11. Januar 2026, 5:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Man sieht es nicht, man riecht es nicht – und doch kann es die Gesundheit massiv gefährden: Radon ist ein unsichtbares, natürlich vorkommendes Edelgas, das sich in Innenräumen anreichern kann. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn wir viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, lohnt sich eine Prüfung. Denn das Risiko wird oft unterschätzt – dabei kann eine einfache Messung Klarheit bringen.
Was ist Radon – und warum ist es so gefährlich?
Radon entsteht durch den Zerfall radioaktiver Stoffe im Erdreich und kann laut Bundesumweltministerium in Gebäude eindringen. Besonders gefährdet sind Keller- und bodennahe Räume, da das Gas direkt aus dem Untergrund aufsteigen kann. In hoher Konzentration gilt Radon als krebserregend, hauptsächlich für die Lunge.
Ein zusätzliches Risiko besteht für Raucher: Wer regelmäßig Radon ausgesetzt ist und gleichzeitig raucht, hat ein noch höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Messung als einziger verlässlicher Weg
Radon kommt überall in Deutschland in unterschiedlicher Konzentration vor. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt zwei Karten zur Verfügung: Eine zeigt die durchschnittliche Radonbelastung in Innenräumen, die andere die geologische Konzentration im Boden. Diese dienen jedoch nur als erste Orientierung.
Tatsächlich kann die Radonkonzentration individuell stark abweichen. Selbst in Regionen mit geringer Belastung kann in einzelnen Häusern der empfohlene Schwellenwert überschritten werden. Um Klarheit zu erhalten, hilft daher nur eine konkrete Messung in den eigenen vier Wänden.
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Wie funktioniert eine Radonmessung?
Das BfS empfiehlt eine einfache Methode zur Eigenkontrolle: passive Messgeräte. Dabei handelt es sich um kleine Plastikbehälter, die in der Wohnung platziert und nach einem festgelegten Zeitraum zur Auswertung an ein Labor zurückgeschickt werden. Eine Liste geeigneter Anbieter hat das BfS online zusammengestellt. Die Kosten belaufen sich auf etwa 30 bis 50 Euro.
Zu viel Radon im Boden – wie Sie sich davor schützen
Auch im Winter den Keller regelmäßig lüften
Worauf man bei der Messung achten sollte
Für zuverlässige Ergebnisse sollten die Geräte in jenen Räumen aufgestellt werden, in denen man sich häufig aufhält – beispielsweise im Wohn- oder Schlafzimmer. Die optimale Messdauer beträgt ein Jahr, um auch saisonale Schwankungen zu erfassen.
Doch gerade im Winter liefert bereits eine mehrmonatige Messung eine gute erste Einschätzung: Sind die Werte in der Heizperiode niedrig, sind sie es mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Sommer – dann wird ohnehin mehr gelüftet. Laut BfS sollte man ab einem Jahresdurchschnitt von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft gegen Radon vorgehen.
Was tun bei erhöhter Radonkonzentration?
Die einfachste und schnell umsetzbare Maßnahme ist regelmäßiges Stoßlüften – besonders in den Wintermonaten, wenn wenig Luftaustausch stattfindet. Außerdem lässt sich durch bauliche Maßnahmen das Eindringen von Radon reduzieren, etwa durch das Abdichten von Fugen und Durchlässen zwischen Keller und Erdgeschoss. Dabei können spezialisierte Radon-Profis unterstützen.
Mit Material der dpa