15. März 2026, 12:26 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Schnelles Internet klingt verlockend – vor allem, wenn es angeblich dringend ist. Doch wer an der Haustür mit dem Versprechen konfrontiert wird, bald ohne Anschluss dazustehen, sollte einen Moment innehalten. Denn beim Thema Glasfaser kursieren derzeit Aussagen, die Verbraucher verunsichern. Ein genauer Blick zeigt: Überstürztes Handeln ist nicht sinnvoll.
Abschaltung des Kupfernetzes? Kein Grund zur Panik
An der Haustür werden selten die besten Verträge abgeschlossen. Das gilt insbesondere für Glasfaserangebote, die Vertreter derzeit vielerorts aktiv bewerben. Dabei fällt häufig das Argument, das DSL-Kupfernetz werde zeitnah abgeschaltet – wer nicht sofort unterschreibe, stehe bald ohne Internet da.
Nach Einschätzung der Stiftung Warentest sind solche Aussagen jedoch nicht zutreffend. Verbraucher sollten sich von derartigen Behauptungen nicht unter Druck setzen lassen. Ein endgültiges Aus des Kupfernetzes ist demnach vor 2035 nicht zu erwarten. Zudem sollen bestehende Netze erst dann abgeschaltet werden, wenn Glasfaser nahezu flächendeckend verfügbar ist und in den neuen Netzen ein funktionierender Wettbewerb besteht.
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Wann sich ein Glasfaseranschluss lohnen kann
Unabhängig von unseriösen Verkaufsmethoden kann ein Glasfaseranschluss für Eigentümer durchaus interessant sein – hauptsächlich in Gebieten, in denen der Ausbau bereits geplant oder im Gange ist. Wer sich beim ausbauenden Anbieter für einen Zweijahres-Vertrag entscheidet, bekommt den Haus- oder Wohnungsanschluss in der Regel ohne zusätzliche Kosten. Ohne einen solchen Vertrag können für den Anschluss hingegen zwischen 500 und 1000 Euro anfallen. Diese Investition sollten Eigentümer bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.
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Tarife vergleichen statt spontan unterschreiben
Die Stiftung Warentest empfiehlt grundsätzlich, verfügbare Tarife sorgfältig zu prüfen und zu vergleichen – etwa direkt bei verschiedenen Anbietern oder über Vergleichsportale im Internet. Haustürvertreter arbeiten auf Provisionsbasis und haben daher meist kein Interesse daran, den günstigsten Tarif zu vermitteln.
Auch bei der Geschwindigkeit gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Wer mit den bisherigen Übertragungsraten seines DSL-Anschlusses zufrieden ist, kommt in vielen Fällen auch mit einem Glasfaseranschluss von maximal 300 Mbit/s problemlos aus. Diese Geschwindigkeit reicht für Streaming, Homeoffice und alltägliche Anwendungen in der Regel völlig aus. Eine spätere Erhöhung ist meist möglich.
Preislich liegen 300 Mbit/s bei den meisten Anbietern bei rund 40 Euro im Monat, 150 Mbit/s kosten etwa 30 Euro monatlich. Für 1000 Mbit/s – also 1 Gbit/s – werden hingegen häufig mehr als 70 Euro pro Monat fällig.
Widerrufsrecht nutzen
Wer dennoch vorschnell einen Vertrag abgeschlossen hat, sollte sein Widerrufsrecht kennen. Für Verträge, die man an der Haustür, per Telefon oder im Internet abschließt, gilt eine zweiwöchige Widerrufsfrist. Innerhalb dieses Zeitraums lässt sich der Vertrag ohne Angabe von Gründen rückgängig machen. Damit bleibt ausreichend Zeit, Angebote in Ruhe zu prüfen – und eine Entscheidung zu treffen, die langfristig sinnvoll ist.
Mit Material der dpa