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Gut zu wissen

Worauf man beim Sammeln von Kürbis-Saatgut achten sollte

Worauf es bei selbst gesammeltem Kürbis-Saatgut ankommt
Kürbiskerne lassen sich grundsätzlich simpel sammeln und trocknen – jedoch ist nicht jeder gekaufte Kürbis für die Saatgutgewinnung geeignetFoto: Getty Images

Manche Kürbisse sind besonders schmackhaft oder schön anzusehen. Was läge da näher, als ihre Kerne aufzubewahren und im kommenden Jahr selbst zu kultivieren? Doch das Ergebnis ist nicht selten ernüchternd. Die Früchte der gezogenen Pflanzen können sogar ungenießbar sein. Woran das liegt und wie man die Tücken von selbst gesammeltem Kürbissaatgut umschifft.

Ob aus dem Supermarkt, vom Wochenmarkt oder dem Straßenverkauf an der Landstraße: Im Herbst leuchten und locken nahezu an allen Ecken und Enden mitunter gigantisch anmutende Kürbisse. Wer ihre Kerne sammelt und im kommenden Jahr aussät, wird jedoch nicht immer in den Genuss von schmackhaften Früchten der Tochterpflanzen kommen.

Warum selbst gesammeltes Kürbissaatgut zu ungenießbaren Früchten führen kann

Wie Zucchini hat Kürbis sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Nur aus den weiblichen Blüten mit der Verdickung unterhalb der Blüte entwickelt sich später ein Kürbis. Dieser clevere Trick der Natur verhindert, dass sich Kürbisse selbst befruchten können. So sind die orangefarbenen Riesen, die übrigens zu den Beerenfrüchten gezählt werden, Fremdbefruchter. Das bedeutet, dass sich Kürbisblüten nicht mit ihrem eigenen Blütenstaub bestäuben können, sondern die Pollen einer anderen Kürbispflanze benötigen. Diesen Pollentransport übernehmen Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Co. – oder bei Bedarf der Hobbygärtner mit dem Pinsel.

Und hier liegt die Tücke, wenn Hobbygärtner Kürbissaatgut selbst sammeln: Die emsigen kleinen Bestäuber bringen munter die verschiedensten Pollen zusammen. Wer aber exakt den Kürbis aus seinem Einkauf nachzüchten möchte, sprich eine Tochterpflanze mit den gleichen Eigenschaften kultivieren möchte, dürfte enttäuscht werden, wenn er seine Kürbissamen im heimischen Garten aussät. Das Ergebnis sind oft wilde Kreuzungen, sogenannte F1-Hybriden. Zum Leidwesen der Hobbygärtner sind solche Wildkreuzungen häufig weniger aromatisch und prachtvoll gefärbt. Bedenklich wird es, wenn sich Speisekürbissorten mit Zierkürbissorten kreuzen. Die Früchte dieser sind dann ungenießbar. Ob man ein solches Exemplar gezüchtet und erwischt hat, lässt sich vor dem Zubereiten jedoch einfach und schnell feststellen:

  1. Kürbis aufschneiden.
  2. Mit der Zunge an das Fruchtfleisch tippen. Schmeckt es bitter, ist der Kürbis ungenießbar. Solche Kürbisse lassen sich dann aber noch sinnvoll zu Deko-Zwecken verwenden.

Auch interessant: Erntezeit! Wie man reife Kürbisse richtig von der Pflanze trennt

Welches Kürbissaatgut unbedenklich ist

Kürbissamen lassen sich allerdings wunderbar und vor allem unbedenklich sammeln, wenn es sich um samenfeste Kürbissorten, beispielsweise zertifizierte Moschus- oder Riesenkürbisse von Bio-Land oder Demeter, handelt. Hobbygärtner können auch von bereits im Garten angebauten Kürbissen Saatgut gewinnen.

Mitunter muss man Kürbisse auch gar nicht jährlich säen. Wird das Fruchtfleisch beispielsweise auf dem Kompost entsorgt, wachsen Kürbispflanzen im Folgejahr oft von ganz allein.

Kürbissaatgut selbst sammeln so geht‘s

Kürbiskerne lassen sich relativ einfach beim Zubereiten der großen Riesenfrüchte sammeln. Experten sprechen bei dieser Form der Saatgutgewinnung von Nassreinigung:

  1. Das Kürbisfruchtfleisch in ein Sieb geben.
  2. Die Kerne in der Spüle unter fließendem Wasser reinigen.
  3. Kürbiskerne auf einem Filterpapier ausbreiten oder alternativ bei 60 Grad Celsius im Backofen trocknen lassen. Wichtig: Die Samen sollten mit ausreichend Luftzufuhr und bei einer Temperatur von 24 bis 28 Grad Celsius trocknen.
  4. Die getrockneten Kürbiskerne bis zur Aussaat in einem luftdichten Glas aufbewahren.