3. Oktober 2026, 9:18 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Herbstzeit ist Wasserkocherzeit. Für viele Teeliebhaber beginnt in den letzten Monaten des Jahres eine besonders gemütliche Phase. Der vermehrte Einsatz des Küchengerätes kann allerdings auch für Frustration sorgen. Denn häufig bildet sich bereits nach nur wenigen Kochvorgängen ein weißer Film auf Heizstäben und Gerätinnenseite, der nach dem Reinigen rasch wiederkehrt. Wir verraten, wie Kalk entsteht und was ihn wirklich fernhält.
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Wie entsteht Kalk eigentlich?
Wer regelmäßig einen Wasserkocher benutzt, bleibt davon nicht verschont: den unschönen weißen Kalkrändern, die sich nach kurzer Zeit im Geräteinneren breitmachen. Vor allem an den Heizstäben setzt sich der Film gerne ab und wird mit jedem weiteren Kochvorgang immer dicker.
Verantwortlich dafür seien vor allem zwei Stoffe im Wasser, wie Dr. Christian Höra vom Umweltbundesamt gegenüber myHOMEBOOK ausführt: „Im Trinkwasser sind unter anderem Calcium und Magnesium gelöst.“ Beim Abfüllen des Wassers sind die Stoffe mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Erst, wenn das Wasser trocknet, hinterlässt es weiße Flecken. Und mehr noch: „Wird Wasser im Wasserkocher erhitzt, kann ein Teil des gelösten Calciums als festes Calciumcarbonat ausfallen. Dieses setzt sich besonders an den heißen Flächen ab“, so der Experte. Deshalb werden die Heizstäbe immer zuerst befallen.
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Was die weißen Ablagerungen über die Wasserhärte verraten
Wie sich bereits vermuten lässt, sind die Mineralienionen, auch Härtebildner genannt, für die Härte des Wassers verantwortlich. „Die Wasserhärte selbst beschreibt die Konzentration der gelösten Calcium- und Magnesiumionen im Wasser“, erklärt Höra. „Je härter das Wasser ist, desto eher entstehen solche Ablagerungen.“ Deswegen kann Kalk im Wasserkocher durchaus Aufschluss darüber geben, wie hart (oder weich) das Wasser aus dem Hahn kommt. Wasserhärten fallen je nach Region unterschiedlich aus, die genauen Grade können beim regionalen Wasserversorger erfragt werden.
Ganz egal, ob weiches, mittelhartes oder hartes Trinkwasser – laut Auskunft des Umweltbundesamtes kann in Deutschland jedes Hahnwasser „bedenkenlos getrunken werden“. Es muss lediglich die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen. Die Wasserhärte sei keineswegs ein ausschlaggebender Punkt dafür, ob Wasser aus der Leitung gesundheitlich bedenkenlos ist. Lediglich für den Haushalt sowie die Langlebigkeit von Maschinen wie Geschirrspüler und Waschmaschine könne die Härte des Wassers durchaus relevant sein. Immerhin kann ein hoher Kalkgehalt Rohre zusetzen und in Maschinen ernsthaften Schaden anrichten.
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Kalk vermeiden durch stilles Flaschenwasser?
Wenn man Kalk im Wasserkocher vermeiden möchte, stellt sich irgendwann die Frage, ob Wasser aus der Flasche das Problem gegebenenfalls lösen könnte. myHOMEBOOK hat sich dazu die Inhaltsstoffe der größten Flaschen-Wassersorten angeschaut und ist zu einem deutlichen Ergebnis gekommen: Auch stilles Wasser aus dem Supermarkt enthält je nach Anbieter eine kleine oder große Menge an Calcium- und Magnesiumionen.
In Volvic Naturelle sind etwa 13 Milligramm Calcium und 9 Milligramm Magnesium pro Liter sowie weitere Mineralien enthalten, in ViO Still 51 Milligramm Calcium sowie 5,3 Milligramm Magnesium. Zum Vergleich: Deutsches Leitungswasser enthält im Durchschnitt zwischen 50 und 100 Milligramm Calcium. Beim Magnesium liegen die Werte im Schnitt zwischen 8 und 15 Milligramm.
Gerolsteiner Naturell hat mit Abstand die höchsten Werte. In der stillen Variante sind unter anderem 125 Milligramm Calcium und 44 Milligramm Magnesium enthalten. Laut der Unternehmenswebseite deckt das den empfohlenen Tagesbedarf zu 1/6 (Calcium) und 1/9 (Magnesium). Für den menschlichen Körper sind die Mineralstoffe nämlich essenziell, da er sie nicht selbst herstellen kann. Die EU-Verordnung gibt eine Referenzmenge/einen Nährstoffbezugswert (NRV) von 800 Milligramm Calcium und 375 Milligramm Magnesium an.
Da die Kalkbildung ausschließlich von der im Wasser enthaltenen Mineralmenge abhängt, sorgt auch nicht sprudelndes Flaschenwasser im Wasserkocher für Kalkablagerungen – teilweise sogar schneller als Leitungswasser. Eine wirkliche Alternative für Wasser aus dem Hahn ist Wasser aus dem Supermarkt also kaum.
Kalk dauerhaft beseitigen – geht das?
Wenn Flaschenwasser keine Alternative ist – kann man Kalk im Wasserkocher dann überhaupt dauerhaft besiegen? Nein, sagt Dr. Höra vom Umweltbundesamt: „Bei kalkhaltigem Leitungswasser lässt sich die Neubildung im Wasserkocher nicht dauerhaft durch einmaliges Entkalken verhindern.“ Calciumcarbonat entsteht schließlich bei jedem Kochgang, ganz egal, ob Wasser aus der Leitung oder der Flasche verwendet wird. Sinnvoll ist deshalb die regelmäßige Entkalkung des Gerätes nach Herstellerangaben. Das Umweltbundesamt empfiehlt dafür die Nutzung von Zitronensäure.