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Faszinierende Doppelwesen

Warum Sie Flechten im Garten nicht entfernen müssen

Flechte auf Baumast
Flechten – stille Schönheiten auf den zweiten BlickFoto: Getty Images

Flechten auf Bäumen, Sträuchern oder Mauern – für einige Hobby-Gärtner ein Grund zur Besorgnis. Doch keine Panik! Flechten verursachen keine Schäden. myHOMEBOOK verrät, was diese Lebewesen so besonders macht!

Viele Hobby-Gärtner fragen sich, ob Flechten schädlich sind und entfernt werden müssen. Gerade, wenn sie im Garten, auf Bäumen oder Sträuchern wachsen, kommt einem schnell der Gedanke, es mit einem Parasiten zu tun zu haben. Dabei sind Flechten, die auf Rinden siedeln, ein gutes Zeichen. Sie bilden eine natürliche Schutzschicht vor Schädlingen, Pilzen und Bakterien.

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Flechtenwuchs bedeutet: Die Luft ist rein

Die empfindlichen Lebewesen gedeihen nur dort, wo die Luft möglichst sauber und schadstoffarm ist. Denn Flechten besitzen keine Wurzeln und müssen ihre Nährstoffe aus der Luft aufnehmen. Aus diesem Grund werden sie seit rund 100 Jahren als Zeiger für verunreinigte Luft in einem bestimmten Gebiet genutzt.

Bartflechte an einem Ast
Bartflechte: Wegen ihrer wuchernden Form bildet sie viel Oberfläche, ist daher sehr sensibel gegen Schadstoffe in der Luft Foto: dpa picture alliance

Können Flechten den Bäumen schaden?

Nein. Ausnahme: Wuchern Flechten über Blütenknospen geschwächter oder älterer Bäume und Sträucher, brechen deren Knospen mitunter nicht mehr auf. Dann kann man die Äste mit einer Bürste sanft von den Flechten befreien. Nur bei hartnäckigen Flechten sollte man alte Äste abschneiden und die Pflanze düngen.

Sind Flechten Pflanzen?

Das würde man erst einmal denken. Aber ein Blick unter das Mikroskop verrät das faszinierende Geheimnis dieser Doppelwesen: Sie sind Algen und Pilze, die eine Lebensgemeinschaft bilden. In dieser sogenannten Symbiose können beide Arten besser überleben.

Eine bunt schimmernde Flechte auf einem Baumast
Sie heißt zwar Gewöhnliche Gelbflechte – ihr Geflecht schimmert jedoch außergewöhnlich schönFoto: dpa picture alliance

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Wie alt sind Flechten?

Die urtümlichen Organismen wachsen sehr langsam und können steinalt werden. Auf 500 Jahre bringt es eine Flechte in der Negev-Wüste (Israel). In den Alpen wachsen Flechten, die stolze 1000 Jahre alt sind. Sagenhafte 9000 Jahre alt ist eine in Lappland heimische.

Rentierflechte in einem lichten Wald
Rentierflechten in einem lichten WaldstückFoto: Getty Images

Und jetzt der Hammer: Die Spitzen der Rentierflechte wachsen und wachsen, während untere Teile absterben. Sie gilt somit als unsterblich! Diese Flechtenart gedeiht auf trockenen Wald- und Heideböden. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Rentiere.