8. August 2025, 12:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Schneidet man bestimmte Zierpflanzen im August zurück, können sie bestenfalls ein zweites Mal blühen. Aber auch manche Nutzpflanzen vertragen im Sommer einen Schnitt. Welche Pflanzen sich im August für einen Rückschnitt eignen, erfahren Sie in dieser Übersicht.
Nach dem Ende ihrer Blütezeit richten viele Pflanzen ihre Energie auf die Ausbildung von Samen – ein Vorgang, der viel Kraft in Anspruch nimmt. Wer verhindern möchte, dass sich die Gewächse im Garten unkontrolliert durch Samen ausbreiten, sollte im August die verwelkten Blüten entfernen. Dadurch lässt sich bei manchen Arten sogar eine zweite Blüte anregen.
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1. Frühblühende Zierpflanzen
Ein leichter Schnitt bei bestimmten Ziersträuchern kann im August hilfreich sein, um das Wachstum zu kontrollieren und die Form zu erhalten. Alle Blumen, Stauden und Sträucher, die im Frühjahr geblüht haben, sollten im Spätsommer von welken Blüten befreit oder sogar zurückgeschnitten werden. Das hat gleich zwei Gründe:
- Faulende Blüten könnten ansonsten zu einem Pilzbefall führen.
- Nach einem Rückschnitt können viele Pflanzen noch ein weiteres Mal blühen.
Bei Geranien, Petunien, Flieder, Dahlien, Fuchsien sowie Verbenen sollte man im August daher unbedingt verwelkte Blüten entfernen. Auch bei Zierpflanzen wie Flieder oder Forsythie, die im Frühsommer blühen, empfiehlt sich das Zurückschneiden nach ihrer Blüte.
2. Lavendel
Die Triebe von Lavendel sollten im August um ein Drittel gekürzt werden, um verbrauchte Blüten zu entfernen und neues Wachstum zu fördern. Dies unterstützt die Blütenbildung, verhindert die Samenbildung und hilft, die Form der Pflanze zu erhalten.
3. Rittersporn
Auch der Rittersporn zählt zu den Pflanzen im Garten, die man im August schneiden sollte. Dabei darf es auch etwas radikaler zugehen. Kurz über dem Boden kann man die Triebe kappen, damit das Hahnenfußgewächs im Herbst noch einmal seine Blüten zur Schau stellt. Wichtig: Nach dem Schnitt benötigt die Pflanze reichlich Wasser und Dünger, um wieder zu Kräften zu kommen.
4. Walnuss
Wird ein Ast des Walnussbaums gekappt, tritt häufig Wasser aus der Schnittstelle aus. Der Grund: hoher Saftdruck im Baum, der insbesondere im Frühjahr sehr ausgeprägt ist. Um dieses unerwünschte „Bluten“ zu vermeiden, sollte der Walnussbaum vorzugsweise im August geschnitten werden. Zu dieser Zeit ist der Saftdruck am geringsten und der Baum verliert nur wenig oder gar keinen Saft. Das schont nicht nur die Optik, sondern hilft auch der Wundheilung: Schnittstellen verheilen bei geringem Saftdruck deutlich besser.
Sollte man Obstbäume im August schneiden?
Im August ist es in der Regel nicht empfehlenswert, Obstbäume stark zu schneiden. Ein radikaler Schnitt während dieser Zeit könnte das Wachstum und die Gesundheit der Bäume beeinträchtigen. Es ist jedoch möglich, leichte Auslichtungs- oder Erhaltungsschnitte vorzunehmen, um tote oder kranke Äste zu entfernen oder die Form des Baumes zu verbessern. Bei Obstbäumen sollte man allerdings warten, bis die Ernte vorbei ist. Für einen größeren Schnitt sollte man auf den Winter oder das Frühjahr warten, wenn die Bäume in ihrer Ruhephase sind.
Tipp: Auch Beerensträucher wie Stachel- oder Johannisbeere können im August einen Schnitt vertragen.
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Worauf sollte man beim Rückschnitt achten?
Für den Rückschnitt sollten Hobbygärtner das richtige Werkzeug verwenden. Ein scharfes Messer oder eine scharfe Gartenschere erleichtern nicht nur den Schnitt, sondern reduzieren auch die Wahrscheinlichkeit, die Pflanze dabei unnötig zu verletzen. Erkennt man, dass die beschnittene Pflanze krank ist, empfiehlt es sich, das Werkzeug zwischen jedem Schnitt zu desinfizieren. Bei Pflanzen mit Stacheln oder Dornen empfiehlt es sich zusätzlich, Schutzkleidung wie Handschuhe zu tragen.
Diese Pflanzen sollte man im August nicht mehr schneiden
Während ein Rückschnitt bei genannten mehrjährigen Pflanzen empfehlenswert und hilfreich ist, sollten Hobbygärtner bei einjährigen Pflanzen davon absehen. Sie bilden nach der Blüte womöglich Fruchtstände, die Vögeln, Insekten und kleinen Nagetieren als Nahrung dienen.