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Schädlinge

Kartoffelkäfer ohne Chemie bekämpfen – so geht’s

Kartoffelkäfer
Kartoffelkäfer fressen sich durch Kartoffelbeete und richten meist großen Schaden anFoto: Getty Images

Wenn Sie Kartoffelkäfer im Beet entdecken, sollten Sie handeln. Ansonsten ist die Kartoffelernte dahin. myHOMEBOOK erklärt, wie Sie den Schädling ohne Chemie bekämpfen.

Kartoffelgerichte sind bei jung und alt gleichermaßen beliebt. Und wenn die Erdäpfel dann auch noch aus dem eigenen Garten stammen, ist der Gaumenschmaus noch mal besonders. Das finden wohl auch die Kartoffelkäfer, wenn sie über die Knollen noch vor der Ernte herfallen. Und dabei gehen die erwachsenen Käfer und deren Larven nicht gerade zimperlich vor. In relativ kurzer Zeit verspeisen sie die Kartoffelpflanzen und richten oft großen Schaden an. Die kleinen Plagegeister loszuwerden, ist gar nicht so leicht. Sie stellen sich in kürzester Zeit auf neue Pflanzengifte ein und schlagen so manchem Schädlingsbekämpfer ein Schnippchen.

Der Kartoffelkäfer kam im 19. Jahrhundert aus Amerika nach Europa

Der Schädling Kartoffelkäfer ist kein Unbekannter. Der ursprünglich aus dem US-Bundesstaat Colorado stammende Käfer trat erstmals um 1811 in Amerika und um 1877 in Europa auf. Um 1920 hatte er sich dann auch in Europa festgesetzt und verbreitete sich trotz großer Vorsichtsmaßnahmen rasant.

Der gestreifte Krabbler gehört zur Familie der Blattkäfer. Er kann bis zu 15 Millimeter groß werden. Auf der Speisekarte der Käfer und seiner Larven stehen Teile der Kartoffelpflanze ganz oben – bevorzugt Blätter und Stängel. Aber auch vor anderen Nachtschattengewächsen, etwa Tomaten, Auberginen und Paprika macht er nicht halt.

Im Juni rücken die Kartoffelkäfer in den Gärten an. Die Weibchen legen dann ihre Eier – bis zu 1200 Stück! – auf den Blatt-Unterseiten ab. Nach drei bis zwölf Tagen schlüpfen dann die Larven. Und die beginnen sofort mit dem großen Fressen. Nach zwei bis vier Wochen verkriechen sich die Larven dann in der Erde. Nach weiteren zwei Wochen schlüpfen dann die Käfer. Und die bleiben noch etwa eine Woche im Boden, kommen dann heraus und beginnen auch gleich wieder mit Fressen Ihrer Kartoffelpflanzen. Und im Winter schwirren die Krabbler nicht etwa davon. Sie überwintern einfach vor Ort tief im Boden.

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Vorbeugung ist die beste Verteidigung

Mit ein wenig Glück und Vorbereitung nisten sich die Kartoffelkäfer erst gar nicht bei Ihnen ein. Überwintern die Käfer bereits im Boden, kann eine Desinfektion des Erdreichs die Schädlinge bereits zerstören. Auch eine jährliche Standortverlegung der Kartoffelpflanze kann hilfreich sein. Spritzen Sie regelmäßig Brennnesseljauche und stärken Sie so die Widerstandskraft. Äußerst wirksam: ein engmaschiges Insektennetz sperrt die kleinen Plagegeister von vornherein aus.

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Kartoffelkäfer bekämpfen

Natürliche Fressfeinde hat der Kartoffelkäfer kaum. Durch sein auffälliges Aussehen und ein leicht giftiges Wehrsekret, welches er bei Gefahr ausscheidet, meiden ihn bis auf den einen oder anderen Igel die meisten anderen Tiere. Natürlich gibt es auch chemische Pflanzenschutzmittel, die gegen den Kartoffelkäfer wirken. Der Kartoffelkäfer ist aber ein zäher Geselle. Innerhalb kürzester Zeit ist er in der Lage resistent gegen neue Pflanzenschutzmittel zu werden.

Die sicherste Methode, den Kartoffelkäfer los zu werden, ist wohl immer noch das Absammeln der Larven und Käfer. Bei überschaubaren Kartoffelbeeten ist das auch unproblematisch. Bei größeren Feldern jedoch wird das schnell zur Sisyphusarbeit.

Biologische Waffen und Bakterien sind die Zauberwörter. Viele Öko-Bauern bekämpfen die Käfer und Larven bereits erfolgreich mit verschiedenen biologischen Methoden:

Das Bakterium Bacillus Thuringiensis beispielsweise entwickelt ein kristallines Toxin, das speziell Insekten wie den Kartoffelkäfer und seine Larven töten soll. Bei einer dauerhaften Temperatur über 15 Grad Celsius sollen die Larven damit besprüht werden. Die fressen das Bakterium und verenden dann.

Neemextrakte aus dem indischen Neem-Baum bekämpfen Kartoffelkäfer ebenfalls sehr effektiv und werden auch in der ökologischen Landwirtschaft verwendet.