11. Dezember 2025, 4:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Richtiges Lüften kann helfen, Schimmel zu verhindern, und sorgt für ein angenehmeres Raumklima – doch viele machen dabei grundlegende Fehler. Sie können schlimmstenfalls sogar zu Schimmelbildung in der Wohnung führen – egal, ob im Sommer oder im Winter. Wie man es besser macht, erfahren Sie hier.
1. Fehler: Nicht direkt nach draußen lüften
Es mag bequem erscheinen, etwa das Wohnzimmer durch das Schlafzimmer zu lüften, um der kalten Außenluft zu entgehen – sinnvoll ist es jedoch nicht. Denn lüften sollte man nicht von einem Zimmer in ein anderes, sondern immer nach draußen, rät der Deutsche Mieterbund (DMB).
Ist ein direktes Lüften nach draußen nicht möglich, wie bei innen liegenden Badezimmern ohne Fenster, sollte zumindest durch ein angrenzendes Zimmer gelüftet werden – jedoch mit möglichst kurzem Weg nach draußen. Wichtig: Alle übrigen Türen der Wohnung sollten geschlossen bleiben. Vor allem nach dem Duschen oder Baden sollte man verhindern, dass sich der Wasserdampf in der ganzen Wohnung verteilt.
Dieser Grundsatz gilt im Übrigen nicht nur fürs Lüften, sondern auch fürs Heizen: Räume über andere mitheizen – etwa das kalte Schlafzimmer über die Heizung im Wohnzimmer – ist laut Experten keine gute Idee. Im Gegenteil – dieses Verhalten führt laut Mieterbund eher zu Schimmelbildung in der Wohnung. Denn die warme und damit feuchte Luft aus dem Wohnzimmer kann sich leicht an den kalten Wänden des Schlafzimmers niederschlagen. Die Lösung: Die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Zimmern sollten sowohl tagsüber als auch nachts geschlossen bleiben.
Wann und wie oft man stoßlüften sollte
4 Fehler, die zu Schimmel in der Wohnung führen können
2. Fehler: Fenster dauerhaft gekippt lassen
Gekippte Fenster sind laut der Initiative Wärme+ hauptsächlich eines: Energiefresser. Durch die Kippstellung werde die Luft nur langsam ausgetauscht, während gleichzeitig die Wände auskühlen. Das steigert den Energieverbrauch und erhöht die Gefahr von Schimmel.
Stattdessen empfiehlt sich konsequentes Stoßlüften. Am effektivsten ist es, gegenüberliegende Fenster gleichzeitig vollständig zu öffnen, um für einen schnellen Luftaustausch zu sorgen.
Wie lange man genau lüften sollte, hängt von Außentemperatur und Windverhältnissen ab. Je kälter es draußen ist, desto kürzer muss gelüftet werden, erklärt der Mieterbund. Selbst bei Windstille und geringen Temperaturunterschieden reichen oft bereits 15 Minuten aus, um für frische Luft zu sorgen. Im Winter genügen oft auch schon ein paar Minuten.
Wichtig ist allerdings, regelmäßig zu lüften – nicht nur gelegentlich. Der DMB rät, morgens in der Wohnung für einen kompletten Luftwechsel zu sorgen, indem man in jedem Zimmer das Fenster weit öffnet. Am Vormittag und Nachmittag sollten dann gezielt die Räume gelüftet werden, in denen sich Menschen aufgehalten haben. Und auch abends sei ein vollständiger Luftaustausch – besonders im Schlafzimmer – sinnvoll.
3. Fehler: Bei Regen ganz aufs Lüften verzichten
Klar, man will keine unnötige Feuchtigkeit in die Wohnung holen. Der Deutsche Mieterbund rät dennoch auch bei Regenwetter zu lüften. Denn wenn es nicht gerade zum Fenster hereinregne, sei die kalte Außenluft trotzdem trockener als die warme Zimmerluft.
Die Initiative Wärme+ empfiehlt, auf eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent zu achten. Diese lässt sich mithilfe eines Hygrometers einfach überwachen. Die Geräte sind mittlerweile in vielen Baumärkten erhältlich und zeigen die aktuelle Raumfeuchte auf einen Blick an. Dabei helfen sie auch gegen Schimmelbildung in der Wohnung.
Mit Material der dpa