Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Streichen, einbauen, Löcher bohren

Was dürfen Mieter in der Wohnung verändern – und was nicht?

Was dürfen Mieter in der Wohnung verändern?
Wie weit dürfen Mieter dabei gehen, ihre Wohnung ihren Bedürfnissen anzupassen?Foto: Getty Images

Teppich raus, Wände streichen, Fliesen abschlagen: Wer frischen Wind in die Bude zaubern will, hat unendlich viele Möglichkeiten dazu. Doch bei manchen Vorhaben brauchen Sie das „Ja“ vom Vermieter. Sonst kann die Verschönerung der eigenen vier Wände hässliche Konsequenzen haben. myHOMEBOOK gibt einen Überblick, was Mieter ohne Zustimmung des Vermieters verändern dürfen – und was nicht!

Beim Thema Wohnungsrenovierung kollidieren schnell die Interessen: Als Mieter können Sie Ihre Wohnung grundsätzlich nach Ihren Wünschen gestalten, schließlich sind die eigenen vier Wände in der Regel der Lebensmittelpunkt. Gleichzeitig haben Vermieter das Recht, dass ihr Eigentum erhalten bleibt, so wie sie es möchten. Inwieweit darf man also die Mietwohnung überhaupt verändern?

Wie stark darf man die Mietwohnung verändern?

Auch bei Veränderungen auf dem Balkon oder der Terrasse benötigen Sie dessen Okay, weil dadurch die Optik des Hauses verändert wird. Ein Miethaus mit vielen hässlichen Satellitenschüsseln auf dem Balkon schmälert beispielsweise den Wert des Gebäudes – in der Regel ist das nicht im Interesse des Hausbesitzers.

Hinweis: Steht nichts anderes im Mietvertrag, können Sie kleinere Renovierungsarbeiten und Anbauten jedoch ohne Erlaubnis des Vermieters durchführen. So können Sie beispielsweise Einbauschränke montieren oder eine Einbauküche einbauen – sofern bei Einzug noch keine vorhanden war.

Darf man in der Mietwohnung einen Teppichboden verlegen?

Wurde Ihnen die Wohnung ohne Teppichboden vermietet, brauchen Sie keine Erlaubnis Ihres Vermieters, um einen Teppichboden zu verlegen. Aber Achtung: Da Sie den Teppich beim Auszug wieder entfernen müssen, sollten Sie ihn möglichst nicht verkleben. Sie würden so in die Bausubstanz eingreifen, da die Klebereste fast unmöglich zu beseitigen sind.

Kann der Vermieter die Wandfarbe vorschreiben?

Nein. Solange Sie in der Mietwohnung leben, können Sie die Wandfarbe so verändern, wie Sie möchten. Ihr Vermieter kann Sie jedoch dazu verpflichten, die Wände beim Auszug neutral zu streichen. Sonst kann er Schadensersatz einfordern.

Was gilt beim Lackieren?

Fenster- und Türrahmen können Sie auch ohne Genehmigung neu lackieren. Anders sieht es aus, wenn Sie die alten Fliesen im Bad mit Fliesenlack auffrischen wollen. Diesen bekommt man prinzipiell nicht mehr runter – bei Auszug aus der Wohnung riskieren Sie Schadenersatzforderung des Vermieters, wenn dieser auf den alten Zustand der Wohnung pocht.

Streitpunkt Dübel-Loch

Obwohl Sie streng genommen in die Bausubstanz eingreifen, können Sie Löcher ohne Genehmigung bohren. Juristisch gesehen gehört das zum ordnungsmäßigen Gebrauch der Mietwohnung, weshalb man sie dahingehend verändern darf. Bei Fliesen sollten Sie die Löcher aber möglichst zwischen den Fliesen in die Fugen bohren, damit Sie diese beim Auszug verschließen können.

Auch interessant: In 5 Schritten richtig bohren

Wann kann der Vermieter verweigern?

Der Vermieter kann Ihnen die Zustimmung zum Umbau dann verweigern, wenn er nachweisen kann, dass die Bausubstanz des Miethauses darunter leidet. Setzen Sie sich darüber hinweg, droht Ihnen neben einer Schadenersatzklage auch die fristlose Kündigung.

Wann man die Bausubstanz der Mietwohnung verändern darf

Bei Bauvorhaben, die in die Bausubstanz eingreifen, brauchen Mieter in jedem Fall die Genehmigung des Vermieters, bevor sie die Mietwohnung verändern. Am besten holen sie sich diese schriftlich ein. Solche Umbauten betreffen zum Beispiel:

  • Badsanierungen
  • Wanddurchbrüche, Versetzen von Türen und Wänden oder der Einbau einer Sauna
  • Einbau von Isolierfenstern
  • Decken abhängen
  • Einbau von Zwischenwänden
  • Veränderungen an Gas-, Wasser- und Stromleitungen
  • Fliesenarbeiten
  • Spion-Loch in die Wohnungstür einsetzen
  • Einbau von Parkett oder Laminat
  • Einbau einer Etagenheizung

Was gilt auf dem Balkon?

Wollen Sie beispielsweise an der Außenfassade eine Markise anbringen und müssen zum Befestigen außen Löcher bohren, müssen Sie den Vermieter fragen. Ansonsten droht Ärger.

Das gilt auch, wenn Sie auf dem Balkon eine Satellitenschüssel nur sichtbar aufstellen oder am Balkongitter anbringen wollen. Hier könnte die Außenwirkung des Miethauses leiden und damit der Wert der Immobilie.

Wie steht es um Fenster und Fliegengitter?

Bei einer großen Umbau-Maßnahme wie der Installation eines neuen Fensters liegt es auf der Hand, dass das nur mit Zustimmung Ihres Vermieters geht. Aber auch schon das Einsetzen eines Fliegengitters bedarf seiner Zustimmung, sollten Sie zum Anbringen Löcher in den Fensterrahmen bohren müssen.

Tipp: Ein Fliegengitter mit Spannrahmen schont den Fensterrahmen. Das Gitter können Sie ohne Löcher bohren zu müssen, einfach ins Fenster einhängen. Das bedarf keiner Zustimmung Ihres Vermieters, auch nicht, obwohl ein Fliegengitter die Außenwirkung des Hauses verändert. Denn der Insektenschutz gehört zum ordnungsgemäßen Gebrauch, wie höchst richterlich der Bundesgerichtshof entschied. (Az.: 4 C 292/09)