23. Januar 2026, 16:49 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein längerer Stromausfall kann plötzlich zur Realität werden – wie jüngst in Berlin, wo Anwohner Anfang Januar für mehrere Tage ohne Strom auskommen mussten. Die Angst vor einem Blackout wächst, und mit ihr das Interesse an Notstromaggregaten. Doch nicht jedes Gerät eignet sich für den privaten Gebrauch. Worauf man beim Kauf eines Notstromaggregats achten sollte, lesen Sie hier.
Für wen lohnt sich ein Notstromaggregat?
Ein mobiler Stromgenerator kann im Falle eines Blackouts tatsächlich helfen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. „Wer unvorsichtig oder gar fahrlässig mit Notstromaggregaten oder den zugehörigen Kraftstoffen umgeht, begibt sich in Lebensgefahr“, warnt Hermann Dinkler, Experte für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband. Vor dem Kauf sollte man sich deshalb gründlich mit Leistung, Einsatzbereich und Sicherheitsaspekten auseinandersetzen.
Welche Größe ist die richtige?
Entscheidend ist zunächst, welche Geräte im Haushalt bei einem Stromausfall weiterhin funktionieren sollen. Der ADAC liefert dazu eine Orientierungshilfe:
- 1000 bis 3000 Watt: Diese kompakten Generatoren sind primär für Camping und einzelne Geräte wie Kühlboxen oder Kochplatten geeignet.
- 4000 bis 8000 Watt: Mit dieser Leistung lassen sich zentrale Haushaltsfunktionen wie Kühlschrank, Router, Heizung und Beleuchtung betreiben.
- 10 000 bis 20 000 Watt: Große stationäre Geräte dieser Klasse können ganze Einfamilienhäuser versorgen.
Einsteigermodelle gibt es laut TÜV-Verband bereits ab rund 200 Euro. Geräte mit einer Leistung von 3000 bis 6000 Watt laufen mit einer Tankfüllung etwa acht bis zwölf Stunden – genug, um etwa eine Wärmepumpe oder die Heizung vorübergehend zu betreiben.
Für den Betrieb empfindlicher Geräte wie Fernseher, Laptops oder Smartphones ist eine bestimmte Technik ratsam. „Ein Inverter verhindert Spannungsschwankungen, die der Elektronik schaden könnten“, erklärt Dinkler. Wer sichergehen will, sollte also zu einem Inverter-Modell greifen.
Wichtig: Für Mieter ist das Einverständnis des Vermieters unerlässlich – schließlich ist dieser für die elektrischen Anlagen im Gebäude verantwortlich.
Passend dazu (via BILD, gehört auch zu Axel Springer): Stromausfall? Mit diesen Geräten kommen Sie durch den Blackout
Anschluss ans Hausnetz nur vom Fachbetrieb
Wer plant, den Generator direkt an das Hausnetz anzuschließen, sollte frühzeitig einen Fachbetrieb einbeziehen. „Sonst könnte es zu Problemen kommen, wenn etwa die Stromversorgung plötzlich wieder da ist und mit dem Generatorstrom wechselwirkt“, warnt Dinkler. Auch Heizungssysteme können besondere Anforderungen an den Stromerzeuger stellen – eine Abstimmung mit dem zuständigen Sanitärbetrieb ist hier sinnvoll.
Laut ADAC benötigen größere Modelle zusätzlich einen Netzumschalter. Bevor ein stationäres Aggregat dauerhaft ans Hausnetz angeschlossen wird, sollte außerdem der Netzbetreiber informiert werden. Er kann auch Auskunft darüber geben, ob für die Nutzung eine Anmeldung bei Behörden erforderlich ist.
Der richtige Standort für das Notstromaggregat
Der Betrieb eines Notstromaggregats erfordert einen geeigneten Standort – insbesondere, um Kohlenmonoxidvergiftungen zu vermeiden. „Notstromaggregate dürfen niemals in der Wohnung selbst genutzt werden“, warnt Dinkler.
In einem Mehrfamilienhaus könne ein Balkon als Standort infrage kommen, bei Einfamilienhäusern auch der Garten. In jedem Fall sei aber mit Lärm- und Abgasbelästigungen zu rechnen – und damit möglicherweise mit Ärger in der Nachbarschaft. Für den Betrieb in Innenräumen wie einem Keller gelten besonders strenge Vorschriften hinsichtlich der Zu- und Abluftführung, so der Experte.
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Was beim Lagern von Kraftstoff erlaubt ist – und was nicht
Neben dem sicheren Betrieb ist auch die sachgemäße Lagerung von Benzin oder Diesel entscheidend. Laut Dinkler gelten dabei klare Vorgaben:
- Im Keller oder in der Garage dürfen maximal 20 Liter gelagert werden.
- In der Wohnung ist die Lagerung von lediglich 1 Liter Benzin erlaubt.
Der ADAC empfiehlt, Kraftstoffe ausschließlich in bruchsicheren, dichten Kanistern aufzubewahren – und nur in gut belüfteten Räumen, fernab von Zündquellen. Das Nachfüllen des Generators sollte stets bei ausgeschaltetem und abgekühltem Motor erfolgen, „um eine Entzündung an heißen Geräteteilen zu vermeiden“, so Dinkler.
Geräte richtig anschließen und trennen
Auch beim Ein- und Ausschalten eines Generators ist Vorsicht geboten. Zunächst muss der Generator laut TÜV-Verband stabil laufen, dann kann man die Elektrogeräte anschließen. Bevor man den Stromversorger wieder ausstellt, sollte man vorher die angeschlossenen Geräte trennen.
Mit Material der dpa