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Heimwerker-Wissen

Welche Hammerarten es gibt und wann man welchen braucht

Ein Hammer gehört zur Ausstattung jedes Heimwerkers
Ein Hammer gehört zur Ausstattung jedes HeimwerkersFoto: Getty Images

Der Hammer gehört zur Grundausstattung eines jeden Heimwerkers und ist ein unverzichtbares Werkzeug – nicht nur, um Nägel in der Wand zu versenken. Für welchen Einsatzbereich sich welche Art eignet.

Obschon es sich beim Hammer um eines der ältesten und auch einfachsten Werkzeuge der Menschheit handelt, gibt es viele verschiedene Ausführungen. Für jede Hammerart gibt es eine entsprechende Aufgabe. Weder der Vorschlaghammer noch der Gummihammer eignen sich beispielsweise dafür, einen Nagel in die Wand zu schlagen.

Was zeichnet einen guten Hammer aus?

In der Regel ist der Hammer immer ähnlich aufgebaut und besteht aus einem Stiel und einem Kopf. Das ist auch bereits eines der wichtigsten Qualitätskriterien: Stiel und Kopf sollten sicher miteinander verbunden sein und nicht wackeln.

Der Stiel besteht üblicherweise aus Hartholz, aber auch Materialien wie Metall, Kunststoff und sogar Glasfaser kommen zum Einsatz. Wichtig ist, dass der Griff gut in der Hand liegt und die Schläge abfedert, damit sie sich nicht auf das Handgelenk übertragen. Beim Kauf sollte man auch das Gewicht des Hammers prüfen. Für die meisten Anwendungen muss ein Hammer gar nicht besonders schwer sein.

Hammerarten im Überblick

Hammer ist nicht gleich Hammer. Die Arten unterscheiden sich sowohl im Aufbau als auch in der Nutzung. In vielen Fällen sind die Hammerarten nach dem entsprechenden Gewerk im Handwerksbereich benannt. Die gebräuchlichsten Typen für den Einsatz in Haus, Garten, Garage und Werkstatt sind:

1. Der Schlosserhammer

Beim Schlosserhammer handelt es sich um den Klassiker unter den Hämmern, wenn es darum geht, Nägel oder Dübel in die Wand oder ein Werkstück zu treiben. Er ist universal einsetzbar und sollte in keinem Haushalt fehlen. Er ist recht einfach aufgebaut: Auf dem Stiel – meistens aus Holz – sitzt ein Stahlkopf mit zwei unterschiedlichen Seiten. Die eine ist flach (auch Bahn genannt), die andere läuft keilförmig zu (auch Pinne genannt). Es gibt sie in verschiedenen Größen und entsprechenden Gewichtsklassen.

Ein Schlosserhammer eignet sich vor allem, um Nägel zu versenken – allerdings muss man ihn auch richtig treffen
Ein Schlosserhammer eignet sich vor allem, Nägel zu versenken – allerdings muss man ihn auch richtig treffen Foto: Getty Images

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2. Der Gummihammer

Wie der Name schon vermuten lässt, besteht der Kopf nicht aus Stahl, sondern aus Hartgummi. Zudem ist der Gummihammer in der Regel zylindrisch geformt und nicht eckig. Der Vorteil: Werkstücke und Materialien werden beim Arbeiten nicht beschädigt, der Hammer behält aber seine Schlagkraft. So eignet sich der Gummihammer zum Beispiel, um Scharniere und Holzteile an Möbeln festzuklopfen, beim Einpassen von Gipskartonplatten oder beim Verlegen von Fliesen oder Laminat. Den Gummikopf gibt es übrigens auch zum Nachrüsten: Ein entsprechender Überzieher aus dem Baumarkt lässt sich auf die flache Seite eines gewöhnlichen Hammers stülpen.

Tipp: Auch beim Campingurlaub leistet der Gummihammer gute Dienste – beim Einschlagen der Heringe in den Boden, die sich sonst gerne mal verbiegen.

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3. Der Fäustel

Der Fäustel zeichnet sich durch seinen schweren und besonders gehärteten Kopf mit mindestens einem Kilogramm Gewicht aus. Er kommt in den meisten Fällen zusammen mit einem Meißel zum Einsatz, um beispielsweise Stein zu behauen. Der Fäustel zählt zum Werkzeug, dass der Steinmetz tagtäglich bei seiner Arbeit verwendet. Eine noch massigere Form ist der Bossierhammer (zwischen zwei und drei Kilogramm), der früher im Steinbruch benutzt wurde.

4. Der Holzhammer

Diese Hammerart – auch Klopfholz oder Klüpfel genannt – wird ähnlich wie der Fäustel dazu verwendet, andere Werkzeuge anzutreiben. Üblicherweise gehört der Holzhammer zur Grundausstattung des Schreiners, der ihn zusammen mit dem Stechbeitel verwendet, um Holz zu bearbeiten.

Mit Holzhammer und Stechbeitel lässt sich Holz gut bearbeiten
Mit Holzhammer und Stechbeitel lässt sich Holz gut bearbeitenFoto: Getty Images

5. Der Maurerhammer

Der Maurerhammer ist ähnlich aufgebaut wie der Schlosserhammer, besitzt auf einer Seite jedoch eine quer liegende, flache, und teils auch scharfe Kante. Im Maurerhandwerk werden damit Ziegelsteine zurecht gehauen. Die andere Seite ist flach, oft auch geriffelt oder angeraut.

Tipp: Bei vielen Maurerhammern haben eine kleine schlitzförmige Einkerbung. Damit lassen sich praktischerweise Nägel herausziehen.

6. Der Latthammer

Der Latthammer ist das typische Werkzeug des Zimmermanns – weshalb er oft auch als Zimmermannshammer bezeichnet wird. Auch er besitzt auf einer Seite ein spezifisches Merkmal in Form von zwei Zinken, einer länger als der andere. Mit der Spitze kann er in ein Holzstück eingeschlagen werden. Zwischen den beiden Zinken befindet sich ein Schlitz, mit dem man ganz leicht Nägel aus Holz ziehen kann.

Der Latthammer gehört zur Grundausstattung des Zimmermanns
Der Latthammer gehört zur Grundausstattung des ZimmermannsFoto: Getty Images

Tipp: Oft besitzt der Latthammer auch eine magnetische Vertiefung, um Nägel zu halten.

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7. Der Spalthammer

Der Spalthammer zählt zusammen mit dem Vorschlaghammer zu den echten Schwergewichten und wiegt rund drei Kilogramm. Eigentlich ist er eine Mischung aus Hammer und Axt – aber deutlich schwerer als letztere. Auf der einen Seite besitzt er eine keilförmige Klinge, die stumpf ist. Wie der Name schon sagt, wird damit Holz gespalten. Mit der stumpfen Seite lassen sich Keile ins Holz treiben.

8. Der Vorschlaghammer

Vorschlaghammer sind gemacht für grobe Arbeiten, die eine hohe Schlagkraft erfordern, beispielsweise bei Abbrucharbeiten. Auch angespitzte Pfähle lassen sich durch das massive Gewicht zwischen drei bis fünf Kilogramm in den Boden treiben. Im Gegensatz zu anderen Hammerarten wird der Vorschlaghammer stets beidhändig geführt.