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Tipps und Hinweise

Schlüsseldienst-Abzocke vermeiden: Untersuchung zeigt starke Abweichungen

Vorsicht vor Schlüsseldienst-Abzocke – darauf müssen Sie achten
Ausgesperrt – und jetzt? Manche Schlüsseldienste nutzen die Verzweiflung ihrer Kunden aus.Foto: Getty Images

Der Wind schlägt die Tür zu, der Schlüssel steckt innen: In diesen Fällen hilft oft nur noch der Schlüsseldienst. Manche Anbieter nutzen die Lage aus und zocken Verbraucher ab. Worauf Sie achten müssen und wie Sie sich schützen können.

Jemand verliert seinen Schlüssel, kommt nicht mehr in die Wohnung rein. Dann kann das Öffnen einer Tür teuer werden. Denn manche Schlüsseldienste verlangen ein Vielfaches der üblichen Preise. Das zeigt eine Stichprobe der Stiftung Warentest (Zeitschrift „test“, Ausgabe 10/2019). Um eine Schlüsseldienst-Abzocke zu vermeiden, sollten Sie auf ein paar Dinge achten.

Preise für Schlüsseldienste variieren

Einige Anbieter kassieren für ihren Service 65 Euro, während andere mehr als 450 Euro wollen. In Extremfällen verlangen einige sogar über 1000 Euro. Wer sich am Wochenende oder nachts aussperrt, muss häufig noch mit Zuschlägen rechnen.

Weitere Preise und Zahlen liefert das Schlüsseldienst-Startup Mellon mit einer Untersuchung, bei der mehr als 4000 Schlüsseldienste mittels Google-Suchergebnissen analysiert wurden. Die durchschnittlichen Ergebnisse im Überblick:

  • Preis für Türöffnung tagsüber: 137 Euro
  • Preis für Türöffnung nachts: 191 Euro
  • Zuschlag bei abgeschlossener Tür: 111 Euro
  • Wartezeit: 65 Minuten

Mehr Abzocke durch Schlüsseldienste auf dem Land?

Laut den Daten von Mellon gibt es gravierende Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern. In Rheinland-Pfalz kostet eine Türöffnung durchschnittlich 151 Euro, in Berlin hingegen 69 Euro. Generell sind die Preise von Schlüsseldiensten in Großstädten angemessener als auf dem Land – wahrscheinlich aufgrund geringerer Konkurrenz.

Nicht den erstbesten Anbieter anrufen

Je nach Tageszeit und Region sollte die Dienstleistung maximal aber etwa 110 bis 250 Euro kosten. Davon gehen Gerichte nach Angaben der Experten aus. Das Problem: Manche Dienstleister nutzen die missliche Lage aus und zocken Verbraucher ab.

Festpreise für Schlüsseldienst vereinbaren

Laut Mellon geben lediglich etwas mehr als fünf Prozent der untersuchten Schlüsseldienste Festpreise auf ihrer Webseiten an. Rund die Hälfte der Unternehmen sollen die Preise vorab am Telefon nennen. Damit Verbraucher eine Schlüsseldienst-Abzocke vermeiden, sollten Sie den Anbieter am Telefon auch nach Anfahrtskosten fragen. Auf diese Weise können hohe Zusatzkosten verhindert werden.

Zudem sollten sie vorab am Telefon einen Festpreis vereinbaren und den Betrag niemals bar bezahlen, denn sonst ist das zu viel bezahlte Geld in der Regel weg. Sicher sei nur eine Überweisung. Wer zu viel gezahlt hat, sollte sich an einen Anwalt wenden. Eine Anzeige bei der Polizei bringe laut Stiftung Warentest meist wenig. Das Risiko liege dann jedoch beim Kläger, er müsse auch in Vorkasse gehen.

Auch interessant: Was tun, wenn man seinen Schlüssel verloren hat?

Vorsorge für den Notfall

Am besten sorgen Verbraucher für den Notfall vor: Speichern Sie die Notrufnummer von einem seriösen Schlüsseldienst-Anbieter in Ihrer Umgebung im Handy ab. Noch besser: Deponieren Sie einen Ersatzschlüssel bei Vertrauten wie Nachbarn oder Freunden zum Beispiel.