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Schöne Mäusefänger

Eulen in den eigenen Garten locken

Eulen im Garten: Eine Waldohreule sitzt auf einem Baumast
Erst gegen Abend gehen Eulen auf Jagd nach Mäusen und InsektenFoto: Getty Images

Eulen sind faszinierende Vögel. Für mausgeplagte Hobbygärtner interessant: Auf dem Speiseplan der Vögel stehen Mäuse ganz oben. Kann man Kauz und Eule auch im heimischen Garten ansiedeln? myHOMEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt.

Stolze zehn unterschiedliche Arten von Eule leben in Deutschland. Dennoch sind die Vögel vielerorts selten geworden. Wo man die nachtaktiven Vögel findet? Abseits von Wäldern siedeln sich Eulen meist in Parks oder auch auf Friedhöfen an. Aber auch im Garten sucht sich eine Eule zuweilen ein Gehege. Der Eulen-Experte Stefan Brücher verrät myHOMEBOOK, wie man eine Eule auch in den eigenen Garten lockt. Warum überhaupt Eulen im Garten? Brücher: „Im Leben fast aller Eulen dreht sich alles um die Maus.“

Wo wohnen Eulen eigentlich?

Brücher leitet die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen. Der Experte erklärt: „Vor allem die Waldohreule kommt gerne auch mal in den Garten, auch in Ballungsgebieten. Hauptsache, es gibt einige alte Bäume und vor allem ausgediente Nester von Elstern, Krähen oder Tauben. Waldohreulen bauen selbst keine Nester. Sie sind Nachmieter der genannten Arten.“

„Früher haben Jäger vom Boden aus Nester von Krähen oder Elstern beschossen“, sagt Brücher. „Letztlich wurden jedoch die darin brütenden Eulen getroffen mitsamt dem Gelege.“ Ein Grund, weshalb die Vögel so rar geworden sind.

Wie kann man Eulen in den Garten locken?

Sucht sich eine Eule von selbst einen Standort im Garten, ist das nach Ansicht von Brücher ein Volltreffer. „Wunderbar, das sollte man einfach zulassen“, so der Eulen-Experte. Sein Tipp: „Man kann auch nachhelfen mit einem im Baum befestigten Weidekorb. Damit bietet man dem Vogel ein geeignetes Nest als Nisthilfe an.“

Kauze und Eulen nisten in alten Bäumen auch im Garten

In Wohngebieten mit altem Baumbestand, Gärten und anderen Freiflächen kann auch ein Waldkauz gut existieren. Er benötigt jedoch große, komfortable Baumhöhlen. Brücher: „Auch im Siedlungsraum sollten – wie im Wald – nicht alle Bäume unter der Säge sterben. Die Gehölze sollten alt werden dürfen, damit sie überhaupt Baumhöhlen ausbilden können. Darin kann dann auch ein Waldkauz brüten. Ersatzweise lassen sich für ihn aber auch künstliche Nisthöhlen anbringen.“ Brücher schränkt jedoch ein: „Für normale, kleine Hausgärten ist das aber eher nichts.“

Das Problem mit Mäusen und Eulen

Eulen ernähren sich hauptsächlich von Mäusen. Brücher erklärt, warum gerade das auch zu einem Problem für die Vögel wird. „Die chemische Mäusebekämpfung im privaten, kommunalen sowie land- und forstwirtschaftlichen Bereich ist eine ernsthafte Gefährdungsursache für Eulen. Nicht so sehr, weil den Eulen auf diese Weise die Nahrung ausgeht, sondern wegen des mit den Mitteln verbundenen Risikos von Sekundärvergiftungen. Fressen die Eulen kontaminierte Mäuse, reichert sich so das Gift in den Vögeln an.“

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Schleiereulen brüten in Kirchen

Als weitere Eulenarten kommen im ländlichen Siedlungsraum die Schleiereule und der Steinkauz vor. Diese Vögel sind allerdings noch seltener geworden als die Waldohreule. Brücher: „Beide Arten findet man nicht im Bergland. Und der Steinkauz siedelt nur noch westlich einer Linien Kiel-Konstanz, dort auch nur noch in bestimmten Regionen. Für diese Arten kann eigentlich nur der Landwirt etwas Sinnvolles unternehmen.“ Schleiereulen haben scheinbar eine Vorliebe für alte Kirchtürme. „Dort brüten die Vögel besonders gerne.“

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