimme Dicke besitzen, meist sind es zwischen sieben und zehn Zentimeter Durchmesser. Und es ist nicht überall gestattet.

Brennholz im Wald sammeln regeln verschiedene Verordnungen

Ob das Sammeln von liegengebliebenem Holz erlaubt ist, regeln die Landeswaldgesetze oder auch die sogenannte Leseholzverordnung des Freistaats Bayern. Hier können auch Einschränkungen gemacht werden, etwa, dass man nur in bestimmten Abschnitten des Waldes sammeln darf. Oder dass nicht mehr als eine kleine Menge Leseholz, die zum Beispiel in eine Schubkarre passt, mitgenommen werden darf.

Was gar nicht geht, ist das Abbrechen oder Absägen von Zweigen und Ästen oder gar das eigenmächtige Fällen eines Baumes. Und auch in den vielen deutschen Wäldern in Privatbesitz kann das Einsammeln von Leseholz ohne Erlaubnis rechtlichen Probleme nach sich ziehen.

Mit Holzsammelschein größere Mengen an Brennholz im Wald sammeln

Um sich im Zweifel erst gar nicht strafbar zu machen, kann man sich einen sogenannten „Holzsammelschein“ oder „Leseschein“ besorgen. Solch ein Schein lohnt auch, wenn man mehr als nur eine „geringfügige Menge“ an Leseholz mitnehmen will.

Den Schein kann man beim zuständigen Forstamt oder der Gemeindeverwaltung beantragen. Dieser ist in der Regel zwischen einem Monat und einem Jahr gültig. Und auch die Gebühren fallen unterschiedlich aus. Meist muss man zwischen 5 und 30 Euro für den Schein berappen.

Der Haken: Nicht immer bekommt man die Bescheinigung gleich ausgehändigt. Generell gilt ein Holzsammelschein nur für ein bestimmtes Waldgebiet. Je nach Region ist die Nachfrage unterschiedlich hoch und es wird nur eine bestimmte Anzahl an Erlaubnissen vergeben. Es lohnt sich also, frühzeitig die Bescheinigung zu beantragen. Prinzipiell muss man den Schein beim Sammeln immer dabei haben, um ihn bei Bedarf der Polizei oder dem Förster vorzuzeigen.

Holz sammeln nur am Tag

Generell ist es auch mit dem Holzsammelschein nur gestattet, tagsüber Holz zu sammeln. Und zwar nur solches, das am Boden liegt. Meist ist es zudem verboten, zwischen März und Mai Brennholz im Wald zu sammeln. In dieser Zeit müssen junge Wildtiere besonders geschützt werden. Eine weitere Einschränkung: In der Regel darf keine Motorsäge eingesetzt werden. Allerdings ist zum Zerkleinern von kleinen Ästen eine Handsäge meist erlaubt.

Gesammeltes Holz muss vom Förster abgenommen werden. Vorab vereinbart man mit diesem meist eine gewisse Abnahmemenge zu einem festen Preis. Die Menge wird im Holzsammelschein notiert und darf bei der Abnahme nicht überschritten werden.

Als Selbstwerber Brennholz im Wald mit Motorsäge sammeln

In vielen Bundesländern kann man sich sein Brennholz an schon gefällten Bäumen auch selbst absägen, um dieses dann günstig zu erwerben. Dafür braucht man einen sogenannten „Selbstwerberschein“, den man ebenfalls beim zuständigen Forstamt beantragen kann.

Zusätzlich benötigt man einen „Motorsägenführerschein“. Den bekommt man, nachdem man erfolgreich einen Motorsägekurs bestanden hat. Qualifizierte Anbieter nach den Vorgaben des Gemeinde-Unfall-Verbandes (GUV 8624) findet man online. Auch bieten viele Gartencenter und Baumärkte solche Kurse an.

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Was kostet ein Motorsägeführerschein?

Für den Kurs bezahlt man ca. 150 Euro. Hinzu kommen weitere Kosten für die Schutzausrüstung wie Helm, Kleidung, Handschuhe und Schuhe. Dafür werden zusätzlich rund 500 Euro fällig. Das Ganze ist kein günstiges, dafür aber ein aufwendiges Vergnügen.

Andererseits spart man beim Preis für das Holz – vor allem, wenn man regelmäßig im Wald sägt, schlägt und sammelt. Ein Raummeter des eigenhändig gesägten Holzes kostet im Bundesdurchschnitt 40 Euro. Im Handel zahlt man für die gleiche Menge nicht selten um die 100 Euro.

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