25. Juli 2025, 14:48 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Vom Krankenhaus in die Werkstatt: Eine Erfindung des Unternehmens Fein trug zu seiner Erfolgsgeschichte bei. myHOMEBOOK-Autor Stephan Lamprecht stellt die Firma und ihr Erfolgsprodukt genauer vor.
1967 entwickelte die Firma Fein aus Schwäbisch Gmünd eine oszillierende Säge für Ärzte. Diese konnte Gipsverbände durchtrennen, ohne die Haut der Patienten zu verletzen. Das Gerät bildete die Grundlage für eines der erfolgreichsten Produkte des Unternehmens: den „Multimaster“.
Bereits im 19. Jahrhundert gegründet
Die Geschichte von Fein reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. 1867 gründeten die Brüder Wilhelm Emil und Carl Fein in Stuttgart eine „Mechanische Werkstatt“. Dort entwickelten sie Induktionsapparate, Feuermelder und Handbohrmaschinen.
Der „Multimaster“ – eine Erfolgsgeschichte beginnt im Krankenhaus
Die innovative Säge mit Oszillation blieb nicht lange im Krankenhaus. Bereits 1970 entwickelte Fein daraus eine Karosseriesäge für die Automobilindustrie. Von da war der Weg zum „Multimaster“ nicht mehr weit. Wie das Unternehmen auf seiner Internetseite schreibt, entwickelte sich dieses erste Multi-Werkzeug zu einem echten Verkaufsschlager. Über fünf Millionen Stück sind weltweit inzwischen im Einsatz.
Wer nun meint, dass sich an einem solchen Produkt nichts mehr optimieren lässt, irrt. So weisen die neueren Modelle ein Anti-Vibrationssystem auf. Die Entkopplung des Motors vom Gehäuse macht die Arbeit weniger ermüdend.
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Wo produziert Fein?
Der Stammsitz von Fein befindet sich in Schwäbisch Gmünd-Bargau. Dort arbeiten über die Hälfte aller Beschäftigten. Zudem unterhält die Firma nach unseren Recherchen auch Produktionsstandorte in Asien und Nordamerika. Welche Geräte an welchem Standort produziert werden, ließ sich allerdings nicht ermitteln. Leider blieb unsere Presseanfrage zu Details in Hinblick auf die Fertigung unbeantwortet.
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Vielfältige Produktpalette für Profis
Fein beschränkt sich nicht auf die Oszillationswerkzeuge. Das Produktportfolio umfasst heute verschiedene Kategorien: Bohren und Schrauben, Schleifen und Polieren, Trennen und Sägen sowie die Multi-Tools. Im markanten orange-schwarzen Gehäuse bietet die Firma auch diese Geräte an:
- Akku-Bohrschrauber und Schlagschrauber
- Winkelschleifer
- Stich- und Bandsägen
- Kernbohrmaschinen für Metall
- Nass- und Trockensauger
Gemeinsam mit der Firma Bosch wurde eine kompatible Werkzeugaufnahme für Multi-Tools entwickelt, die den Namen „Starlock“ trägt. Bei den Geräten mit Akkubetrieb setzt Fein auf das „Ampshare“-System, das Bosch Professional initiiert hatte.
Wo gibt es Werkzeuge von Fein?
Fein verkauft ausschließlich über den Fachhandel. Die Werkzeuge sind inzwischen in 45 Ländern weltweit erhältlich. Eine Säule des Vertriebs bildet der stationäre Handel mit ausgesuchten Fachhandelsunternehmen. Die Produkte gibt es auch in vielen Online-Shops.
Meine erster Kontakt mit dem „Multimaster“
„An meine erste ‚Begegnung‘ mit dem Fein Multimaster kann ich mich noch gut erinnern. In meiner Schulzeit wurde in einer Fernsehsendung ein Werkzeug gezeigt, das mich beeindruckt hatte. Wie war es möglich, dass mit einem kleinen Aufsatz exakt eine Fuge aufgetrennt und eine winzige Fliese ausgetauscht werden konnte? Von der oszillierenden Bewegung hatte ich seinerzeit noch keine Vorstellung. Aber klar: Als Erwachsener musste ich den Multimaster einfach haben.“