10. September 2025, 4:10 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Um das Raumklima zu verbessern, ist ein Luftaustausch sinnvoll. Durch das Lüften kann man die alte, verbrauchte Luft durch frische von draußen ersetzen. Durch Atmung, Koch- und Badedämpfe ist die Luft im Inneren zudem mit Feuchtigkeit gesättigt. Eine hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung erhöht das Schimmelrisiko. Durch regelmäßiges Lüften kann man dem vorbeugen. Doch was, wenn auch draußen die Luftfeuchtigkeit hoch ist? Ist es auch dann sinnvoll zu lüften, oder steigt die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung weiter?
Lüften bei hoher Luftfeuchtigkeit – ja oder nein?
Auf diese Frage gibt es kein klares Ja oder Nein. Ob man bei hoher Luftfeuchtigkeit lüften sollte, hängt nämlich vom Unterschied zwischen Außen- und Innenluft ab.
Ein kleiner Exkurs in die Thermodynamik: Luft besteht nicht nur aus Stickstoff und Sauerstoff, sondern enthält oft auch Wasserdampf. Mit steigender Temperatur nimmt die Bewegungsenergie der Wassermoleküle zu. Der Sättigungsdampf erhöht sich. Dadurch kann die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen, bevor sie gesättigt ist. Das bedeutet also, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann als kalte.
Ist die schwüle Außenluft wärmer als die Luft im Zimmer, kühlt sie beim Eintreten beim Lüften ab. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Kühle Außenluft trocknet hingegen im Innenraum und die Luftfeuchtigkeit sinkt. An heißen, schwülen Tagen also lieber die Fenster geschlossen halten.
Darauf sollte man beim Lüften bei hoher Luftfeuchtigkeit achten
Um die Luftfeuchtigkeit im Raum nicht zu erhöhen, kann es bei hoher Außenluftfeuchtigkeit im Sommer helfen, auf die Tageszeit zu achten. Morgens und abends ist die Außenluft meist kühler – der ideale Zeitpunkt, um zu lüften.
Ein absolutes No-Go ist das Lüften mit gekipptem Fenster. Dadurch kann sich nämlich die Feuchtigkeit in den Wänden erhöhen. Das kann zu Schimmelspuren sowohl innen als auch außen an der Fassade führen. Um die Luft schnell und effektiv auszutauschen, sollte man das Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen. Um die Lüftungszeit zu verkürzen, ist Querlüften sinnvoll.
Im Badezimmer, Schlafzimmer und auch in der Küche entsteht die meiste Feuchtigkeit, etwa durch langes Duschen, Kochen oder im Schlaf durch Schwitzen und feuchten Atem. In diesen Räumen sollte man besonders auf kurze, aber kräftige Lüftungsintervalle achten. Ein Hygrometer kann zudem dabei helfen, die Luftfeuchtigkeit zu messen. So kann man sehen, ob die Luftfeuchtigkeit innen nach dem Lüften sinkt oder steigt. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.