5. Oktober 2026, 16:34 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Am Ende der warmen Tage erwachen viele Heizungen wieder aus dem Sommerschlaf. Aber eben nicht alle. Nicht selten erwärmt sich beim Aufdrehen des Thermostats nur die obere oder untere Hälfte des Heizkörpers. In solchen Fällen liegt nicht unbedingt ein Defekt vor. Warum so manche Heizung nach der Sommerperiode stottert, darüber hat myHOMEBOOK mit der Verbraucherzentrale NRW gesprochen.
Wenn sich die Heizung nur ungleichmäßig erwärmt, befindet sich in den meisten Fällen zu viel Luft im Heizsystem. Die Verbraucherzentrale NRW bekommt mit Beginn der Heizperiode häufig ähnliche Fragen gestellt. Die Ursache lässt sich in der Regel auch von Laien beheben. Doch manchmal kann nur ein Fachbetrieb helfen.
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Geräusche des Geräts können Aufschluss geben
Um der Ursache auf den Grund zu gehen, reicht es laut den Experten, gut hinzuhören. Wenn die Heizung nicht anspringt, das Thermostat einmal bis zum Anschlag aufdrehen. Gluckert der Heizkörper dabei und wird trotzdem nicht richtig warm, steckt laut dem Sprecher der Verbraucherzentrale meist Luft im System dahinter. Herrscht nach dem Aufdrehen völlige Stille, klemmt möglicherweise der Ventilstift. Das passiert, wenn das Thermostat länger nicht bewegt wurde.
Ein klemmender Stift lässt sich oft mit wenigen Handgriffen selbst lösen:
- Thermostat wieder auf die höchste Stufe drehen, anschließend den Regler abschrauben.
- Den kleinen Metallstift darunter vorsichtig mit einer Zange hin- und herbewegen, ohne ihn ganz herauszuziehen; alternativ leicht mit einem Hammer antippen.
- Bei anhaltendem Widerstand etwas Schmier- oder Kontaktspray auftragen und kurz einwirken lassen.
- Thermostat wieder aufsetzen und auf die gewünschte Temperatur stellen.
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Meist ist es kein Defekt
Laut Aussage der Verbraucherzentrale NRW sind Heizungen, die oben wärmer sind als im unteren Bereich, nicht ungewöhnlich. Drei harmlose Gründe kommen infrage:
- Geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers
- Niedrige Vorlauftemperatur, gerade zu Beginn der Heizperiode
- Heizkörper, der im Verhältnis zum Wärmebedarf recht groß ausfällt, etwa nach einer nachträglichen Dämmung.
In allen drei Fällen sollte sich der Raum dennoch ausreichend erwärmen. Ein Zimmerthermometer schafft Klarheit: Stimmt die Raumtemperatur, besteht kein Handlungsbedarf.
Der umgekehrte Fall, also eine Heizung, die sich nur unten erwärmt, gehört zu den Klassikern. Laut des Sprechers der Verbraucherzentrale NRW deutet das immer auf Luft im Heizsystem hin. Da Luft leichter als Wasser ist, steigt sie nach oben. Dort blockiert sie den Wasserfluss.
Wichtig ist das richtige Entlüften
Daher reicht es in der Regel, die Heizung zu entlüften. Dafür sollten Sie das Thermostat voll aufdrehen und den Heizkörper warmlaufen lassen. Mit dem Entlüfterschlüssel das Ventil vorsichtig um eine Vierteldrehung öffnen, bis statt Luft ein gleichmäßiger Wasserstrahl kommt. Damit das Wasser nicht auf den Boden schießt, sollten Sie einen kleinen Behälter darunter halten. Den gesamten Vorgang an sämtlichen Heizkörpern wiederholen. Dabei ist zu beachten: Bei mehreren Etagen erst unten entlüften, dann oben, ansonsten wandert die Luft wieder eine Etage höher.
Die Verbraucherzentrale rät: Vor dem Entlüften mehrerer Heizkörper lohnt sich immer ein Blick auf den Systemdruck. Ist dieser Druck zu niedrig, zieht das System beim Entlüften unter Umständen zusätzliche Luft an, anstatt sie herauszudrücken. Welcher Druck für das eigene System optimal ist, steht in der Bedienungsanleitung der Heizungsanlage. Im Zweifel sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen.
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Was, wenn das Entlüften nicht hilft?
Bleibt der Heizkörper nach dem Entlüften trotzdem ungleichmäßig warm, stecken möglicherweise zwei komplexere Ursachen dahinter.
Verschlammung: Über Jahre setzen sich Rost- und Kalkpartikel im Heizungswasser ab und blockieren den unteren Teil des Heizkörpers, ähnlich wie eine Luftblase, gut erkennbar am trüben, bräunlichen Wasser beim Entlüften.
Fehlender hydraulischer Abgleich: Wasser fließt bevorzugt durch kurze, dicke Rohre, weiter entfernte Heizkörper bekommen dadurch zu wenig ab. Ein hydraulischer Abgleich stellt jedes Ventil exakt auf den Wärmebedarf des jeweiligen Raums ein.
In beiden Fällen sollte nach Aussage der Verbraucherzentrale NRW mit einem Fachbetrieb darüber gesprochen werden.
Heizung auf den Winter vorbereiten
Die Verbraucherzentrale empfiehlt zudem ein jährliches „Fit-Machen“ der Heizungsanlage für den Winter, am besten im Spätsommer und in Absprache mit Fachbetrieb sowie Schornsteinfeger. Wer diesen Termin fest im Kalender verankert, erspart sich genau die Situation, die am ersten wirklich kalten Wochenende am unangenehmsten auffällt: eine kühle Wohnung und ausgebuchte Handwerksbetriebe.