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Bundesweite Stichprobe

BUND stellt Ewigkeitschemikalien im Trinkwasser fest

Im Trinkwasser wurden beachtliche Mengen an Ewigkeitschemikalien festgestellt. Auch Mineralwasser wurde untersucht.
Im Trinkwasser wurden beachtliche Mengen an Ewigkeitschemikalien festgestellt. Auch Mineralwasser wurde untersucht. Foto: Getty Images
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Felix Mildner
Redaktionsleiter

4. November 2025, 14:48 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Ein Jahr nach einer ersten Analyse hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erneut Trink- und Mineralwasser auf sogenannte Ewigkeitschemikalien untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend: In einem Großteil der getesteten Proben wurden PFAS nachgewiesen – Substanzen, die sich kaum abbauen lassen und zunehmend in den Fokus gesundheitlicher Bedenken rücken. Selbst zukünftige Grenzwerte werden dabei bereits überschritten.

PFAS-Nachweis in fast allen Trinkwasserproben

Für die aktuelle Untersuchung nahmen BUND-Aktive deutschlandweit insgesamt 46 Trinkwasserproben aus privaten Haushalten. Diese wurden in einem akkreditierten Labor auf 58 verschiedene per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) untersucht. In 42 der 46 Proben wurde mindestens eine PFAS-Verbindung nachgewiesen. Auch drei von fünf analysierten Mineralwässern waren betroffen.

Hinweis: Die Analyse stellt laut BUND keine flächendeckende Bewertung dar. Sie bildet lediglich punktuelle Ergebnisse zu bestimmten Zeitpunkten ab und ist abhängig vom jeweiligen Wassernetz.

Dazu passend: Lassen sich „ewige Chemikalien“ aus dem Trinkwasser filtern?

Nicht regulierte PFAS entdeckt

In den Proben wurden vor allem nicht regulierte PFAS in hohen Konzentrationen festgestellt. Am häufigsten traten Trifluoressigsäure (TFA), Perfluorbutansäure (PFBA) und Perfluorpropansäure (PFPrA) auf. Diese Stoffe gelten häufig als Ersatz für bereits eingeschränkte PFAS. Besonders kritisch ist laut BUND die Perfluorpropansäure, da sie bisher komplett unter dem Radar der Behörden läuft. Auch in zukünftigen Messprogrammen ist sie nicht vorgesehen.

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Künftige Grenzwerte jetzt schon überschritten

Ab Januar 2026 und 2028 sollen neue Grenzwerte für insgesamt 20 PFAS-Stoffe in Kraft treten. Doch bereits heute zeigt sich, dass diese in mehreren Regionen überschritten werden. Betroffen sind unter anderem Zeuthen (Brandenburg), Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). Die dort festgestellten erhöhten Konzentrationen von PFOA deuten laut BUND auf Altlasten hin – insbesondere durch den früheren Einsatz von PFAS-haltigen Feuerlöschschäumen.

Auch Mineralwasser enthält PFAS

Im April 2024 analysierte der BUND auch erneut Mineralwasser. Drei Marken wiesen PFAS-Rückstände auf:

  • Spreequell, PET-Einweg, Brandenburg: 200 Nanogramm Trifluoressigsäure pro Liter
  • Gerolsteiner Naturell, PET-Einweg, Rheinland-Pfalz: 92 Nanogramm Trifluoressigsäure pro Liter
  • Hassia Still, PET-Mehrweg, Hessen: 53 Nanogramm Trifluoressigsäure pro Liter

Keine PFAS-Rückstände enthielten hingegen:

  • Naturell Mierbachquelle Quellbrunn (Aldi), PET-Einweg, Hessen
  • Saskia Medium Wörth am Rhein (Lidl), PET-Einweg, Rheinland-Pfalz

Gesundheitliche Risiken durch tägliche Aufnahme

Trotz Einhaltung der geltenden Grenzwerte in vielen Proben verweist der BUND auf die bereits hohe Gesamtbelastung der Bevölkerung durch PFAS. Diese gelangen nicht nur über Trinkwasser, sondern auch über Lebensmittel und Konsumgüter in den Körper.

Schon 2021 stellte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fest, dass bei einigen Bevölkerungsgruppen die täglich aufgenommene PFAS-Menge bereits über dem gesundheitlich kritischen Wert liegt. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung – etwa des Immunsystems – sei laut BfR nicht auszuschließen. Die Belastung über Wasser sei im Vergleich zu tierischen Lebensmitteln wie Fisch oder Fleisch zwar gering, doch die neuen Daten zeigen, wie weit verbreitet Ewigkeitschemikalien mittlerweile selbst im Trinkwasser sind.

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Verbraucher tragen oft Kosten für Aufbereitung

Die zunehmende Belastung hat auch wirtschaftliche Folgen. Die Aufbereitung von Trinkwasser wird für die Versorger aufwendiger – und somit teurer. Diese Kosten geben die Unternehmen häufig an die Haushalte weiter.

Hersteller von Produkten, die mit PFAS belastet sind, beteiligen sich hingegen bislang kaum an der Finanzierung. Dabei sind die Chemikalien extrem langlebig und mobil: Sind sie erst einmal in der Umwelt, lassen sie sich nur schwer und unter hohen Kosten wieder entfernen. Während eine Reinigung beim Trinkwasser noch möglich ist, ist dies bei kontaminierten Böden oder Lebensmitteln oft ausgeschlossen.

So lässt sich PFAS im Alltag vermeiden

Verbraucher können Ewigkeitschemikalien im Trinkwasser zumindest teilweise umgehen. Der BUND empfiehlt:

  • Beim Kauf auf Produktkennzeichnungen wie „PFAS-frei“, „PFC-frei“ oder „fluorcarbonfrei“ achten – alle bedeuten das Gleiche.
  • Bei Haushaltsgeräten wie Kühlschränken oder Wärmepumpen darauf achten, dass keine fluorierten Gase („F-Gase“) enthalten sind.
  • Die kostenlose App ToxFox nutzen, um Schadstoffe wie Melamin in Alltagsprodukten zu identifizieren.

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