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Insekt breitet sich in Deutschland aus

Lindenwanzen – ein Problem für Gartenbäume?

Lindenwanzen: Ein Baum befallen von roten Lindenwanzen
Breitet sich rasant in Deutschland aus: LindenwanzenFoto: Getty Images

Feuerrote Lindenwanzen bevölkern Lindenbäume und andere Malvengewächse geradezu in Heerscharen. Was tun, haben sich die Insekten am Baumstamm oder an Gartenpflanzen erst mal fest gesiedelt?

Sind sie erst mal da, sind sie nicht zu übersehen. Feuerrote Lindenwanzen bevölkern immer öfter auch Gartenbäume in unseren Breiten. Mit der massenhaften und krabbelnden Ansammlung am Baum verstören die Insekten sogar erfahrene Hobbygärtner. Aber richten die Wanzen wirklich Schaden an? Sind sie Schädlinge oder doch nur Lästlinge?

Übrigens: Optisch kann man Lindenwanzen leicht mit Feuerwanzen vergleichen. Mehr zu diesem Insekt erfahren Sie hier.

Sind Lindenwanzen gefährlich für Pflanzen im Garten?

Nein. Lindenwanzen (Oxycarenus lavaterae) saugen zwar an befallenen Wirtspflanzen Pflanzensaft ab, sie gelten nach derzeitigem Wissensstand für Menschen und Pflanzen jedoch als ungefährlich. Dennoch können die massiv auftretenden Wanzen nerven. Dafür gibt es einen Begriff: Lästlinge.

Auch wenn durch die Insekten keine konkrete Gefahr ausgeht, befallene und geschwächte Pflanzenteile, seltener auch Äste, können mitunter abbrechen. Das geschieht in der Regel jedoch nur nach sehr starkem Befall durch Lindenwanzen. Bevor es so weit kommt: Das Schadbild zeichnet sich generell durch gelbliche Verfärbungen an der Unterseite der Triebe ab oder durch bräunliche Verfärbung an befallenen Blättern.

Welche Pflanzen sind betroffen?

Lindenwanzen bevölkern bevorzugt Malvengewächse und Lindengehölze. Neben Hibiskus, Strauchpappel oder Eibisch werden vor allem Winterlinden von den Krabblern besiedelt. Im Herbst rotten sich die Insekten am Baumstamm zusammen und suchen in Baumritzen Schutz vor dem nahenden Winter. Manche überstehen die kalte Jahreszeit, andere jedoch nicht.

Kommen immer mehr Wanzen zu uns?

Wanzen lieben Wärme. Mit steigenden Temperaturen wandern auch hier ursprünglich nicht heimische Wanzen ein. Manche Wissenschaftler vermuten deshalb, dass womöglich eine Schwemme an neuen Wanzen-Arten auch auf Deutschland zurollt. Hierzulande treten Lindenwanzen mittlerweile zwar gerne in großen Kolonien an Bäumen auf. Experten gehen davon aus, dass sich die Population mit der Zeit einpendeln wird.

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Wie wird man Lindenwanzen los?

Im Bett nicht so sehr, aber in der freien Natur sind Wanzen nützliche Insekten. Sie fressen Blattläuse, Milben und auch kleinere Raupen. Wo man kann und sich nicht ekelt, sollte man sie einfach gewähren lassen. Bei einem kleineren Befall kann man Lindenwanzen absammeln oder abbürsten. Bei einer größeren Kolonie hilft eine Waschung mit Seifenlauge. So wird man übrigens auch Stinkwanzen wieder los.