Eingetrocknete Farbeimer, alte Elektrogeräte, leere Kartons: Beim Ausmisten von Kellerräumen kommt einiges zum Vorschein. Doch was muss wie entsorgt werden? Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ informiert darüber, wie unterschiedliche Abfälle richtig getrennt werden.
Dabei lohnt es sich, auch auf Details zu achten. Denn einiges, was im Keller nur noch Platz wegnimmt, enthält wertvolle Rohstoffe. Richtig getrennt kann vieles recycelt werden.
Was kommt in die Gelbe Tonne und den Gelben Sack?
Beim Renovieren und Heimwerken bleiben oft Verpackungen übrig, die später im Keller aufbewahrt werden. Typische Beispiele hierfür sind leere Farbeimer und Verpackungen von Putzmitteln oder Schrauben, Nägeln und Dübeln. Kunststoffverpackungen wie diese gehören entleert in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Dasselbe gilt für Dosen, Kanister und Spraydosen aus Aluminium oder Weißblech. Wichtig ist, darauf zu achten, dass alle Verpackungen komplett leer sind.
Befinden sich beispielsweise noch Reste in einer Spraydose, darf sie nicht einfach in die Gelbe Tonne, im Gelben Sack oder im Hausmüll entsorgt werden. Denn das kann sogar gefährlich werden. Geraten Spraydosen mit Resten wie Teppichschaum, Imprägnierspray oder Sprühfarben in Abfalltonnen, beim Transport oder in der Sortieranlage zusätzlich unter Druck, können sie Brände oder Verpuffungen verursachen. Sie müssen deshalb beim örtlichen Wertstoffhof oder einer Schadstoffsammelstelle abgegeben werden.
Was passiert mit Farbresten, Lösungsmitteln oder eingetrockneten Pinseln?
Das kennt so gut wie jeder Heimwerker: der Blick in den Farbeimer, bei dem sich zeigt, dass nur noch ein paar Milliliter Farbe übrig sind. Kleine Mengen bereits getrockneter Farbe dürfen im Restmüll entsorgt werden. Das gilt auch für gebrauchte Pinsel und Farbrollen, die sich oft nicht zu 100 Prozent auswaschen lassen.
Größere Mengen Farbe, Lacke oder Reinigungsmittel müssen dagegen (am besten in der Originalverpackung) zum Wertstoffhof, Schadstoffmobil oder einer Schadstoffsammelstelle gebracht werden. Da die Vorgaben dafür regional unterschiedlich sind, kann man sich bei Fragen an die kommunale Abfallberatung vor Ort wenden.
Wohin mit alten Kartons, Zeitungen und Büchern?
In vielen Haushalten werden Kartons frei nach dem Motto „Man könnte es irgendwann noch einmal brauchen“ eingelagert. Doch so sammelt sich im Keller schnell ein ganzer Stapel an.
Wenn dann der Entschluss fällt, die Kartons zu entsorgen, gehören sie in die Altpapiertonne – ebenso wie alte Zeitschriften, Schulhefte oder Bücher.
Doch Vorsicht: Besteht eine Verpackung aus verschiedenen Materialien, müssen diese voneinander getrennt werden. Während Karton und Papier im Altpapier entsorgt werden, gehören Verpackungsbestandteile aus Kunststoff oder Styropor in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
Aber die Mühe lohnt sich: Altpapier ist der wichtigste Rohstoff für die deutsche Papierindustrie. Papierfasern können bis zu 25-mal recycelt werden. Aus Recyclingfasern werden zum Beispiel neue Kartons, Zeitungs- oder Hygienepapiere wie Küchenrollen.
Was tun mit durchgebrannten Glühbirnen und kaputten Kabeln?
Beim Ausmisten von Kellerräumen dauert es oft nicht lange, bis Kisten mit alten Lampen und Kabeln auftauchen. Auch hier ist es wichtig, auf die Details zu achten:
- Kaputte Energiespar- und LED-Lampen müssen bei dafür vorgesehenen Sammelstellen (zum Beispiel in Elektrofachgeschäften oder Bau- oder Drogeriemärkten) abgegeben werden.
- Durchgebrannte Glühbirnen und Halogenlampen dürfen in den Restmüll.
- Die richtige Anlaufstelle für ausgediente Kabel ist der örtliche Wertstoffhof.
Wie werden ausgediente Elektrogeräte entsorgt?
Ein kaputter Toaster, das alte Radio oder ein ausrangierter Föhn gehören nicht in den Hausmüll. Kleine Elektrogeräte (mit einer Kantenlänge von maximal 25 Zentimetern) können jedoch in vielen Fällen im Handel zurückgegeben werden. Hier können die Profis vor Ort, zum Beispiel im Elektrofachhandel, weiterhelfen. Unter bestimmten Voraussetzungen nehmen auch Supermärkte und Lebensmitteldiscounter die Geräte zurück: Wenn der jeweilige Markt mindestens 800 Quadratmeter Verkaufsfläche hat und mehrmals im Jahr Elektrogeräte wie Wasserkocher oder Staubsauger anbietet.
Warum Trinkgläser und Porzellan nicht ins Altglas gehören
Nicht alles, was aus Glas ist, kommt automatisch in die Altglascontainer. Trinkgläser, kaputte Spiegel, zerbrochene Fensterscheiben oder Gegenstände aus Glaskeramik dürfen zum Beispiel nicht in die Container eingeworfen werden. Dasselbe gilt für Teller und Tassen aus Porzellan oder Steingut.
Der Grund: Diese Materialien haben andere Schmelzpunkte als Verpackungsglas und können den Recyclingprozess von Altglas stören. Kleinere Mengen davon dürfen im Restmüll entsorgt werden. Für die Entsorgung großer Mengen ist der kommunale Wertstoffhof die richtige Anlaufstelle.
In die Altglascontainer gehören ausschließlich leere Glasverpackungen wie pfandfreie Flaschen oder alte Marmeladengläser. Sie müssen nach den Farben Braun, Grün oder Weiß in die entsprechenden Container eingeworfen werden. Andersfarbige Glasverpackungen, zum Beispiel blaue oder rote Flaschen, dürfen in den Container für Grünglas. Die Deckel müssen nicht abgeschraubt werden.
Dass es sich lohnt, beim Sortieren von Altglas genau hinzusehen, zeigt ein Blick auf die Statistik: Neue Glasflaschen bestehen zu durchschnittlich 60 Prozent aus recyceltem Altglas, bei Grünglas sind es sogar bis zu 90 Prozent.
Und der ganze Kleinkram? Was tun mit alten CDs, Spielzeug & Co.?
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel „Kleinkram“ sich im Alltag ansammelt. Einiges davon, zum Beispiel einzelne CDs und alte Videokassetten, kann im Restmüll entsorgt werden. Sie werden anschließend allerdings verbrannt. Größere Mengen wie aussortierte CD-, DVD- oder Videokassetten-Sammlungen sollten daher beim Wertstoffhof abgegeben werden. Sie enthalten wichtige Rohstoffe wie Erdöl oder Aluminium, die dort fachgerecht recycelt werden.
Kaputte Kochtöpfe, Kleiderbügel oder Spielzeug aus Kunststoff und Metall gehören, wenn sie nicht zu groß sind, in den Restmüll. Alternativ können sie in die Wertstofftonne entsorgt werden, falls vorhanden. Auch beim „Kleinkram“ gilt: Regelungen können je nach Kommune unterschiedlich sein, Auskunft gibt die örtliche Abfallberatung.
Vorsicht Brandgefahr: Wohin mit Batterien und Akkus?
Grundsätzlich sollten alle Batterien in speziellen Sammelboxen abgegeben werden, zum Beispiel im Supermarkt, in Elektrofachgeschäften sowie Bau- oder Drogeriemärkten. Brandgefährlich sind jedoch Lithium-Ionen-Batterien oder -Akkus. Geraten sie mit dem Hausmüll in Abfalltonnen, Entsorgungsfahrzeuge oder Sortieranlagen, können sie dort gefährliche Brände verursachen. Ihre Entsorgung im Restmüll, Gelber Tonne und Gelbem Sack ist daher tabu: Sie müssen bei Sammelstellen in Geschäften oder bei Wertstoffhöfen abgegeben werden.
Ordentliches Ausmisten schafft nicht nur wieder Platz im Keller: Wer dabei Abfälle richtig entsorgt, hilft auch, wertvolle Rohstoffe zu recyceln. Aus recycelten Materialien wie Kunststoff, Glas, Karton, Papier und Metall können neue Produkte entstehen. So lassen sich natürliche Ressourcen schonen sowie Energie und Treibhausgasemissionen einsparen.
Fragen rund um richtige Mülltrennung und Recycling beantwortet die Initiative „Mülltrennung wirkt“ unter www.mülltrennung-wirkt.de. Hier gibt es außerdem hilfreiche Tipps und praktische Trenntabellen in vielen Sprachen zum Ausdrucken.