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Viele Regelungen

Bis in welche Tiefe gehört mir mein Grundstück?

Bei Erdarbeiten ist es wichtig zu wissen, bis in welche Tiefe das eigene Grundstück reicht
Bei Erdarbeiten ist es wichtig zu wissen, bis in welche Tiefe das eigene Grundstück reichtFoto: Getty Images

Viele Hausbesitzer stellen sich die Frage, wie weit in den Erdboden ihr Grundstück hinabreicht. Bei einer Unterkellerung oder beim Brunnenbohren kann dies beispielsweise relevant werden. Gehört einem also das Grundstück bis zum Erdmittelpunkt – oder doch nur ein paar Meter?

Auch wenn das Grundstück üblicherweise als Fläche in Quadratmetern gemessen wird, gibt es dabei auch eine vertikale Komponente. Aber wie sieht es eigentlich mit dem Bereich unterhalb der Erdoberfläche aus? Können Grundstücksbesitzer darüber verfügen, wie es ihnen beliebt? Und wie verhält es sich in entgegengesetzter Richtung, also nach oben in den Himmel? Rechtlich ist das in Deutschland natürlich geregelt, inklusive einiger Sonderregelungen.

Bis in welche Tiefe reicht das Recht am eigenen Grundstück?

Auf diese Fragen gibt ein Paragraf im Bürgerlichen Gesetzbuchs eine Antwort. Unter § 905 „Begrenzung des Eigentums“ steht dazu:

„Das Recht des Eigentümers eines Grundstücks erstreckt sich auf den Raum über der Oberfläche und auf den Erdkörper unter der Oberfläche. Der Eigentümer kann jedoch Einwirkungen nicht verbieten, die in solcher Höhe oder Tiefe vorgenommen werden, dass er an der Ausschließung kein Interesse hat.“

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Zunächst mag der Gesetzestext für Grundstücksbesitzer vielversprechend klingen. Auch wenn darin keine Meterangabe nach unten oder oben festgelegt ist, hat man dadurch zumindest Recht auf die Nutzung. Wären da nur nicht einige Ausnahmen, die das Recht wieder einschränken.

Grundwasser und Bodenschätze – was ist auf dem Grundstück erlaubt?

Und auch gegen Flugzeuge, die im Luftraum über Ihrem Grundstück verkehren, können Sie nicht ohne Weiteres vorgehen. Denn der Paragraf des BGB wird durch zahlreiche Gesetze eingeschränkt. In folgenden Fällen greifen andere Regeln:

  • Flugzeuge fliegen über das eigene Grundstück: Wird die Mindestflughöhe eingehalten, greift das Luftverkehrsgesetz. Über Städten und besiedelten Gebieten müssen Flugzeuge außer bei Start und Landung mindestens 300 Meter hoch fliegen. Manche Flugobjekte wie Segelflugzeuge, Hängegleiter und Gleitschirme dürfen diese Höhe unterschreiten.
  • Grundwasser unter dem Grundstück nutzen: Möchten Sie das Grundwasser nutzen, beispielsweise um einen Brunnen zu bohren, müssen Sie das Wasserrecht befolgen. Für die Grundwassernutzung benötigen Sie eine Genehmigung. Informieren Sie sich dazu bei Ihrem Wasserwirtschaftsamt.
  • Öl unter dem Grundstück fördern: Selbst wenn Sie eine Ölquelle auf Ihrem Grundstück ausfindig gemacht haben, sollten Sie davon die Finger lassen. Denn dann greift das Mineralrohstoffgesetz. Zum Abbau benötigen Sie spezielle Berechtigungen.
  • Bodenschätze unterhalb des Grundstücks abbauen: Auch das sollten Sie im gesetzlichen Rahmen des Bundes-Bodengesetzes unterlassen.
  • Schatz im Boden auf dem Grundstück gefunden: Wenn tatsächlich ein vergrabener Schatz in Ihrem Vorgarten gefunden wurde, muss er aufgeteilt werden. Eine Hälfte bekommt laut § 984 BGB der Finder, die andere der Grundstückseigentümer. Hier kann das Recht Ihres Bundeslandes allerdings abweichen.