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Dampf-Duell

Die Vor- und Nachteile von Bügeleisen und Steamer

Mal eben schnell ein Hemd wieder faltenfrei bekommen - besser mit Bügeleisen oder Steamer?
Mal eben schnell ein Hemd wieder faltenfrei bekommen - besser mit Bügeleisen oder Steamer? Foto: Getty Images
myHOMEBOOK-Redaktion

20. Oktober 2026, 12:16 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Knitterfalten in der Bluse oder ein Kleid, das nach längerer Zeit im Schrank dringend aufgefrischt werden muss: Um Kleidung zu glätten, kann man neben dem klassischen Bügeleisen heutzutage auch zum Steamer greifen. Doch nicht für jedes Kleidungsstück und jede Situation eignen sich beide Geräte gleichermaßen.

Mit dem Steamer kam ein Gerät auf den Markt, das den Bügelprozess vereinfachen sollte. Das Elektrogerät soll mit einem Handgriff Kleidung in wenigen Minuten mit Wasserdampf glätten. Doch ist der Steamer tatsächlich eine praktische Alternative zum klassischen Bügeleisen? myHOMEBOOK sprach mit Nadia Bouraoui-Gretter, Präsidentin des Berufsverbands Hauswirtschaft e. V., über die Vor- und Nachteile beider Textilpflegegeräte und zeigt, in welchen Situationen Steamer oder Bügeleisen die bessere Wahl sind.

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Wie funktionieren Bügeleisen und Steamer?

Bügeleisen und Steamer funktionieren auf unterschiedliche Weise. Das klassische Bügeleisen glättet Kleidung durch hohe Hitze und Druck. Dafür wird die heiße Bügelsohle auf das Kleidungsstück gedrückt und über den Stoff bewegt. Bei einem Dampfbügeleisen unterstützt zusätzlich Wasserdampf das Glätten der Fasern.

Ein Steamer hingegen arbeitet hauptsächlich mit Wasserdampf. Das Gerät besitzt dafür einen kleinen Tank, der mit Wasser gefüllt wird. Ein Heizelement sorgt dafür, dass sich das Wasser innerhalb weniger Minuten erhitzt. Anders als beim Bügeln muss dafür kein Bügelbrett hervorgeholt und aufgebaut werden. Das Kleidungsstück kann einfach auf einem Bügel hängen bleiben und direkt mit dem Steamer bearbeitet werden. Dabei geht man am besten langsam und gleichmäßig vor.

Die Anwendung des Steamers ist schnell und unkompliziert. Zudem arbeitet er häufig schonender als ein Bügeleisen, erklärt Bouraoui-Gretter. Beim Steamen seien Textilien lediglich Wärme und Wasserdampf ausgesetzt, erläutert sie im Gespräch mit myHOMEBOOK. Der zusätzliche Druck durch die heiße Bügelsohle entfalle, wodurch sich Glanzstellen oder plattgedrückte Fasern eher vermeiden ließen.

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Diese Textilarten vertragen Wasserdampf

Auch wenn ein Steamer praktisch wirkt, eignet er sich nicht für alle Textilarten. „Nicht jedes Textil verträgt heißen Dampf. Vorsicht ist vor allem bei Leder, Wildleder, gewachsten oder beschichteten Materialien sowie bei empfindlichen Drucken und Applikationen geboten. Auch sehr hitze- oder feuchtigkeitsempfindliche Stoffe können problematisch sein“, so die Expertin. Zu diesen Stoffen zählen vor allem Seide, Kaschmir, Viskose und Elasthan. Bouraoui-Gretter rät deshalb, die Pflegehinweise des Herstellers zu beachten und gegebenenfalls die Verträglichkeit des Steamers vorab auf einer unauffälligen Stelle zu testen.

Und wie sieht es in puncto Glattheit aus? Da fällt die Antwort der Expertin eindeutig aus: „Wenn es wirklich glatt sein soll, hat das Bügeleisen die Nase vorn. Gerade bei Kragen, Manschetten, Bügelfalten oder stärkeren Knitterfalten kommt der Steamer an seine Grenzen.“

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Strom- und Wasserverbrauch von Steamer und Bügeleisen

Beim Strom– und Wasserverbrauch unterscheiden sich beide Geräte nur wenig. Der Wasserverbrauch ist sowohl beim Steamer als auch beim Bügeleisen vergleichsweise gering, so Bouraoui-Gretter. Für den Stromverbrauch seien vor allem Leistung, Aufheizzeit und die Nutzungsdauer entscheidend.

Ein Steamer kann bei einzelnen Kleidungsstücken energiesparender sein, da er schnell einsatzbereit ist und nur kurz genutzt werden muss. Für große Wäscheberge kann sich der Griff zum Bügeleisen hingegen mehr lohnen, sagt die Expertin. Wie hoch der Energieverbrauch letztlich ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab.

Für wen eignet sich welches Gerät?

Ob ein Steamer oder ein Bügeleisen die bessere Wahl ist, richtet sich vor allem nach dem individuellen Alltag. Dazu erläutert Nadia Bouraoui-Gretter: „Wer regelmäßig größere Mengen bearbeitet, Kragen und Manschetten bügelt oder Wert auf ein wirklich glattes und präzises Ergebnis legt, ist mit dem Bügeleisen besser bedient.“ Auch bei stark zerknitterten Kleidungsstücken und dicken Textilien wie Tischdecken und Bettwäsche kann das Bügeleisen bekanntermaßen effektive Ergebnisse erzielen.

Ein Steamer eignet sich hingegen für flexible Anwendungen. Wenn man Bügeln nicht mag oder wenn es schnell gehen muss, ist er sinnvoll, so die Expertin. Auch für Menschen, die häufig reisen und unterwegs sind, stellt das Gerät ein praktisches Gadget dar.

Für die Expertin hat der Steamer auch noch einen weiteren großen Vorteil: Er kann Kleidung auffrischen. Das ist besonders praktisch bei Kleidungsstücken, die man schon einmal getragen hat. Ein kurzer Einsatz des Steamers kann genügen, damit das Lieblingsteil wieder gepflegt aussieht und nicht direkt gewaschen werden muss. Das gilt allerdings nur, wenn die Kleidung nicht verschmutzt ist. Eine notwendige Wäsche kann das Steamen nicht ersetzen, so Bouraoui-Gretter.

Sowohl Steamer als auch Bügeleisen haben ihre Vor- und Nachteile. Wichtiger als der Aspekt, welches Gerät besser ist, sind persönliche Präferenzen. „Entscheidend ist, was ich erreichen möchte und was zu meinem Alltag passt“, sagt die Expertin abschließend.

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