10. August 2025, 7:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Die Marke Dyson polarisiert. Fans schwören auf die Haushaltsgeräte des Herstellers, Kritiker sehen darin lediglich überteuerte Statussymbole. Ohne Zweifel gehört Dyson aber zu den bekanntesten Marken weltweit. Wie der Aufstieg vom Start-up bis zum Weltunternehmen verlief, verrät dieser Artikel.
Die Anfänge von Dyson sind oft beschrieben worden. James Dyson, Absolvent des Royal College of Art, ärgert sich Ende der 70er-Jahre über seinen Staubsauger, der zunehmend an Saugkraft verliert. In England tüftelt er in seiner Garage an einem neuen Sauger. Seine Inspiration sind Zyklone in Sägewerken, die Holzspäne aus der Luft filtern können.
Unzählige Versuche später entwickelt er ein funktionsfähiges Modell „seines“ Staubsaugers, der diese Technologie nutzen soll. Nur leider hat keiner der bekannten britischen und amerikanischen Hersteller für Haushaltsgeräte Interesse an dieser Erfindung. Schließlich verdienen sie nicht nur an den Staubsaugern selbst, sondern auch viele Jahre an den Staubsaugerbeuteln, die die Kundschaft regelmäßig kaufen muss. Doch die sich füllenden Beutel hatte Dyson als Ursache für die nachlassende Saugwirkung herkömmlicher Staubsauger identifiziert. Seine Erfindung sollte die Beutel überflüssig machen.
Der Durchbruch kommt in Japan
Den entscheidenden Durchbruch erlebte Dyson in Japan. Das Unternehmen Apex lizenzierte seine Technologie und brachte den Staubsauger „G-Force“ auf den Markt. Der war zwar teuer, aber auch so schick und überzeugend, dass er einen Design-Preis erringen konnte.
Apex zahlte James Dyson Lizenzgebühren. Genug Geld, um 1993 das Unternehmen zu gründen, welches seinen Namen trägt. So brachte er mit dem „DC01“ den ersten eigenen Staubsauger auf den Markt. Er nutzt die „doppelte Zyklonentechnologie“. Ein äußerer Zyklon wirbelt gröberen Schmutz aus dem Luftstrom heraus, der zweite beschleunigt die Luft noch stärker, um auch kleinere Partikel aus der Luft zu trennen.
Nicht allein die Technologie sorgt für Aufsehen. Der DC01 sah auch anders als klassische Staubsauger aus. Binnen weniger Jahre eroberte sich das Gerät seinen Markt in Großbritannien und machte Dyson zu einem der marktführenden Anbieter.
Innovationen treiben das Unternehmen weiter
Die Zyklontechnologie und die daraus gewonnenen Erfahrungen in Hinblick auf die Lenkung von Luftströmungen bilden die Grundlage für weitere Produkte des Unternehmens, die sukzessive auf den Markt kamen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch die Weiterentwicklung von bürstenlosen Elektromotoren.
Dieser verbesserte Motor, der „Dyson Digitalmotor“, spielt eine wichtige Rolle in den weiteren Geräten des Herstellers. Sie laufen deutlich schneller als konventionelle Motoren und sind zudem kompakter. Das ermöglichte nicht allein eine stärkere Saugleistung bei Staubsaugern.
Zum großen Erfolg von Dyson trug die Entwicklung der kabellosen Sauger bei. Kompakte, leichte Staubsauger, die auf Beutel verzichten und das Hinterherziehen einer schweren Motoreinheit überflüssig machen. Die Modellserie „V“ ist auch heute noch eine der wesentlichen Säulen für den unternehmerischen Erfolg.
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Vielseitige Produktpalette für den Haushalt
Heute umfasst das Dyson-Sortiment eine ganze Reihe von Produkten:
- Die Staubsauger-Sparte ist nach wie vor das Herzstück. Hier bietet Dyson kabellose Handstaubsauger, elektrische Bodenwischer, Bodenstaubsauger und Saugroboter an.
- Die Ventilatoren von Dyson kommen ohne sichtbare Rotorblätter aus. Die Geräte der Sparte werden auch mit Zusatzfunktionen wie Luftreinigung oder einem beheizbaren Lufstrom angeboten.
- In den Produkten zur Haarpflege kommt der digitale Motor zum Einsatz: Das Angebot reicht vom Haartrockner bis zum Lockenstab.
Außerdem hat Dyson Leuchten und auch einen Kopfhörer im Angebot. Jedes Produkt bietet durchdachte Details und ein aufsehenerregendes Design.
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Wo produziert Dyson?
Ursprünglich produzierte Dyson seine Geräte ausschließlich in Großbritannien. In den 2000er-Jahren setzte ein Wandel ein. Um Kosten zu senken, verlagerte das Unternehmen seine Hauptproduktion nach Asien. Das brachte die Produkte auch näher zu den boomenden Märkten der Region.
Heute produziert Dyson nach unseren Recherchen vorwiegend in Malaysia und Singapur. Seit 2019 befindet sich auch der Hauptsitz der Firma in Singapur. Das sorgte für reichlich Schlagzeilen in Großbritannien, da James Dyson ein großer Verfechter des „Brexit“ war, also das Verlassen Großbritanniens aus der EU befürwortete.
Wo gibt es Produkte von Dyson?
Die Produkte von Dyson gibt es sowohl online als auch im stationären Handel. Online nutzt Dyson einen eigenen Webshop, erlaubt aber auch den Vertrieb über die Shops von Elektronikketten und Marktplätzen.
In Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Oberhausen unterhält Dyson eigene Stores, in denen die Kunden die Produkte ausprobieren und erwerben können. Zudem ist Dyson auch in den Filialen von Elektronikmärkten und kleineren Fachhändlern zu bekommen.
Meine Erfahrungen mit Dyson
„Ich bin verhältnismäßig spät bei Dyson gelandet. Mein erster Staubsauger war der V7. Aber seitdem bin ich Fan. Überzeugt hat mich nicht allein die Reinigungsleistung. Jedes bewegliche Teil kann zur Reinigung des Geräts demontiert und leicht wieder zusammengesetzt werden. Und jedes Teil ist auch als Ersatzteil über viele Jahre zu bekommen. Und so tut der V7, schon seit einiger Zeit durch ein neueres Modell ersetzt, generalüberholt immer noch seinen Dienst im Haushalt meiner erwachsenen Tochter.“

