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Lästige Blutsauger

Wie erkennt man einen Bettwanzen-Befall?

Bettwanzen
Bettwanzen können äußerst lästig sein. Wie erkennt man einen Befall?Foto: Getty Images

Haben sich Bettwanzen erst einmal eingenistet, ist es gar nicht so leicht, sie wieder loszuwerden. Die Parasiten ernähren sich von Menschenblut und können ihren Opfern den Schlaf rauben. myHOMEBOOK erklärt, wie man einen Bettwanzen-Befall erkennt und was man dagegen tun kann.

Auch in vielen deutschen Betten krabbelt, sticht und saugt die Bettwanze (cimex lectularius) mittlerweile. Oftmals werden die Parasiten aus dem Urlaub mitgebracht – als blinde Passagiere im Koffer, Rucksack oder in der Kleidung. Aber auch durch Migration oder den Gebrauchtwagen-Handel, wie das Umweltbundesamt berichtet. Ein weiteres Einfallstor für Bettwanzen: gebrauchte Gegenstände, etwa Möbel vom Flohmarkt oder Ebay. Was die Bekämpfung erschwert: Die Blutsauger sind resistent gegen viele Insektizide, das allerdings eher in Übersee als in Deutschland.

In welchen Haushalten kommen Bettwanzen vor?

Wer glaubt, Bettwanzen mögen es bevorzugt dreckig, der irrt. Bettwanzen kommen auch in den saubersten Wohnungen vor. Allerdings finden die Parasiten schneller Unterschlupf, wenn es unaufgeräumt ist.

Ansonsten treten Bettwanzen überall dort auf, wo sich viele Menschen die Klinke in die Hand geben: Hotels, Hostels, Wohnheime, Airbnb-Unterkünfte – und Wanderhütten. Von dort aus ist es dann nicht weit in den eigenen Haushalt. Bettwanzen können sich aber auch in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Gesundheitseinrichtungen einnisten. Und nicht zu vergessen: Transportmittel wie Bus, Bahn oder Flugzeug.

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Wie groß werden Bettwanzen?

Die männliche Wanze schafft es übrigens auf 6,5 Millimeter, ein gut genährtes Weibchen wird sogar bis zu 8,5 Millimeter groß. Dieses legt bis zu 150 milchig- weiße und leicht gebogene Eier, die es in einem Versteck auf eine Unterlage klebt. Daraus schlüpfen nach einiger Zeit die Wanzen-Larven, die sich fünf Mal häuten müssen, bevor sie ausgewachsen sind.

Wovon ernähren sich Bettwanzen?

Vor jeder Häutung stärken sich die im Wachstum befindlichen Wanzen ausgiebig – bevorzugt von Menschenblut. Ist das gerade nicht zu haben, fallen die Blutsauger auch über Fledermäuse, Vögel und Haustiere her. Perfide: Das nachtaktive Ungeziefer krabbelt erst nach Sonnenuntergang aus seinem Versteck, um mit dem Blutmahl zu beginnen. Bettwanzen können andererseits aber auch monatelang abstinent bleiben.

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Wie sieht ein Wanzenstich aus?

Viele kriegen erstmal gar nicht mit, von einer Bettwanze gestochen worden zu sein. Die Haut reagiert oft mit Verzögerung – das kann bis zu einer Woche dauern, bis etwas zu sehen ist! Dann treten juckende Pusteln und Quaddeln auf, meist gruppenweise oder seltsamerweise ordentlich in Reihe angeordnet. Manchmal ist aber auch nur ein einzelner Stich zu erkennen. Da die Stiche auch von anderen Insekten stammen können, ist es selbst für Hautärzte unmöglich, Bettwanzen alleine durch die Stiche zu diagnostizieren.

Sind Bettwanzen für Menschen gefährlich?

Theoretisch können die blutsaugenden Parasiten auch Krankheitserreger übertragen. Nachgewiesen wurde das jedoch noch nicht. Die Experten vom Umweltbundesamt schätzen das Risiko, durch einen Wanzenstich zu erkranken, als sehr gering ein.

Allerdings jucken die Stiche stark. Achtung: Auch wenn der Juckreiz quält – nicht kratzen! Denn durch Aufkratzen der Wanzenstiche kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen. Fies ist auch der psychische Stress, den Bettwanzen beim Menschen auslösen. Wer einmal mit ihnen die Nacht teilen musste, vergisst sie nicht so schnell. Betroffene berichten von Schlafstörungen, Albträumen, Angstzuständen und Überwachsamkeit.

In der Regel fallen Bettwanzen vom Menschen ab, nachdem sie sich an seinem Blut sattgesaugt haben. Nur bei sehr starkem Befall einer Wohnung können die Parasiten auf dem menschlichen Körper verbleiben. Sie wandern dann darauf hin- und her, was eine Übertragung auf andere Menschen möglich macht.

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Wie erkenne ich einen Bettwanzen-Befall?

Das ist gar nicht so leicht, denn Wanzenstiche sind kaum von Mückenstichen zu unterscheiden. Für eine Wanze spricht, wenn die Stiche außerhalb der Mückensaison auftreten. Leichter zu erkennen sind die Parasiten, wenn der Hunger ruft. Auf Nahrungssuche krabbeln Bettwanzen dann aus ihrem Versteck, machen es sich auf dem Bett gemütlich oder krabbeln die Wand entlang. Weiteres Indiz auf Bettwanzen-Befall: Der besondere Mief. Aus den Stinkdrüsen der Wanzen entweicht ein unangenehmer, süßlicher Bittermandel-Geruch, der dann in der befallenen Wohnung hängt.

Auch Kotspuren in Form kleiner, schwarzer Kügelchen und durchsichtige Häutungshüllen deuten auf einen Befall hin. Beides findet man dort, wo sich Bettwanzen gerne verstecken: Im Lichtschalter, in der Steckdose, hinter dem Bilderrahmen, den Scheuerleisten, in einer Nische. Und natürlich im Bett und auf dem Lattenrost. Kommen dann noch kleine Blutflecken auf dem Laken oder der Bettdecke hinzu, ist der Fall klar. Dann hilft nur noch der Kammerjäger – eine eigenständige Bekämpfung hingegen bringt nicht viel.

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Wie kann man Bettwanzen bekämpfen?

Auch, wenn man Bettwanzen nicht selbstständig loswerden kann, ist es möglich den Schädlingsbekämpfer zu unterstützen: Befallene Wäsche wahlweise bei 60 Grad waschen oder mindestens drei Tage lang einfrieren. Dann sterben die Bettwanzen ab. Befallene Gegenstände, die man nicht mehr braucht, sollte man in einem verschließbaren Plastikbeutel oder im Plastiksack entsorgen. Achtung: Bettwanzen können nicht fliegen, aber schnell krabbeln. Deshalb nicht aus dem Sack entweichen lassen – sonst waren alle Mühen vergebens.

Man kann die Insekten mitsamt ihren Ausscheidungen und Eiern auch mit dem Staubsauger wegsaugen. Wichtig: Staubsauger-Beutel hinterher in einer Plastiktüte entsorgen und diese mit einem Klebeband zukleben. Bei Geräten ohne Beutel den Auffangbehälter in eine Plastiktüte geben, verschließen und für drei Tage einfrieren.

Einfrieren sollte man auch die Gegenstände, von denen man sich nicht trennen kann. Minus 18 Grad sollten ausreichen, um die Schadinsekten zu töten. Oder man versucht es mit Wärme. Hitzeunempfindliche Gegenstände kann man bei mindestens 55 Grad behandeln.

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Bettwanzen aus der Nachbarwohnung

Der Kammerjäger selbst ermittelt zuerst, woher die Wanzen kommen. Im Extremfall können die Schädlinge aus einer stark befallenen Nachbarwohnung herüber wandern. Dann muss selbstverständlich auch die zuvor befallene Wohnung von den Bettwanzen befreit werden. Das geht mit der harten Chemie-Keule. Wenn möglich, wird der Schädlingsbekämpfer die Insekten gezielt mit einem Insektizid ansprühen und die Eier beseitigen.

Aufwendig ist auch das Aufspüren der Verstecke: Lattenroste müssen freigelegt, Lichtschalter und Möbel auseinander montiert werden. Schließlich wird Gift ausgelegt und die ganze Prozedur so oft wiederholt, bis der Spuk vorbei ist.

Heiße Wohnung hilft gegen Bettwanzen

Alternativ kann auch die Wohnung auf Temperatur gebracht werden. Bei 50 bis 60 Grad und mindestens 12 Stunden sterben die Wanzen ab. Der Kammerjäger setzt dafür spezielle Ofengeräte ein, die die befallenen Räume erhitzen. Die Methode hat im Fachjargon die schöne Bezeichnung „Wärmeentwesung“. Die Stromrechnung kann allerdings schnell in die Tausende gehen.

Quellen:
Umweltbundesamt

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