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Im kommenden Winter

Ist ein Heizlüfter eine lohnende Alternative zur Gasheizung?

Heizlüfter
In Zeiten, in denen Gas immer teurer wird, denken viele Menschen darüber nach, ihre Wohnung im Winter mit einem Heizlüfter zu beheizen. Ist ein Heizlüfter aber günstiger als die normale Heizung?Foto: iStock/Liudmila Chernetska

Die Gaspreise sind in der Vergangenheit explodiert und ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Leider sind dabei unsere Portemonnaies nicht explodiert. Viele machen sich allmählich Gedanken, wie man im kommenden Winter die Wohnung möglichst kostengünstig heizen kann. Ist ein Heizlüfter eine gute Alternative?

Lebensmittel, Strom und vor allem Gas sind in letzter Zeit teurer geworden. Gas ist inzwischen fast schon unbezahlbar. Warmwasser und die Heizung sind gerade im Winter notwendig, um sich in den vier Wänden wohlzufühlen – doch wer soll das alles bezahlen? Es wird allmählich Zeit, sich Gedanken zu machen, wie man die Wohnung im kommenden Winter heizt. Sollte man bei Gas bleiben oder doch eventuell auf einen Heizlüfter umstellen? myHOMEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt.

Reicht ein Heizlüfter, um eine 60-Quadratmeter-Wohnung zu beheizen?

Man muss immer die Umstände beachten, in denen man lebt. Prinzipiell ist es möglich, die Wohnung mit einem Heizlüfter zu erwärmen, sagt der Bauphysiker Luca Arenz zu myHOMEBOOK. „Wenn meine 60-Quadratmeter-Wohnung aus nur einem Raum bestünde, könnte ich diesen mit einem Heizlüfter mit entsprechender Leistung beheizen. Praktisch sollte man allerdings, wenn man jeden Raum beheizen möchte, auch in jedem Raum einen Heizlüfter installieren.“ Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen innenliegenden Raum ohne Wärmeverluste nach außen.

Des Weiteren sollte man unbedingt darüber nachdenken, dass Heizlüfter Stromfresser sind und je nach Beschaffenheit des Wohnraums unterschiedlich hohe Stromkosten verursachen. „Pauschal kann ich sagen, bei einem Neubau verbrauche ich ungefähr 35 Watt pro Quadratmeter in der Stunde“, erklärt der Bauphysiker. „Bei älteren Gebäuden können das schon mal 120 bis 150 Watt sein und bei Dachgeschosswohnungen im Altbau sind es auch mal schnell gern 350 Watt.“ Es kommt immer darauf an, wie gut die Wohnung isoliert ist und ob es sich beispielsweise um eine Souterrain- oder Dachgeschoss-Wohnung handelt.

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Was muss ich bei einem Heizlüfter beachten?

Wer im Winter seine Wohnung mit einem Heizlüfter warm halten möchte, muss einige Punkte berücksichtigen. Neben der Lage der Wohnung und dem Energiestandard des Gebäudes, muss auch das Gerät an sich über bestimmte Voraussetzungen verfügen, um uns warm durch den Winter zu bringen, erklärt Arenz.

Wichtig ist zunächst, dass der Heizlüfter regelbar ist und ein Thermostat besitzt, man muss ihn unter Umständen den ganzen Tag lang laufen lassen können. Man sollte nicht an der falschen Stelle sparen, mahnt Arenz: „Alle sehr günstigen Geräte darf ich nicht unbeaufsichtigt lassen. Sie haben kein integriertes Thermostat, wodurch sie sich nicht selbstständig regeln würden und dadurch im Zweifelsfall exorbitant mehr Strom verbrauchen würden als sie eigentlich müssten.“ Außerdem besteht bei unbeaufsichtigten Heizlüftern eine erhöhte Brandgefahr.

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Gibt es Alternativen zum Heizlüfter?

In der Tat gibt der Markt inzwischen viel her, sagt Arenz. „Es gibt Heizkörper mit integriertem Thermostat. Die steckt man einfach in die Steckdose. Auch Infrarotheizkörper sind empfehlenswert.“ Dabei handelt es sich um Platten, die mittels Infrarotstrahlung erhitzt werden. Sie können eine hohe Strahlungswärme abgeben. „Die können ohne Weiteres nachgerüstet werden und von ihnen geht keine erhöhte Brandgefahr aus.“

Möglichkeiten, über die man auch nachdenken könnte, wären unter anderem ein Ethanolkamin oder auch ein Kaminofen. Nachteil bei beiden wäre aber, dass die Wärme nur temporär abgegeben wird.

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Erst rechnen, dann kaufen

Bevor man sich entscheidet, für den Winter umzurüsten und eine neue Heizmethode in Betracht zu ziehen, sollte man abwägen. Der Experte rät, Preise zu vergleichen. Wie hoch sind die Gaskosten im Vergleich zu den Stromkosten? Wenn die Kilowattstunde Gas trotz Preissteigerungen günstiger ist als die Kilowattstunde Strom, ist es nicht ratsam, umzustellen. Hat man jedoch eine Photovoltaik-Anlage, welche einen Überschuss produziert, könnte man diesen in die Heizkraft stecken. Allerdings ist es schwer, vorauszusagen, was tatsächlich noch auf uns zukommt. Es muss also letztlich jeder selbst abwägen, ob umgerüstet werden soll.

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