27. Oktober 2025, 10:53 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn es in der Wasserleitung klopft, gluckert, rauscht oder pfeift, treibt das so manchem Zeitgenossen Sorgenfalten auf die Stirn. Nicht immer deuten solche Geräusche auf Schäden mit weitreichenden Folgen hin. Dennoch lohnt es sich, der Ursache auf den Grund zu gehen. Deswegen hat myHOMEBOOK beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) nachgefragt.
Meist fallen Geräusche in der Wasserleitung spätabends oder nachts auf, wenn im Haus oder in der Wohnung die große Stille herrscht. Spätestens dann ist an Schlafen ohnehin nicht mehr zu denken, schließlich könnte der ungewöhnliche Lärm auf ernsthafte Schäden an den Rohren hindeuten.
Klopfende Heizungsleitungen
„Klopfgeräusche entstehen vor allem in Heizungsleitungen“, weiß Andreas Braun, Experte für Sanitärfragen beim ZVSHK. „Da sich diese Leitungen ständig erwärmen und wieder abkühlen, dehnt sich das Leitungsmaterial aus oder zieht sich zusammen. Das passiert in der Regel geräuschlos. Lediglich wenn die Leitungen keinen Platz zur Ausdehnung haben und die Befestigungen ihre Gleiteigenschaften eingebüßt haben, übertragen sich Knack- und Klopfgeräusche auf den Baukörper.“ Da die Rohrleitungen zudem in der Wand fixiert sind, klopft es vor allem an Befestigungspunkten ohne Schallentkopplung.
Geräusche an Trinkwasserleitungen sind selten. „Sollte es trotzdem knacken oder sogar knallen, deutet das auf ein Problem mit hohen Druckschlägen hin“, erklärt Andreas Braun. „In diesem Fall sorgen zu schnell schließende Armaturen oder fehlende oder defekte Dämpfer für Druckschläge.“ Auf Dauer können die Leitungen dadurch Schaden nehmen, undicht werden oder sogar bersten.
Daher empfiehlt der Sanitärexperte, die Ursache unbedingt von einem Fachbetrieb in Augenschein nehmen zu lassen. Meist ist durch den Einsatz geeigneter Armaturen oder Bauteile das Problem schnell behoben. Hat sich die Leitung einmal gelockert, kann es nötig sein, das schlagende Leitungsteil wieder zu befestigen. Das geht in den meisten Fällen nicht, ohne die Wand dafür teilweise zu öffnen.
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Mysteriöses Klopfen in der Wand – es muss nicht der Nachbar sein
Zu viel Luft in den Rohren
Gluckernde Geräusche in der Wasserleitung haben meist einen einfachen Ursprung und führen selten zu größeren Schäden. „Gluckern ist in der normalen Wasserleitung oft nur von kurzer Dauer. In der Regel handelt es sich um in der Leitung befindliche Luft, die spätestens beim Aufdrehen der Hähne ausströmt“, weiß Sanitärexperte Andreas Braun.
Auch wenn es im Heizungsrohr gluckert, handelt es sich um Reste von Luft in den Leitungen. „Hier reicht regelmäßiges Entlüften der Heizkörper mit dem Entlüftungsschlüssel“, rät Andreas Braun. Das entsprechende Ventil befindet sich meist seitlich oben oder unten am Heizkörper. Das Ventil so lange aufgedreht lassen, bis ein durchgehender Flüssigkeitsstrahl austritt. Für die austretende Flüssigkeit ein ausreichend großes Gefäß bereithalten. „Und am Ende oder zwischendurch am Heizkessel schauen, ob sich noch genügend Flüssigkeit im Heizkreislauf befindet. Sonst ist der Druck zu niedrig, um das gesamte Gebäude mit Wärme zu versorgen. Wer sich unsicher ist, fragt am besten einen Fachbetrieb und lässt sich bei der Gelegenheit eine Bedienungsanleitung für seine Heizungsanlage erstellen oder übergeben“, rät der Sanitärexperte vom ZVSHK.
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Oft reicht der Pömpel
Kommt das Gluckern aus dem Abwasserrohr, reicht häufig der Einsatz des Pömpels, also der berühmten, meist roten Saugglocke. „Dadurch werden hartnäckigere Rückstände im Rohr in Bewegung versetzt und gelöst“, erläutert Andreas Braun und rät gleichzeitig, auf chemische Spezialreiniger zu verzichten. „Diese schädigen auf Dauer das Rohrmaterial, wodurch dann später viel größere Schäden mit entsprechend hohen Reparaturkosten folgen.“ Lässt sich das Gluckern auf diese Weise nicht beseitigen, sollte eine Fachreinigung des Abflusses durchgeführt werden.
Weitere Geräuschquellen für ein Rauschen in Leitungen, die eher in die Kategorie „Störfaktor ohne größere Folgen“ gehören, können durch falsche Ventile oder teilgeöffnete Ventile auftreten, meint Andreas Braun.
Gleiches gilt für pfeifende Leitungen. Auch hier liegt die Ursache häufig an den falschen oder defekten Ventilen. „Meistens verursachen Heizkörperventilstellungen kurz nach dem Öffnen oder kurz vor dem Schließen Geräusche. Ein weiterer Grund für das Pfeifen können nicht mehr richtig funktionierende Rückschlagklappen sein, die den Rückfluss von Flüssigkeit vermeiden sollen“, erklärt der Sanitärexperte vom ZVSHK. Wer sich dadurch um den Schlaf in der Nacht gebracht fühlt, sollte ebenfalls einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Warnsignale aus der Wasserleitung
„Ungewöhnliche Geräusche in Wasserleitungen können einem nicht nur den letzten Nerv rauben, sondern deuten möglicherweise auf ernsthafte Schäden mit finanziellen Folgen hin. Die Heizung entlüften oder ein Abflussrohr mit dem Pömpel wieder freisaugen, bekommt auch der interessierte Laie hin. Wenn es anderweitig klopft oder gluckert, immer einen Fachbetrieb hinzuziehen. Gerade bei Heizungsleitungen besteht aufgrund von Druck und hoher Temperatur immer die Gefahr, sich selbst zu schaden. Also, besser die Finger davon lassen.“