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Pilzgefahr

Im Herbst bei Birnbäumen unbedingt Falllaub entfernen

Birnen am Birnbaum
Die Erntezeit für Birnen liegt zwischen August und Ende Oktober. An der goldgelben Farbe erkennt man, dass die Früchte reif sindFoto: Getty Images

Zwischen Spätsommer und Herbst ist die Erntezeit für Birnen gekommen. Zudem sollte man zu dieser Zeit auch die welken Blätter entfernen, um einem Pilzbefall vorzubeugen. Was sollten Hobbygärtner darüber wissen?

Der Birnbaum zählt neben dem Apfelbaum wohl zu den beliebtesten Obstgehölzen in deutschen Gärten. Die süß-saftigen Früchte lassen sich von Früh- bis Spätherbst ernten und verarbeiten. Worauf sollte man bei Anbau, Pflege und Ernte von Birnbäumen achten?

Woran erkennt man reife Birnen?

In der Herbstsonne verfärben sich die grasig-grünen Birnen und nehmen goldgelbe Farbe an. Manche bekommen rote Bäckchen. Beide Merkmale können als untrügliches Zeichen für die nahende Reife angesehen werden. Erntezeit für Birnen ist zwischen August und Ende Oktober. Das Fruchtfleisch wird buttrig weich, schmeckt süß und erweist sich häufig als saftig. Dabei zählen die Steinzellen, die dem Fruchtfleisch Biss verleihen, zu den untrüglichen Zeichen einer jeden Birne. Diese griesigen, harten Körnchen sind im Prinzip Zellen mit verholzten Zellwänden.

Auch interessant: Bapfel – eine Kreuzung aus Apfel und Birne, die resistenter ist

Worauf sollte man beim Standort achten?

„Birnenbäume sind empfindlicher als Apfelbäume“, sagt Werner Dierend, Professor für Obstbau an der Hochschule Osnabrück. Er führt aus, dass die Birnen Wärme – besonders in den Sommermonaten – lieben. „Daher ist die Birne ein beliebtes Spaliergehölz für eine Südwand“, erläutert Dierend.

Der Professor weist darauf hin, dass die Witterung in den letzten acht Wochen vor der Reife entscheidend für die Geschmacksentwicklung ist. In kühlen Gegenden bildet sich weniger Zucker und Aroma aus, aber es sind mehr Steinzellen vorhanden.

Welchen Boden brauchen Birnbäume?

Der Boden, auf dem Birnen wachsen, sollte unbedingt durchlässig und frei von Staunässe sind. „Das ist vor allem bei Gärten von Neubauten zu beachten“, sagt Dierend und erklärt, dass diese Böden durch den Einsatz von schweren Maschinen häufig tiefgründig verdichtet sind. Ideal sind humose, nährstoffreiche Böden.

Die Anforderungen an den pH-Wert hängen in erster Linie von der sogenannten Unterlage ab, denn Birnbäume werden veredelt. „Bei Bäumen auf schwächeren Unterlagen sollte der pH-Wert sauer bis neutral sein“, rät Dierend. Anderenfalls kommt es zu Mangelerscheinungen, den sogenannten Mangelchlorosen, die man an untypisch hellgrünen Blättern leicht erkennt.

„Es macht Sinn, vor der Pflanzung eine Bodenprobe für eine Bodenanalyse an ein entsprechendes Labor einzusenden“, sagt der Professor für Obstbau. So kenne man vor dem Pflanzeneinkauf die Bodeneigenschaften und könne sich darauf einstellen. Hier erfahren Sie, was es mit der Bodenanalyse für den Garten auf sich hat.

Die Unterlage hat indes in erster Linie eine Bedeutung für die Größe und Wuchsstärke eines Baumes. „Man sieht häufig sehr hohe Birnenbäume, die schwer zu beernten sind“, beschreibt Dierend das Problem. Daher haben sich Quitten als schwachwachsende Unterlagen bewährt.

Welcher Dünger bietet sich an?

Regelmäßiges Mulchen der Fläche vom Frühling bis in den Herbst sorgt für eine gute Bodenbeschaffenheit. Im Frühjahr düngt man die Bäume mit organischem Stickstoffdünger wie Hornspäne oder -mehl. Experten empfehlen 60 bis 70 Gramm pro Baum.

Vorsicht, Pilz! Falllaub im Herbst entfernen

Birnbäume sind relativ gesund wachsende Bäume. Dierend gibt allerdings zu bedenken, dass der sogenannte Birnengitterrost häufig vorkommt. „Es ist eine Pilzkrankheit, die nur das Blatt betrifft.“ Er erläutert, dass die Krankheit auffällig aber nicht allzu schädlich ist. „Aber natürlich sind das Wachstum und der Fruchtertrag geringer, wenn die Blätter stark befallen sind.“

Es ist daher wichtig, dass man im Herbst das kranke Falllaub entfernt, um die Wirtskette zu durchbrechen. Häufig wird empfohlen, keinen Wacholder in der Nähe zu dulden, weil der Pilz diese Gehölze als Zwischenwirt nutzt. Das ist in Hinblick auf eine Neupflanzung von Wacholder richtig. Deshalb aber alt eingewachsene Pflanzen zu entfernen, ist dennoch nicht ratsam. Wesentlich wichtiger ist es, Birne in Hinblick auf optimale Bodenverhältnisse zu stärken.

Worauf sollte man beim Schnitt achten?

Beim Schnitt muss man wissen, dass Birnen dazu neigen sogenannte Wasserschosser zu bilden. „Man erkennt sie an dem geraden, nach oben gerichteten Wuchs und den langen Internodien. Das sind die Abstände zwischen den Blattansätzen“, sagt Dierend. Diese Triebe müssen reduziert werden, weil sie für Schatten in der Krone sorgen. Welche Gehölze man im Herbst einen Schnitt brauchen, erfahren Sie in diesem Artikel.