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Unkraut

4 Methoden, um Giersch im Garten wieder loszuwerden

Giersch im Garten bekämpfen
Giersch ist nicht nur Wildkraut, sondern gilt auch als HeilpflanzeFoto: iStock / BoValentino

Giersch ist ein weit verbreitetes Wildkraut – in freier Natur und auch im heimischen Garten. Manche schätzen seine heilsame Wirkung, verspeisen einfach seine gekochten Blätter. Für viele Hobbygärtner ist er allerdings eine Plage, die sie loswerden wollen.

Giersch (Aegopodium podagraria) zählt zu den häufigsten und auch hartnäckigsten Unkräutern in hiesigen Gärten. Auch wenn ihn manche als Heilpflanze oder gar Nahrungsmittel ansehen, gilt Giersch gemeinhin als lästiges Unkraut, das es zu bekämpfen gilt. Dabei macht es Giersch dem Gartenbesitzer aber nicht leicht, da er sich mit dem Wurzelgeflecht aus Kriechtrieben (Rhizome) unterirdisch rasant ausbreitet. Zudem kann er sich selbst aussäen. Wie geht man also am besten vor?

Wie erkennt man Giersch?

Um Giersch eindeutig zu bestimmen, empfiehlt es sich, auf das Blattwerk und nicht auf die Blüten zu achten. Denn bei Letzteren herrscht Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzenarten. Das Blatt besteht aus einem Blattstiel, der bis zu 20 Zentimeter lang wird, und der Blattspreite, die sich in die sogenannten Fiederblättchen unterteilt. Während diese an der Oberseite glatt sind, zeigen sich an der Unterseite Härchen. Farblich changieren die Blätter zwischen blau-grün und normal-grün, in der Form sind die Fiederblätter länglich ausgeprägt. Am Rand sitzen feine Zacken, am Ende spitzen sich die Blättchen zu.

In der Regel ist Giersch im Garten nicht alleine anzutreffen, da er sich über sein unterirdisches Netzwerk schnell verbreitet. Das Wildkraut kann während der Blütezeit eine beachtliche Wuchshöhe von einem Meter erreichen, die Blätter sitzen jedoch üblicherweise nicht höher als 30 Zentimeter. Ein weiteres probates Kriterium zur Bestimmung: Die Stängel sind hohl und dreieckig im Querschnitt.

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Wo wächst Giersch?

Giersch kommt in Europa und Asien vor – und zwar in freier Natur, aber auch als Unkraut im Garten. Dabei fühlt er sich im stickstoff- und humusreichen Boden wohl, und zwar an einem halbschattigen oder schattigen Standort. Im Garten siedelt er sich deshalb gerne unter Gebüschen, Sträuchern oder Staudenbeeten an. In der Natur findet man Giersch in Hecken, Wäldern, an Bächen und Flüssen.

Giersch im Garten bekämpfen – so geht’s

. Diese Methoden gibt es, um Giersch natürlich zu bekämpfen:

1. Giersch abmähen oder jäten

Diese Methode ist zwar weniger mühsam, dafür aber langwierig. Wenn man die ersten Blätter im Frühjahr konsequent abhackt oder abmäht, wird die Pflanze zusehends schwächer. Es empfiehlt sich, das Prozedere so lange fortzuführen, bis der Blätterteppich immer mehr Lücken aufweist. Eine Garantie dafür, dass Giersch durch diese Oberflächenbehandlung auch wirklich abstirbt, gibt es allerdings nicht. Es kann gut sein, dass das Unkraut im kommenden Jahr erneut austreibt.

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2. Boden lockern und Wurzeln beseitigen

Diese Variante, um Giersch im Garten zu bekämpfen, ist sowohl aufwändiger als auch effektiver. Dazu müssen die Wurzeln (Rhizome) im Boden beseitigt werden. Am besten funktioniert dies mit einer mehrzinkigen Grabegabel. Damit den Boden auflockern und die Wurzeln mit der Hand herausziehen. Ist die Fläche jedoch beispielsweise mit Stauden bepflanzt, eignet sich diese Methode nur bedingt. Wichtig ist es, sämtliche Wurzeln zu entfernen und sie nicht abzubrechen, da diese sonst erneut sprießen können.

Tipp: Gierschblätter und -wurzeln nicht auf dem Kompost entsorgen! Dort können sie erneut wuchern.

3. Giersch mit Karton abdecken

Wenn Giersch auf einer unbepflanzten Fläche wächst, beispielsweise im Rasen, kann man ihn mit der Karton-Methode relativ leicht bekämpfen. Dazu wird ein entsprechend großes Stück Pappe ausgelegt und mit einer Mulchschicht bedeckt, beispielsweise Rindenmulch. Nach rund zwei Jahren ist der Karton verrottet und das Wurzelgeflecht darunter ist abgestorben, da es nicht mehr ausreichend Licht und Sauerstoff bekommt. Mehr Informationen über die Methode mit der Karton-Abdeckung gegen Unkraut finden Sie in diesem Artikel. Alternativ kann man auch Folie oder Vlies einsetzen.

4. Giersch mit anderen Pflanzen bekämpfen

Eine weitere natürliche Methode, um Giersch im Garten nachhaltig zu bekämpfen, ist das Einsetzen von konkurrierenden Pflanzen. Diese überwuchern Giersch, verdecken durch ihre Blätter das Sonnenlicht und entnehmen dem Boden Wasser und Nährstoffe, sodass das Unkraut langsam eingeht. Manche Hobbygärtner setzen dabei auf schnell wachsende Stauden, andere wiederum auf Kartoffeln. Diese Pflanzen eignen sich als Unkrautunterdrücker:

Giersch als Heilpflanze

Auch wenn Giersch als Unkraut verschrien ist – als Heilpflanze wird er seit Jahrhunderten eingesetzt. Dabei gilt er in der Naturheilkunde als entgiftend, entzündungshemmend, entwässernd und krampflösend. Er kommt deshalb bei Verspannungen, Rheuma, Gicht, Husten oder Schnupfen zum Einsatz.