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von myHOMEBOOK

Tauschen, verkaufen, verschenken

Wie Sie Obst und Gemüse online anbieten können

Obst und Gemüse online tauschen und verkaufen
Wer nicht mehr weiß, wohin mit seiner Ernte, kann sie über eine Online-Plattform an Interessierte abgebenFoto: Getty Images

In einer guten Saison können Kleingärtner manchmal so viel Obst und Gemüse ernten, dass sie gar nicht wissen, wohin damit. Oft landen große Teile der Ernte dann im Müll, obwohl sie dafür viel zu schade sind. Besser wäre es doch, man könnte die Früchte jemandem geben, der sie gebrauchen könnte. Diesem Problem hat sich der Chemnitzer Thomas Seidel angenommen und eine Online-Tauschbörse für Kleingärtner ins Leben gerufen hat.

Vor über einem Jahr kam Seidel die Idee für das Tauschen und Verkaufen von Obst und Gemüse über eine Online-Tauschbörse. Mittlerweile wird seine Plattform „Direkt vom Beet“ von 1200 Usern genutzt. Warum seine Idee auf so viel Begeisterung stößt, habe laut Seidel gleich mehrere Gründe: das gestiegene Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit, das gesteigerte Interesse an Regionalität und der Wille, unnötigen Müll zu vermeiden.

Obst und Gemüse tauschen, um Müll zu vermeiden

Das sei auch sein Grundgedanke gewesen: Müll zu vermeiden. „Eine Freundin erzählte mir vor einem Jahr, dass sie sehr viele Tomaten weggeschmissen hat, weil sie sie nicht essen konnte. Ihr Opa pflanzt aber wie vor 30 Jahren extrem viele Tomaten an. Das Interessante war, dass wir dieses Gespräch bei einer Veranstaltung zur Vermeidung von Müll führten und ich als Verbraucher, wenn ich denn Tomaten oder andere Früchte haben möchte, leider die Verpackung immer mitkaufen muss“, erinnerte sich Seidel im Gespräch mit myHOMEBOOK zurück. Hätte er die Tomaten-Ernte angeboten bekommen, hätten sowohl er als auch besagte Freundin Müll vermeiden können.

Wie funktioniert der Online-Tausch von Obst und Gemüse?

„Bei Direktvombeet.de ist erstellt der Anbieter (meist der Gärtner) ein Angebot, welches vom Städter gefunden wird. Oder der Städter erstellt ein Gesuch. Beide kommunizieren so lange gegenseitig anonym, wie sie wollen. Wenn diese Kontaktdaten austauschen wollen, dann tun sie das und treffen sich im Garten“, erklärte Seidel.

Interessierte können sich die Ernte entweder abholen oder müssen Obst sowie Gemüse selbst ernten. Über die Art der Bezahlung entscheidet der Anbieter – er kann einen Preis festlegen, einen Tausch vereinbaren oder seine Ernte einfach verschenken.

Online-Tauschbörse für Obst und Gemüse
Jegliche Obst- und Gemüsesorten können über die Plattform angeboten werdenFoto: Direktvombeet.de

Wo wird die Ernte angeboten?

Es gibt deutschlandweit Angebote. Über die Plattform hat man die Möglichkeit, den Radius zu bestimmen, in dem einem Angebote angezeigt werden sollen. „Die Idee ist nicht, dass man ewig zu den Früchten hinfährt, sondern auf dem Weg von der Arbeit nach Hause anhält und etwas einpackt. Oder eben unmittelbar in der Wohnumgebung. Es sollten keine weiten Wege sein“, fügte Seidel hinzu. Das sei vor allem im Hinblick auf den Gedanken der Umweltfreundlichkeit wichtig.

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Was wird noch über die Plattform angeboten?

Wer lieber selbst Gemüse und Obst anbauen will, anstatt nur die Ernte anderer zu erwerben, kann auf der Tauschbörse auch Ausschau nach einem eigenen Gartengrundstück halten. Zudem werden manchmal Gemeinschaftsgärten oder kleinere Grundstücke zur Pflege inseriert.

Auch außerhalb der Erntesaison werden weiterhin Angebote hochgeladen – beispielsweise können dann Saatgut, Werkzeuge oder Schnittblumen getauscht und verkauft werden.

Alternative Möglichkeiten

  • Ab und an gibt es derartige Angebote und Gesuche auch auf Tauschbörsen wie Ebay Kleinanzeigen oder solchen, die gezielt auf Pflanzen spezialisiert sind.
  • In vielen Kleingartenanlagen legen Gärtner ihre Ernte zum Mitnehmen vor die Tür. Passanten dürfen sich aus den Körben – sofern diese eindeutig dafür gedacht sind – einfach bedienen.
  • Wer seine Ernte doch lieber klassisch verkaufen möchte, kann sich auch einen Stand auf einem Wochenmarkt mieten und sie dort anbieten.