29. September 2025, 13:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein Rückschnitt kann dabei helfen, Gehölze vital zu halten. Es fördert das Wachsen neuer, kräftiger Triebe und kann die Blüten- und Fruchtbildung erhöhen. Damit die wichtige Gartenarbeit auch ihren Zweck erfüllen kann, sollte man auf den richtigen Zeitpunkt achten. Dieser kann von Pflanze zu Pflanze variieren.
Ende September endet die Schonfrist. Gartenbesitzer dürfen somit Gehölze, Hecken und Bäume im Garten kräftig zurückschneiden – wenn es denn nötig ist. Bevor Hobbygärtner zu vorschnell zur Gartenschere oder sogar größeren Werkzeugen greifen, sollten sie sich von den Gehölzen im eigenen Garten einen Überblick verschaffen. Während Ahorn- und Apfelbaum im Herbst einen Schnitt vertragen, gibt es auch Gehölze, die man nicht schneiden sollte.
Steinobst
Anders als Kernobst verheilen Wunden an Steinobstgehölzen langsamer – insbesondere mit Einbruch des Herbstes und dem Beginn der Ruhephase. Über die offenen Wunden durch den Schnitt der Krone können Bakterien und Pilze in die Pflanze eindringen. Das kann faulende Äste oder Infektionen zur Folge haben. Empfehlenswerter ist es, den Rückschnitt von Steinobst im Spätsommer nach der Ernte vorzunehmen. Einige Steinobstsorten sind zum Beispiel:
Immergrüne Laubgehölze
In der Regel müssen immergrüne Laubgehölze nur dann zurückgeschnitten werden, wenn diese zu groß gewachsen sind oder ein Ast stört. Der Schnitt des Gehölzes sollte nicht im Herbst erfolgen, sonst drohen durch Sonne und Frost Schäden an der Rinde und dem inneren Blattwerk. Durch den Schnitt entfällt der Sonnenschutz durch das äußere Blattwerk. Ein besserer Zeitpunkt stellen Frühling und Spätsommer für das Auslichten der Gehölze dar. Zu den immergrünen Laubgehölzen, die man im Herbst nicht schneiden sollte, zählen zum Beispiel:
- Stechpalme
- Buchsbaum
- Kirschlorbeer
- Spindelstrauch
Brombeeren
Ein weiteres Gehölz, das im Herbst keinen Schnitt verträgt, ist die Brombeere. Durch die dünne Rinde ist sie anfällig für Frostrisse. Ähnlich wie beim Steinobst treten durch die Verletzungen an der Rinde Krankheitserreger in die Pflanze, die dem Strauch schaden würden. Das Gehölz sollte man im Herbst nicht zurückschneiden, da besonders junge Triebe im Inneren des Strauchs für die Risse anfällig sind. Die älteren Triebe schützen sie davor. Aus diesem Grund sollten Hobbygärtner Brombeeren lieber im Frühling zurückschneiden.
Rosen
Bei Rosen erfolgt der Hauptschnitt in der Regel im Frühling. Wer Rosensträucher vor dem Winter dennoch in Form bringen möchte, kann verblühte Pflanzenteile und lange Triebe entfernen. Zu radikal sollte der Schnitt jedoch nicht erfolgen. Tiefe Fröste könnten zu Schäden führen, wodurch man die Rose im Frühling erneut zurückschneiden müsste.
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Hortensien
Mit dem Ende des Sommers verblühen auch die opulenten Blütenstände der Hortensie. Manch Hobbygärtner erkennt in ihnen eine ansehnliche Herbstdekoration im Garten, andere stören sich hingegen an den braunen Dolden. Handelt es sich um Rispen- und Schneeballhortensien, kann man die Blütenstände entfernen. Bei Bauern- und Kletterhortensien sollte man davon jedoch absehen. Die verblühten Dolden dienen den Gehölzen als Frostschutz.
Bei allen Hortensiensorten gilt: Um Frostschäden zu vermeiden, erfolgt der Rückschnitt der Triebe erst im Frühling.
Frühblühende Gehölze nicht im Herbst schneiden
Pflanzen, die bereits im Frühjahr ihre Blüten zeigen, bilden diese in der Regel schon im Vorjahr. Durch einen Rückschnitt im Herbst würde man die Knospen entfernen und so die Blüte im Frühling erheblich reduzieren. Früh blühende Gehölze wie Forsythie, Flieder und Rhododendron sollte man daher besser erst nach der Blüte im Frühling schneiden.
Das gilt übrigens auch für viele blühende Heckenpflanzen. Spierstrauch, Deutzie und Co. bilden ebenfalls bereits im Sommer ihre Knospen für das folgende Jahr. Damit die Blüte nicht ausbleibt, sollte man sie nicht im Herbst schneiden.