Warum stellt man zu Halloween Kürbisse vor die Tür?
Im Herbst und vor allem an Halloween dürfen die Kürbisse mit Grimasse nicht fehlen. Dahinter steckt jedoch mehr als eine furchteinflößende Dekoration Foto: Getty Images
Halloween steht vor der Tür und damit auch die Zeit der schaurigen Dekorationen. Eine der wohl bekanntesten Gruselmethoden sind die fiesen Grimassen, die in Kürbisse geritzt werden. Meist geschmückt durch ein Teelicht in den Kürbissen, leuchten sie vor den Haustüren noch umso furchterregender auf. Aber warum macht man das? Hinter den leuchtenden Kürbisgesichtern steckt die jahrhundertealte Tradition der Jack O’Lanterns, deren Ursprung überraschenderweise gar nichts mit Kürbissen zu tun hat.
Die Legende von Stingy Jack und der leuchtenden Geisterlaterne
Die Geschichte der Jack O’Lantern führt vor allem nach Irland. Mit ihr verbunden ist die Sage vom sogenannten „Stingy Jack“, einem geizigen und hinterlistigen Mann, der sogar den Teufel überlistet haben soll. Einer bekannten Version der Legende zufolge, traf Jack eines Abends den Teufel und überredete ihn, sich in eine Münze zu verwandeln, um damit einen Drink bezahlen zu können. Jack steckte die Münze jedoch neben ein silbernes Kreuz in seine Tasche, sodass der Teufel seine ursprüngliche Gestalt nicht mehr annehmen konnte. Erst nachdem dieser Jack versprochen hatte, ihn zunächst in Ruhe zu lassen und seine Seele nicht zu beanspruchen, ließ Jack ihn wieder frei.
Später soll Jack den Teufel ein weiteres Mal ausgetrickst haben. Nach Jacks Tod durfte er deshalb weder in den Himmel noch in die Hölle. Der Teufel gab ihm lediglich eine glühende Kohle, die ihm den Weg durch die Dunkelheit erhellen sollte. Jack steckte sie in eine ausgehöhlte Rübe und soll seitdem mit seiner Laterne umherwandern. Aus „Jack of the Lantern“ entwickelte sich schließlich die Bezeichnung „Jack O’Lantern“. Die Geschichte wird mit minimalen Unterschieden in verschiedenen Varianten erzählt.
Der Halloween-Kürbis war ursprünglich eine Rübe
Auch Halloween selbst hat eine lange Vorgeschichte. Häufig werden seine Ursprünge unter anderem mit dem keltischen Fest Samhain in Verbindung gebracht, das den Übergang vom Sommer und der Erntezeit in die dunkle Jahreszeit markierte. In Irland wurden später Rüben und anderes Wurzelgemüse ausgehöhlt und teilweise mit furchterregenden Gesichtern versehen. Die geschnitzten Laternen sollten unter anderem ungebetene und umherwandernde Geister fernhalten. Die Tradition ist also deutlich älter als der heute typische orangefarbene Halloween-Kürbis.
Doch warum verwendete man ausgerechnet Rüben? Die Antwort ist relativ einfach, denn Rüben wuchsen in Irland und Großbritannien reichlich und ließen sich gut aushöhlen und als Laternen nutzen. Neben Rüben wurden regional auch andere Wurzelgemüse genutzt.
Den entscheidenden Wandel erlebte die Tradition, als irische Einwanderer sie im 19. Jahrhundert mit in die USA brachten. Dort waren Kürbisse weit verbreitet und aufgrund ihrer Größe und Beschaffenheit wesentlich leichter auszuhöhlen und zu schnitzen als die vergleichsweise kleinen und harten Rüben. Nach und nach setzte sich deshalb der Kürbis als bevorzugter Jack O’Lantern durch. Von Nordamerika aus wurde der leuchtende Kürbiskopf schließlich zu einem der bekanntesten Symbole für Halloween. Damit erklärt sich auch, warum heute Kürbisse vor den Haustüren stehen, obwohl die ursprünglichen Jack O’Lanterns gar keine Kürbisse waren.
Auch das Licht ist keineswegs nur Dekoration, sondern gehört bereits zur Legende von Stingy Jack. Darin ist es die glühende Kohle, die Jack in einer ausgehöhlten Rübe transportiert. Sie soll ihm den Weg erhellen, während er dazu verdammt ist, durch die Dunkelheit zu wandern. Gleichzeitig konnten ausgehöhlte Rüben ganz praktisch als Laternen verwendet werden. Durch die eingeschnittenen Öffnungen beziehungsweise Gesichter fiel das Licht nach außen. Aus der einstigen Rübenlaterne entwickelte sich so über Jahrhunderte der beleuchtete Kürbis, der heute kaum noch von Halloween wegzudenken ist.
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